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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   
Jun29

7th Floor

7th Floor

Originaltitel: Séptimo
Herstellungsland: Spanien, Argentinien
Erscheinungsjahr: 2013
Genres: Thriller
Freigabe: FSK 12
Regie: Patxi Amezcua
Darsteller: Belén Rueda, Ricardo Darín, Luis Zembrowski u.a.

Wenn Sebastián seine Kinder in die Schule bringt, spielen sie immer das gleiche Spiel: "Wer ist Erster im Erdgeschoss?" Sebastián nimmt im 7. Stock den altmodischen Aufzug, Luca und Luna sausen über die Treppe. Doch als der Vater an diesem Morgen als Sieger im Parterre ankommt, bleibt es still im Treppenhaus. Kein Junge stürmt um die Ecke, kein kleines Mädchen stimmt ein enttäuschtes Geheul an. Nichts. Stille. Erst denkt Sebastián, dass die beiden ein neues Spiel erfunden haben und sich verstecken, doch sie bleiben verschwunden. Mit wachsender Sorge durchsucht er das ganze Mietshaus, befragt den Hausmeister und alle Nachbarn. Niemand hat etwas gesehen, niemand weiß etwas. Es ist, als hätte das alte Haus die Kinder verschluckt. Panik ergreift Sebastián ...

- Kritik -  

Das Thriller-Genre, von jeher ein Steckenpferd des britischen- bzw. amerikanischen- und seit geraumer Zeit auch des skandinavischen Kinos, findet in Zeiten der effektbeladenen Hollywood-Blockbuster leider immer weniger Beachtung in den heimischen Kinosälen und so verwundert es nicht, dass die Studios vermehrt auf den Heimkinomakt ausweichen müssen. Vorbei scheinen die Zeiten, als uns ein gewisser Anthony Hopkins in der Rolle des Hannibal Lecter oder Morgan Freeman als lebenssatter Ermittler Alex Cross in Scharen in die Lichtspielhäuser locken konnten um im Kollektiv Nägel zu beissen.
 
 
Daraus könnte man schlussfolgern, die Qualität dieser Art von Film wäre einfach nicht mehr hoch genug, zu beliebig, um uns auch nur ansatzweise fesseln zu können. Dass dem allerdings beileibe nicht so ist, beweisen gelegentliche Ausreisser wie z.B. Stieg Larsson's 'Millennium' - Reihe oder jüngst der großartige 'Prisoners' vom Newcomer Denis Villeneuve. Natürlich können die Besucherzahlen in diesen Fällen nicht im geringsten mit denen eines 'Iron Man' oder 'Transformers' konkurieren, sie bestätigen jedoch den Hunger der Zuschauer nach altmodischer, effektiver und reduzierter Spannung ohne das ganz große Tohuwabohu.
 
 
Das Magenknurren aufgrund dieses Hungers konnte man nun offenbar bis nach Spanien vernehmen, denn wie sollte man sonst das rühmliche Engagement der Iberer in Sachen hochwertiger Thriller-Unterhaltung der letzten Jahre deuten? Ob nun 'Sleep Tight', 'In ihren Augen' oder ganz aktuell 'The Body', alleine diese filmischen Beiträge sollten ein demonstrativer Beleg für die immer noch vorhandene Faszination, die innovative Schaffenskraft des geneigten Publikums, der Filmemacher und des Genres sein. Spanien holt langsam aber sicher auf und die Konkurenz sollte schleunigst nachlegen, wenn sie zukünftig nicht unter "ferner liefen" geführt werden möchte.
 
 
Dazu trägt sicherlich auch der neueste Streich-, dieses Mal eine Kooperation zwischen Spanien und Argentien, namens '7th Floor' von Regisseur und Autor Patxi Amezcua ('Bruc- Napoleons blutige Niederlage') bei. Amezcua beschäftigt sich mit der wahrlich alptraumhaften Vorstellung, was mit uns-, was in uns Menschen geschieht, wenn wir plötzlich und völlig unvermittelt das verlieren, was uns das Liebste ist. Doch hier geht es nicht um Tod, sondern um Ungewissheit, die Schlimmste aller Sorgen, um Eltern, die ihr Kind von jetzt auf gleich aus den Augen verlieren und nicht mehr wieder finden können.
 
