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Sep21

Mad Max: Fury Road

Mad Max: Fury Road

Originaltitel: Mad Max: Fury Road
Herstellungsland: Australien, USA

Erscheinungsjahr: 2015
Genres: Action, Science-Fiction
Freigabe: FSK 16
Regie: 
George Miller
Darsteller: Tom Hardy, Charlize Theron u.a.
Preis: 12,90.- Euro


Inhalt: Nach dem Ende der Zivilisation wie wir sie kennen, schlägt sich Max Rockatansky als Einzelgänger durch eine wüste Einödnis, die von den Truppen des Immortan Joe beherrscht wird. Für den arbeitet auch Imperator Furiosa, die mit ihrem gepanzerten LKW immer wieder Benzin aus Gas Town und Munition von der Bullet Farm besorgt. Doch eines Tages weicht Furiosa vom Kurs ab. An Bord hat sie fünf junge und vor allem gesunde Frauen, die Immortan als Brüter für hoffentlich irgendwann mal nicht degenerierte männliche Nachkommen braucht. Die sind bisher nämlich vor allem dumm, missgebildet oder gar beides. Furiosas Ziel ist das „Grüne Land“ ihrer eigenen Vorfahren, wo sie sich und die Frauen in Sicherheit wähnt. Doch Joe ist ihr bald auf den Fersen und mit ihm eine Gefolgschaft hunderter War Boys. Unter ihnen auch Nux, der sich den in Gefangenschaft geratenen Max als Gallionsfigur vor seinen V8 gespannt hat. Als die Zwei nach einem Sandsturm zu sich kommen, überwältigt Max Furiosa und übernimmt den Truck. Doch schon bald merkt er, dass er ohne ihre Hilfe nicht weiterkommt – zumal Joe immer näher kommt und bald von blinder Wut getrieben wird …


 

 



- Kritik -
 

Altmeister George Miller will es noch einmal wissen und holt nach 30 Jahren das Mad Max Franchise zurück in die Kinos. Der neue Film hört auf den Titel "Mad Max: Fury Road" und präsentiert uns eine Menge Action und Tom Hardy als Nachfolger von Mel Gibson. Im Jahr 1979 schuf George Miller mit "Mad Max" einen Klassiker des Actionkinos, der durch die rohe Gewalt, die trostlose Endzeitatmosphäre und die perfekte Besetzung durch Mel Gibson für viel Aufsehen sorgte. Beim Nachfolger "Mad Max 2 - Der Vollstrecker" perfektionierte Miller sein Konzept mit einem weitaus höheren Budget und präsentierte einen ausgereifteren Film, der seinem Vorgänger in Sachen Kompromisslosigkeit in keinster Weise nachstand. Auch wenn der dritte Teil "Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel" das hohe Niveau nicht mehr ganz halten konnte, schloss er die Trilogie würdig ab. Nach 30 Jahren bringt der mittlerweile siebzigjährige George Miller mit "Mad Max: Fury Road" nun einen weiteren Film der Reihe auf die Leinwand. Kann Miller nach einer so langen Zeit wieder Maßstäbe im Actionkino setzen und wie schlägt sich der vierte Mad Max im Actionkino der Neuzeit?

Schon nach den ersten Szenen von "Mad Max: Fury Road" wird einem klar, dass hier keine Komrpomisse eingegangen werden. Der Einstieg in den Film zeigt eine apokalyptische und heruntergekommene Welt, in der Menschlichkeit eine Ausnahme der Regel ist und die nahezu ausschließlich von Wahnsinnigen und Verzweifelten bewohnt zu sein scheint. Die Kompromisslosigkeit macht sich nicht nur bei der Darstellung der Endzeitwelt bemerkbar, sondern auch bei den rasanten Actionszenen. Nachdem Mad Max einen inneren Monolog führt und damit einen Einblick in seine Persönlichkeit gewährt, wird der Zuschauer nur wenige Minuten später von einer Verfolgungsjagd in der Wüste regelrecht überrollt. Was bei der sehr langen Sequenz an Dynamik, schwindelerregenden Stunts und Ideenreichtum präsentiert wird, steht stellvertretend für den Rest des Films und zeigt gleichzeitig, dass auch ein Übermaß an Action nicht zu Ermüdungserscheinungen führen muss - solange die Inszenierung so stimmig wie hier ist.

Die Handlung bei "Mad Max: Fury Road" ließe sich in wenigen Sätzen zusammenfassen und dementsprechend soll an dieser Stelle nicht zu viel über sie verraten werden. Die Geschichte folgt einer klaren und gradlinigen Prämisse und hat einen roten Faden, dient jedoch in erster Linie als Lieferant für zahlreiche Konflikte, die immer ausufernder und brachialer werden und in Kämpfen, Verfolgungsjagden und scheinbar ausweglosen Situationen münden. Im Grunde genommen ist der gesamte Film eine Verfolgungsjagd zwischen Mad Max (Tom Hardy) und einer Gruppe von Flüchtigen auf der einen und dem bizarren Antagonisten Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne) und dessen Armee auf der anderen Seite. Zwischendurch gibt es einige Ruhephasen, in denen die Charaktere mithilfe von Dialogen greifbarer gemacht werden.

