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Jun12

Navajo Joe

Navajo Joe

Originaltitel: Navajo Joe 
Herstellungsland: Italien
Erscheinungsjahr: 1966
Genre: Western
Freigabe: FSK-18
Regie: Sergio Cotbucci
Darsteller: Burt Reynolds, Aldo Sambrell, Fernando Rey u.a.

Eine Bande von Skalpjägern, angeführt von Duncan, überfällt ein Indianerdorf und tötet alles, was sich bewegt. Nur einer entkommt dem bestialischen Massaker: Der junge Indianer Joe. Getrieben von Rache geht er in die Stadt der Weißen und bietet ihnen an, Duncan und seine Männer auszuschalten. Das Kopfgeld: Ein Dollar!Der Film ist auch unter den Titeln „An seinen Stiefeln klebte Blut“ und „Kopfegeld: Ein Dollar“ bekannt.

- Kritik -

Jeder, der sich etwas mit dem Italowestern auseinandersetzt, stolpert zwangsläufig über den Namen Sergio Corbucci. Der Mann hat zwar in fast allen Genres gearbeitet – so drehte er in den 70er und 80er Jahren auch einige Komödien mit den damaligen Eurostars Bud Spencer, Terence Hill und Adriano Celentano – prägte jedoch neben Sergio Leone sicherlich den so genannten Spaghettiwestern am meisten. Filme wie „Django“ mit Franco Nero oder „Leichen pflastern seinen Weg“ mit Klaus Kinski sind Meilensteine des Genres und sicherten ihm zu recht seinen Platz innerhalb der Filmhistorie. Direkt nach dem Geniestreich „Django“ drehte er einen weiteren Western, der zwar bei weitem nicht so bekannt ist wie seine populäreren Werke, jedoch unter Fans größte Wertschätzung genießt und inhaltlich eine kleine Kuriosität innerhalb des Italowesterngenres darstellt: „Navajo Joe“. 

Dafür begeistert dann aber wieder das unerwartete, ziemlich bittere Ende, dass in seiner desillusionierten und traurigen Bildsprache dann wieder an den Corbucci spätere Tage erinnert. Insgesamt ein toller, elegant und gut inszenierter Rachewestern, der jedoch nicht ganz die Brillanz der besten Werke des Regiealtmeisters erreicht. Andererseits ist da die Geschichte: Der eigentlich simple Racheplot wird durch einige Nebenstories unnötig aufgeblasen, was den Film bisweilen ein wenig ausbremst. Besonders der Showdown wird unnötig in die Länge gezogen.

Corbucci nutzt die Ausgangslage geschickt für eine sehr kritische Betrachtung der „Zivilisierung“ des Westens und der Ausbeutung und Vertreibung der Indianer. Besonders deutlich wird das bei einem Dialog in einem Saloon, als Joe für seine Dienste den Sheriffstern verlangt. Zur damaligen Zeit dürfte dieser Dialog ein Faustschlag in das Gesicht jeden Amerikaners gewesen sein. Handwerklich ist „Navajo Joe“ wie erwartet ohne Fehl und Tadel, dafür ist der italienische Altmeister einfach zu gut, doch trotzdem erreicht der Film nicht ganz die Klasse seiner bekannteren Filme. Da ist einerseits der Hauptcharakter an sich: Zu früh liegt seine wahre Motivation auf der Hand, zu vorhersehbar ist sein Handeln und zu eindimensional ist die Figurenzeichnung. Während andere Figuren der Corbucci Filmographie zumindest nicht einzuordnen sind, mehrere Facetten aufweisen, ist der Indianer zu glatt, zu klar definiert und damit auch austauschbar. Die Besonderheit dieses Charakters kommt nur in ruhigeren Momenten zum tragen, wird aber im Ganzen betrachtet verschenkt. Daher wirkt auch Burt Reynolds nicht durchweg glaubwürdig, man muss ihm aber auch zu Gute halten, dass er nicht wirklich gefordert wird.
 