 
Klar, die Idee ist nicht besonders neu, siehe z.B. 'Kopfgeld' von Ron Howard und auch die Konklusion riecht der fleißige Kinogänger schon 10 km gegen den Wind, dennoch macht den Reiz eher das "wie?" als das "was?" aus, denn die Ausgangssituation dient nur als Gerüst für die unerhört spannende, höchst emotionale Achterbahnfahrt unserer Protagonisten, gespielt von Ricardo Darín ('Chinese zum Mitnehmen', 'Ein Freitag in Barcelona') und dem spanischen Shooting-Star und Ausnahmedarstellerin Belén Rueda ('Julia's Eyes', 'The Body').
 
 
Herzzerreißend vermitteln beide die gesamte Bandbreite an Gefühlsexplosionen, die ein Elternpaar mutmaßlich durchleben muss, welches sich mit solch einer Tragödie konfrontiert sieht, womit '7th Floor' neben der maximalen Spannungskurve auch die nötigen empathischen Impulse liefert.
 
 
Diese Hetzjagd fesselt durch die simple aber konsequent dynamische Kameraarbeit von Lucio Bonelli ('Phase 7'), der sein Werkzeug stets in Bewegung hält, jedwede Statik vermeidet und so die fiebrige, verzweifelte Unruhe aller involvierter Figuren perfekt unterstreicht. Wobei...auch im Cast spiegelt sich der gelebte Minimalismus des Regisseurs wieder, denn im Fokus steht prinzipiell das Elternpaar, das sich-, abgesehen von gerade mal einer handvoll anderer Darsteller, völlig frei entfalten darf und kann, da nimmt man auch gerne die ein oder andere überdramatisierte Darbietung in Kauf.
 
 
Lange Rede, kurzer Sinn: Schauspielkino der Güteklasse A! Spätestens mit diesem Film dürfte, nein, sollte Darstellerin Belén Rueda auf einigen Wunschzetteln verschiedenster Hollywood-Produzenten auftauchen. Spanien ist definitiv kein Geheimtipp mehr!
 
 
A propos Hollywood: Europa und insbesondere wir Zuschauer sind nun um eine kleine Filmperle- und Hollywood um eine Lektion in Sachen minimalistischer, cineastischer Handwerkskunst abseits des inflationär gebräuchlichen Blockbusterkinos reicher. Im besten Fall also eine Win/Win-Situation.

 

- Fazit -

'7th Floor' etabliert Spanien endgültig als das neue Mekka des effektiven Hochspannungs-Thrillers. Muchas Gracias, Senor Amezcua!

Wertung: 7|10

Durchschnittliche Userbewertung

6.8/10 Bewertung (6 Stimmen)

 

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verleihstart: 02.06.2014
DVD Verkaufstart: 10.06.2014

Publisher: Ascot Elite

Verpackung: Keep Case (Amaray)
Wendecover: Ja

Bild: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 111 Minuten (inkl. Abspann)
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Spanisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel:
- Deutsch

Extras

  • Making of
  • Featurette – Film
  • Featurette – Hauptdarsteller
  • Featurette – Nebendarsteller
  • Originaltrailer
  • Trailershow

Kritik Extras
Die Extras sind ordentlich und mit einem kurzen Making-Of und diversen Featurettes insgesamt befriedigend ausgefallen, führt man sich die recht kleine-, ausschliesslich auf den Heimkinomarkt konzentrierte Produktion vor Augen. 

Das durchweg scharfe, kontrastreiche Bild und der durchaus räumliche, glasklare 5.1 Ton sind auf heutigem DVD-Standardniveau und geben keinerlei Grund zur Klage.

Wertung: 6|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

6.0/10 rating 1 vote
Ralf Enderlein

Ralf Enderlein

   

Spieltipp  

   

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