Die Welt in "Mad Max: Fury Road" wird zwar teilweise vollkommen überzeichnet und stilisiert dargestellt, aber sie wirkt dennoch immer geschlossen und glaubwürdig. Das ist dem Aspekt zu verdanken, dass man hier offensichtlich mit aller Konsequenz eine Vision verfolgt hat. Der Look des Films weckt nicht selten Assoziationen mit einem Heavy-Metal-Musikvideo. Die Welt ist übersäht mit Totenkopfsymbolik - ob nun als Verzierung auf der Motorhaube eines der waffenstarrenden Fahrzeuge, als riesiges, in Stein gemeißeltes Antlitz an einem Felsen oder als Steuerknüppel eines Autos. Einer der Antagonisten steht mit einer feuerspeienden E-Gitarre auf einem der Fahzeuge und gibt sein Talent zum Besten, während auf der Rückseite mehrere Trommler ihn mit dumpfen Rhythmen begleiten.

Die Verwendung solcher Elemente stellt eine Gratwanderung dar und man läuft Gefahr, dass der Film die Grenze zur Lächerlichkeit überschreitet. Das passiert bei "Mad Max: Fury Road" jedoch nicht, da er seinen speziellen Stil in ganzer Konsequenz beibehält und sich selbst ernst, aber nicht zu ernst nimmt. Man merkt, dass die Filmemacher sich hier wenig von Zeitgeist oder gängigen Trends haben beeinflussen lassen, sondern mit einer Art kindlicher Begeisterung ihre Fantasien und Ideen eingebracht und umgesetzt haben.

Man sollte hier jedoch keine realitätsnahe Endzeit erwarten, wie sie tatsächlich denkbar wäre. Glaubwürdig ist nicht gleichzusetzen mit realistisch. "Mad Max: Fury Road" erinnert bezüglich einer konsequent umgesetzten Welt fast schon an die ersten „Star Wars“-Filme. Die einzelnen Elemente, mögen sie noch so unkonventionell oder absurd sein, wurden leichtfüßig und wie selbstverständlich zu einem Ganzen zusammengefügt und genau aus diesem Grund wirkt die in Orangetönen gekleidete Endzeitwelt von "Mad Max: Fury Road" so authentisch und glaubhaft. Dem wird auch in einigen ruhigen Szenen Rechnung getragen, etwa, wenn plötzlich eine Gruppe vollkommen undefinierbarer Kreaturen durch die Szenerie läuft und einfach zur Welt dazugehört.

Mel Gibson hat mit drei Mad Max-Filmen selbstverständlich einen großen Beitrag dazu geleistet, dass die Filme beziehungsweise die Figur des Mad Max einen solchen Kultstatus genießt. In "Mad Max: Fury Road" verkörpert Tom Hardy den Einzelgänger. Hardy überzeugt mit seiner wortkargen Darstellung und kann durchaus als würdiger Nachfolger von Gibson angesehen werden. Mad Max ist kein typischer Held, sondern ein vom Leben gezeichneter Mann, dessen Handlungen bisweilen fragwürdig erscheinen können und der im Vergleich zu den alten Filmen hier vermutlich sogar noch weniger als Identifikationsfigur für den Zuschauer geeignet ist.

Die Rolle der Identifikationsfigur kommt stattdessen dem weiblichen Charakter Furiosa zuteil, die von Charlize Theronhervorragend gespielt wird und weitaus mehr ist als ein sidekick von Mad Max. Furiosa geht mit ihren Feinden ebenso wenig zimperlich um wie Max und ist ebenfalls ein Opfer der grausamen Endzeitwelt. Allerdings sind Furiosas Motivationen von Anfang an etwas klarer und lassen mehr Nähe zum Charakter zu. Die Chemie zwischen Hardy und Theron trägt ihren Teil dazu bei, dass die beiden Charaktere gut miteinander funktionieren. Obwohl Distanz zwischen den beiden Figuren herrscht, wird mithilfe kurzer Blicke und bedeutsamer Gesten deutlich, dass sie trotz ihres Misstrauens auf der geichen Seite stehen.

Einer der wichtigsten und positivsten Aspekte bei "Mad Max: Fury Road" ist der Einsatz handgemachter Effekte. Es gibt zwar Szenen mit computergenerierten Effekten, aber vor allem an Stellen, die man anders wohl nur schwer hätte umsetzen können. Ansonsten zahlt es sich für den Zuschauer auf ganzer Linie aus, dass man hier echte Fahrzeuge, Stunts und Explosionen zu sehen bekommt und die Wucht der Actionszenen dadurch greifbarer wird. Die Szenen sind manchmal sehr schnell geschnitten und an einigen Stellen leidet ein wenig die Übersicht, aber insgesamt wirkt das Ganze duchdacht und man kann dem Geschehen trotz des Overkills gut folgen.

