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Aug30

Eden Log

Eden Log

Originaltitel: Eden Log
Herstellungsland: Frankreich 
Erscheinungsjahr: 
2007

Genre: Science-Fiction
Freigabe: FSK-16
Regie:
 Franck Vestiel

Darsteller: Clovis Cornillac, Vimala Pons, Zohar Wexler u.a.

Eden Log erzählt die Geschichte von Tolbiac, der halbnackt und schlammverkrustet in einer düsteren, unterirdischen Höhle aufwacht. Ohne zu wissen, wo er ist und wie er hierher kam, macht er sich auf die Suche nach einem Ausgang. Doch er ist nicht alleine: In den Schatten hausen monströse Kreaturen, die ihn unerbittlich jagen. In Todesangst versucht Tolbiac, den rettenden Weg an die Oberfläche zu finden. Doch was wird ihn dort oben erwarten? Und was hat es mit der geheimnisvollen Organisation „Eden Log“ auf sich? Mit jedem Level, das er sich nach oben kämpft, fügen sich für ihn die Teile dieses geheimnisvollen Puzzles immer weiter zusammen. Doch erst als er oben ankommt, eröffnet sich ihm die ganze schreckliche Wahrheit...

- Kritik -

Wieder einmal Frankreich schickt einen Genrefilm ins Rennen, der gegen die US Stangenware bestehen soll. Fiel unser Nachbarland bislang eher durch recht harte Horrorkost („High Tension) oder stylische Actionfilme („Transporter“) auf, versucht man sich nun seit einiger Zeit nach und nach auch in anderen Genres. Mit „Eden Log“ wagt man sich nun in die Science Fiction Gefilde vor, wobei es schwierig und eigentlich unmöglich ist, den Film einfach zu katalogisieren und einzuordnen – dafür ist „Eden Log“ zu schwierig und zu experimentell. Regisseur Franck Vestiel legt mit „Eden Log“ seinen Erstling vor. Bislang war er Regieassistent und arbeitete z.B. mit Brian dePalma in dessen „Femme Fatal“ zusammen. Das er sich für seinen ersten Film ein dermaßen schwierig zu inszenierendes Projekt aussuchte, ist etwas verwunderlich. Noch verwunderlicher ist es jedoch, das Vestiel trotz der anspruchsvollen Vorgabe bei weitem mehr richtig als falsch macht – und das ist bei einer Thematik, wie im vorliegenden Fall, nicht selbstverständlich.


 
„Eden Log“ macht es dem Zuschauer nicht einfach. Die Unwissenheit der Hauptfigur überträgt sich auf das Publikum, nie weiß man mehr als Tolbiac. In den ersten 20 Minuten passiert im Grunde gar nichts, es wird auch kaum gesprochen. Zusammen mit dem im Schlamm und in der Dunkelheit erwachenden Mann kämpft sich der Betrachter durch die Gänge und Höhlen. Die Optik ist so düster, das man anfangs gar nicht weiß, ob der Film in Schwarz-Weiss oder in Farbe gedreht wurde. Diese Optik zieht sich übrigens durch den kompletten Streifen, Farbtupfer gibt es hier nicht, alles bleibt grau in grau. Auch Raum oder Zeit ist nicht zuzuordnen. Die Atmosphäre ist dicht, wirkt teilweise sogar surreal und gleitet hin und wieder sogar in die Untiefen der Skurrilität ab. Eine Handlung in dem Sinne existiert nicht, es geht einfach nur um die Suche nach einem Ausgang – wobei diese Sucher auch gleichbedeutend eine Metapher für die Suche nach dem eigenen Ich darstellt.