Doch auch abseits dieser kritischen Momente ist „Navajo Joe“ ein typischer Corbucci: Das Tempo ist ziemlich rasant und steuert ab der ersten Minute auf den Showdown zu. Zahlreiche Faust-, Messer und Pistolengefechte stehen auf dem Programm und zeigen recht gut, warum Reynolds zu Beginn seiner Karriere als Stuntman anfing. Die Actionszenen sind bisweilen recht hart, ohne jedoch in der Brutalitätsliga von „Django“ zu spielen. Im Gegensatz zu Sergio Leone, dessen Westernfilme („Spiel mir das Lied vom Tod“) recht gemächlich inszeniert waren – nicht umsonst wurde der Begriff Pferdeoper häufig mit seinen Beiträgen in Verbindung gebracht – und sehr lange Kameraeinstellungen und Landschaftsaufnahmen als stilistisches Merkmal aufwiesen, legte Sergio Corbucci eher Wert auf eine dreckige, rauhe Optik und einen fast schon ätzenden Zynismus, der auch bei „Navajo Joe“ immer wieder durch schimmert. Im Vergleich zu anderen Filmen, gelingt es ihm aber hier recht gut, dass spanische Almeira – in dem die meisten der Italowestern entstanden – in die Handlung zu integrieren und sorgt so für atmosphärisch atemberaubende Bilder. Dazu steuerte das Genie Ennio Morricone erneut einen wunderbaren Score hinzu, der sich nahtlos in seine anderen Klassiker einreiht, sich jedoch durch Vocaleinbindungen auch ein wenig von seinen anderen Arbeiten abhebt. Wem der Song bekannt vorkommen sollte, liegt im übrigen richtig: Der bekennende Italowestern Fan Quentin Tarantino setzte dieses musikalische Thema auch in „Kill Bill“ ein. Der Spaghettiwestern konnte – im klaren Gegensatz zum klassischen US Western – mit den Indianern als Figuren immer ziemlich wenig anfangen und degradierte sie meistens zu Randfiguren. Es ist daher durchaus eine Besonderheit, dass ein Indianer die Hauptfigur in „Navajo Joe“ ist. Gespielt wird dieser Navajo von keinem Geringeren als dem späteren Star Burt Reynolds, der hier seine erste Hauptrolle übernehmen konnte.



- Fazit -

Bei der Kombination Sergio Corbucci und Western kann man nichts verkehrt machen – diese Binsenweisheit bestätigt auch „Navajo Joe“ eindrucksvoll. Ein überwiegend spannender, zynischer Rachewestern mit einer ungewöhnlichen Hauptfigur und einem wie immer superben Score von Ennio Morricone. Corbucci verliert sich jedoch mitunter in einigen unnötigen Nebenplots und kann im Gesamtpaket zu wenig mit dem Indianer als Hauptfigur anfangen. Daher erreicht „Navajo Joe“ nicht ganz die Klasse seiner besten Filme, ist aber verdammt nah dran.

Bewertung: 8 | 10

Durchschnittliche Userbewertung

6.0/10 Bewertung (7 Stimmen)

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verleihstart: 29.05.2009
DVD Verkaufstart: 
29.05.2009

Label: Koch Media
Verpackung: Keep Case

Ton:
1. Deutsch Dolby Digital 2.0 
2. Englisch Dolby Digital 2.0

Untertitel: 
- Deutsch 

Bild: 2.35:1 (16:9)
Laufzeit: 88 Minuten
Uncut: Ja

Extras:

  • Deutscher Trailer
  • Englischer Trailer 
  • Featurette "An Indian Named Joe" mit Nori Corbucci, Darstellerin Nicoletta Machiavelli sowie Regieassistent Ruggero Deodato 
  • Featurette "On Behalf of American Indians" mit Filmhistoriker Antonio Bruschini 
  • Bildergalerie mit seltenem Werbematerial 
  • Drehortvergleichen
  • Umfangreiches Booklet

Review Extras
Auch bei diesem Release eines Klassikers hat sich Koch Media sehr viel Mühe gegeben. Nicht nur, dass der über 40 Jahre alte Film in einer hervorragenden Bildqualität vorliegt: Man konnte auch noch einiges an Bonusmaterial auf die Scheibe packen, das erneut den Spagat zwischen Information und Unterhaltung schafft.  Neben dem deutschen und englischen Trailer, der Bildergalerie und dem Drehortvergleich (Vielleicht das einzige Extra was nicht so ganz gelungen ist), sind es insbesondere die beiden Featurettes, die das Bonusmaterial so auszeichnen. Im ersten Feature „An Indian Named Joe“ interviewte man Nori Corbucci, die Witwe des Regisseurs. (Hier unterlief den Machern ein kleiner Lapsus, da in der Texteinblendung nicht Sergio, sondern Bruno Corbucci steht – und das war der Bruder), den ehemaligen Regieassistenten Ruggero Deodato, der in den Folgejahren selbst eine recht erfolgreiche Regiekarriere anstreben sollte, sowie Nicoletta Machiavelli. Neben einigen Anekdoten der Dreharbeiten erfährt man recht viel über die Entstehung des Drehs, oder den schwierigen Stand von Burt Reynolds innerhalb der Produktion. Im zweiten Feature spricht der Westernkenner Antonio Bruschini über den Film, und ordnet ihn dem zeitlichen Kontext und seiner Bedeutung innerhalb Corbuccis Filmographie zu. Er übernahm diese Aufgabe schon bei einigen Produktionen von Koch Media und ist eine Quelle an Informationen. Die beiden Featurettes alleine weisen schon eine Spielzeit von knapp 45 Minuten auf und können nur als rundum gelungen bezeichnet werden. Dazu gibt es noch ein umfangreiches Booklet, das uns leider nicht vorlag, aber bei den bisher gemachten Erfahrungen sicherlich ebenfalls hervorragend ist. Auch und besonders in Anbetracht des
Alters gibt es verdiente

Bewertung: | 10

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