In Sachen Härte sollte man hier keine Grenzüberschreitungen erwarten und "Mad Max: Fury Road" wird mit Sicherheit nicht als so extrem wahrgenommen werden wie einst der Erstling, aber man bekommt es hier auch nicht mit einem weichgespülten Mad Max zu tun. Die Gewaltdarstellungen wurden dem Szenario entsprechend angemessen umgesetzt und verfehlen nicht ihre Wirkung, jedoch wirken sie nicht zu selbstzweckhaft und übertreten zu keinem Zeitpunkt die Grenze des Zumutbaren.

 

- Fazit -

"Mad Max: Fury Road" ist Anarchie pur, ist Action ohne Atempause, ist purer Big-Budget-Trash, der seine Zerstörungswut und das schrottige Design zelebriert wie kein anderer Film vor ihm - Millers Neubelebung des Franchise ist die Rückkehr des vollkommen abgedrehten Kinos, das uns die ersten beiden Teile schon brachten. Tatsächlich fragt man sich nach dem Genuss dieser Benzinorgie, wie man irgendeinen Teil der "Fast & Furios" - Reihe überhaupt rasant finden konnte. Ohne den Filmen mit dem Gespann Diesel/Walker zu Nahe treten zu wollen - gegen "Mad Max: Fury Road" gleichen sie dem Spiel mit Matchbox-Autos.

Wertung: 9|10

Durchschnittliche Userbewertung

9.0/10 Bewertung (3 Stimmen)

 

- Blu-ray FACTS UND EXTRAS -

 

BD Verkaufstart: 17. September 2015
BD Verleihstart: 17. September 2015

Publisher: Warner Home

Verpackung: Blu-ray Case (Amaray)
Wendecover: Nein

Bild: 2,35:1 (1080p)
Laufzeit: ca. 120 Minuten
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: 
- Deutsch
- Englisch für Hörgeschädigte

Extras:

  • Die Dreharbeiten
  • Auf vier Rädern – Aus Autos werden Kampfmaschinen
  • Am Limit: Max und Furiosa
  • Die Werkzeuge der Wüste
  • Die Reize der fünf Frauen
  • Crash & Smash
  • Nicht verwendete Szenen

Kritik Extras
Das Bonusmaterial von "Mad Max: Fury Road" ist reichhaltig gefüllt. Insgesamt sechs Featurettes sowie drei nicht verwendete Szenen gibt es zu entdecken. In "Die Dreharbeiten", dem halbstündigen Hauptfeaturette rollt man die Entwicklung des Films von vorne bis hinten aus. Wir erfahren, dass Miller den Film nicht in üblicher Drehbuchform konzipiert hat, sondern die Geschichte von Beginn an komplett über Storyboards entwickelte. Dass sein Film zur einen Hälfte eine Verfolungsjagd und zur anderen Hälfte ein Autorennen ist, gibt nicht nur der Stunt-Coordinator zum Besten, sondern indirekt auch der Regisseur selbst, indem er ganz stolz davon erzählt, dass in "Mad Max: Fury Road" zwar auch gesprochen wird aber eben nur, wenn es wirklich nötig ist. Ebenso gibt es extrem spannende und umfassende Einblicke in die unfassbar anstrengenden aber auch lohnenswerten und aufwändigen Dreharbeiten in der Wüste Namibias. Was hier an Stuntkoordination notwendig war, mag man kaum glauben und sitzt deshalb mit staunenden Augen vor den Schilderungen der Filmschaffenden. In "Auf vier Rädern - Aus Autos werden Kampfmaschinen" wird der Zuschauer dann Zeuge, wie das Team unglaubliche Ideen in die Tat umsetzte. Die akribische Arbeit, jedes dieser Fahrzeuge zum Leben zu erwecken, sie gleichzeitig liebevoll aber auch abgewrackt aufzubauen - das ist ein feuchter Traum für jeden Petrolhead. "Am Limit: Max und Furiosa" kümmert sich um die beiden Hauptfiguren und deren Zusammenarbeit mit Regisseur Miller. "Die Werkzeuge der Wüste" schenkt den unglaublichen Details von "Mad Max: Fury Road" Beachtung - ob das nun ein speziell geformtes Lenkrad im Interieur eines Fahrzeugs ist oder die mechanischen Vorrichtungen in den Minen. "Die Reize der fünf Frauen" stellt die fünf Frauen von Immortan vor, die zu Schlüsselfiguren der Geschichte werden und in "Crash & Smash" bekommen wir RAW-Material des Films und vor allem der Fahrzeugaction zu sehen.

Wertung: 9|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

9.0/10 rating 1 vote
Patrick Grote

Patrick Grote

   

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