 
„Eden Log“ ist alles, aber keine leichte Unterhaltung und aufgrund der gewagten Inszenierung Vestiels sicher nicht für jeden etwas, da Sehgewohnheiten auf den Kopf gestellt werden und ein Spannungsbogen quasi nicht existiert. Das ist zwar faszinierend, allerdings auch leicht ermüdend, nicht zuletzt deswegen, weil es darstellerisch im Grunde eine One Man Show von Clovis Cornillac ist, den die meisten als neuen „Asterix“ kennen, der aber auch bereits in „The Snake“ positiv auffiel. Cornillac ist sehr präsent, kann aber auch nicht verhindern, das es durch diese Charakterfkokussierung auf Tolbiac, in Verbindung mit der kaum voranschreitenden Handlung, zu einigen Hängern und viel Leerlauf kommt. Das ist alles faszinierend anzuschauen, ist aber auf Dauer anstrengend. Dazu kommt eine fast schon zwanghaft in den Film hinein gepresste Pseudointellektualität, die dem Ganzen dann doch nicht gerecht wird und etwas selbstverliebt wirkt.


 
Versucht man, „Eden Log“ mit anderen Filmen zu vergleichen, kommen einem direkt zwei Vertreter in den Sinn. Da wäre einerseits „The Descent“, allerdings auch nur vom Look her, und natürlich Natalis „Cube“, der einige inhaltliche Parallelen aufweist. Allerdings würde man Vestiel nun wahrlich nicht gerecht werden, wenn man zu viele Ähnlichkeiten herbeireden würde. Dafür ist sein Werk einfach zu … anders. Auch zum französischen „Dante 01“, der jedoch nach „Eden Log“ entstand, gibt es Ähnlichkeiten, was jedoch niemanden wundern sollte, da in beiden Filmen Pierre Bordage das Drehbuch beisteuerte. Positiv zu erwähnen wäre noch der Score, der das Geschehen passend unterstreicht, auch das Ende kann überzeugen, ist im Rückblick aber fast zu vernachlässigen. „Eden Log“ wird sicherlich nicht den Geschmack der breiten Masse treffen, zu verrückt und experimentell ist die Inszenierung. Aber faszinierend ist der Look, der Stil und die Idee er allemal. Je nach Gusto wird der Streifen entweder geliebt oder als langweilig empfunden werden. Und das ist wohl gewollt, denn „Eden Log“ ist alles, aber kein Mittelmaß.
 


- Fazit -

Ungewöhnlicher Look, ungewöhnlicher Stil, ungewöhnlicher Film. Wirklich anders, als das, was man schon gesehen hat. Anstrengend, aber faszinierend. Wirkliche Spannung will sich aber nicht einstellen, einige Längen und Wiederholungen sorgen für einige Hänger, die den Film länger wirken lassen, als er eigentlich ist. Bestimmt nicht jedermanns Geschmack, aber ein Blick lohnt definitiv. 

Bewertung: 6 | 10

Durchschnittliche Userbewertung

7.2/10 Bewertung (5 Stimmen)

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD-Verleihstart:  10.10.2008
DVD-Verkaufstart: 14.11.2008
- Single Disc 
 
Label: Sunfilm
Verpackung: Keep Case
 
Ton:
1. Deutsch DTS 5.1
2. Deutsch Dolby Digital 5.1
3. Französisch 5.1
 
Untertitel:
- Deutsch
 
Bild: 1:1.85:1 (16:9)
Laufzeit: ca. 98 Min.
Uncut: Ja 
 
Extras:

  • Trailershow
  • Originaltrailer
  • Deutscher Trailer
  • Audiokommentar von Regisseur Franck Vestiel 

Review Extras:
Uns lag die Verleih DVD vor, denen man nur recht wenig Extras spendiert hat. Neben den obligatorischen Trailern und der Trailershow befindet sich nur noch der Audiokommentar von Franck Vestiel auf dem Silberling. Immerhin etwas, vor allem, weil Vestiel bereitwillig Auskunft gibt und der Audiokommentar so zu einem informativen und unterhaltsamen Vergnügen wird. Die Kauf DVD erscheint als Doppel DVD mit zahlreichen Extras. Da wir diese hier jedoch nicht bewerten konnten bleibt es bei 

Bewertung: 3 | 10

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Tobias Hohmann

Tobias Hohmann

   

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