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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   
Aug23

Verflucht, Verdammt und Halleluja!

Verflucht, Verdammt und Halleluja!

Originaltitel: E poi lo chiamarono il magnifico
Herstellungsland: Italien
Erscheinungsjahr: 
1972

Genre: Komödie
Freigabe: FSK-12
Regie: 
E.B. Clucher (=Enzo Barboni)

Darsteller: Terence Hill, Yanti Sommer, Riccardo Pizzuti u.a.

Joseph "Jo" Moore ist ein Adeliger aus Großbritannien und ein waschechtes Greenhorn. Im Jahr 1880 wird er in den Wilden Westen geschickt, damit endlich ein echter Kerl aus ihm wird. Dafür sollen die drei Halunken Bull, Holy Joe und Monkey Smith sorgen, die sich ihre Kröten durch Postkutschenüberfälle verdienen. Doch Jo entwickelt keinen rechten Ehrgeiz ein Westernheld zu werden, lieber geht er mit der bezaubernden Candida in die Blaubeeren und liest mit ihr romantische Gedichte. Doch das passt Morten überhaupt nicht in den Kram, denn ihm wurde Candida - und damit die Ranch ihres Vaters - versprochen…

- Kritik -


„Verflucht, verdammt und Halleluja“ galt bislang ein wenig als der vergessene Terence Hill Film. Einerseits kam er direkt nach dem Megaerfolg „Vier Fäuste für ein Halleluja“ heraus und war zwar kein Flop, allerdings auch nicht ganz der erhoffte Publikumsmagnet, da die Fans lieber Bud Spencer und Terence Hill gemeinsam in einem Western sehen wollten. Andererseits gab es bislang nur qualitativ sehr schlechte Bootlegs unter der Hand als DVD zu kaufen. Das sich dann der mittlerweile renommierte Verleiher Koch Media an eine DVD Umsetzung setzte, ließ die Fanherzen höher schlagen.


 
Das man so lange warten musste, bis man den Film auf DVD erwerben konnte ist dabei - von evtl. rechtlichen Problemen einmal abgesehen - völlig unverständlich. Denn „Verflucht, verdammt und Halleluja“ ist nicht nur der beste Solofilm, den Terence Hill jemals machte, sondern die vermutlich beste Westernparodie, die je inszeniert wurde. E.B. Clucher - alias Enzo Barboni – ist so etwas wie der Urvater der Spencer/Hill Erfolgs. Sie drehten zwar auch vorher schon gemeinsam Western, die leichte komödiantische Einflüsse aufwiesen, doch die typischen Elemente und die Charakterisierungen, die beide bis zum Ende ihrer Karriere allenfalls leicht variieren sollten, legte er 1970 mit „Die rechte und die linke Hand des Teufels“ fest und verfeinerte sie anschließend 1972 in der direkten Fortsetzung „Vier Fäuste für ein Halleluja“. Diese beiden Filme werden gerne als die Trinity Filme bezeichnet, da dies der Name von Hills Charakter war. „Verflucht, verdammt und Halleluja“ kann als eine Art inoffizielles Spin off dieser Trinity Streifen bezeichnet werden, da er sich aus ähnlichen Bausteinen wie die genannten Titel besteht – allerdings rüttelte Barboni diese gehörig durcheinander und baute sie zu etwas neuem zusammen.


 
Hill spielt hier völlig gegen sein Image an und ist ein Schnösel, ein Weichei, der erst von drei harten Gelegenheitsdieben (Einen davon sollte übrigens Bud Spencer spielen, doch er lehnte ab) zum richtigen Mann gemacht werden muss. Mario Girotti, so Hills richtiger Name, hat sichtlich Spaß an dieser Umkehr der üblichen Mechanismen und Barboni lotst ihn von eine urkomischen – da gegensätzlichen – Situation in die nächste. Hill hat hier einen anderen Synchronsprecher, was zwar kurz irritiert, rückblickend gesehen aber sogar hilfreich ist, weil der Stammsynchronsprecher Thomas Danneberg kaum den richtigen, adligen Tonfall getroffen hätte, der nicht wenig zum Humor beiträgt. Barboni spielt hier so vergnüglich und entlarvend mit den Westernklischees, das es eine wahre Freude ist. Mögen die späteren Hill Filme auch überwiegend platt und zotig gewesen sein, kann man das von diesem früheren Beitrag sicherlich nicht behaupten: Natürlich gibt es die üblichen Sprüche, natürlich gibt es die typischen Prügeleien, aber eines schwingt unübersehbar durch den ganzen Film mit, was man in keinem anderen Spencer/Hill Film findet: Melancholie.


 
Es scheint fast, als ob Barboni, der nicht selten als der Totengräber des Italowesterns bezeichnet wurde, Wehmut über das Aussterben des traditionellen Westerns empfindet. Die voranschreitende Technologisierung, hier in Form der immer weiter in den Westen hinein getriebenen Eisenbahn, ist nichts anderes als eine Art Visualisierung des Sterbens des Genres. Die letzte Einstellung spricht da Bände: Die Eisenbahn hat die drei kleinen Halunken bis ans Meer getrieben – der wilde Westen ist tot, sie können nirgendwo mehr hin, sie sind Relikte einer alten Zeit. Ein wehmütigeres, melancholischeres Ende kann man sich nicht ausdenken. Wer jetzt jedoch vermutete, das „Ein Gentleman im wilden Westen“ (Ein damaliger Alternativtitel) ein trauriger Film sei, kann beruhigt sein, denn der mittlerweile 36 Jahre alte Film ist bei weitem erfrischender, komischer und dazu – man höre und staune – auch mitunter tiefgründiger, als so ziemlich jede andere Westernparodie und spielt so gekonnt mit den üblichen Westernklischees, das es ein absolut unterhaltsames, witziges Vergnügen ist.


 
Zudem kommen selbstverständlich auch diejenigen auf ihre Kosten, die „nur“ einen Terence Hill – wenn auch unter anderen Vorzeichen – erwarten, und die Fans werden nicht enttäuscht: Die Gebrüder Guido und Maurizio deAngelis liefern mit „Don´t loose control“ einen ihrer typischen Spencer/Hill Ohrwürmer ab, der ewige Schurke Riccardo Pizzuti, der in fast allen Spencer/Hill Filmen auftrat, hat hier sogar eine etwas größere Rolle und die Schlussprügelei dürfte zu den längsten in der Hill-Filmographie gehören. Kleinere Abzüge gibt es für die altersbedingt etwas angestaubt wirkende Dramaturgie – das ist eben kein Cutwirrwarr, sondern ein wunderbar altmodischer Film im alten Stil.


 
- Fazit -

Der beste Solofilm von Terence Hill und eine der besten, wenn nicht gar die beste, Westernparodie die es gibt. Bei weitem tiefgründiger und intelligenter als alles, was Barboni oder Hill danach gemacht haben. Trotz einiger urkomischer Szenen und der typischen und erwarteten Zutaten zieht sich eine Melancholie durch den Film, die „Verfluch, verdammt und Halleluja“ auch für Nicht-Hill Fans mehr als nur interessant machen dürfte. Mehr als nur gelungen!

Bewertung: 9 | 10

Durchschnittliche Userbewertung

8.5/10 Bewertung (6 Stimmen)

- DVD FACTS & EXTRAS -

 

DVD Verleihstart:  -
DVD Verkaufstart: 07.11.2008
- Single Disc 
 
Label: Koch Media
Verpackung: Keep Case
 
Ton:
1. Deutsch Dolby Digital 2.0
2. Englisch Dolby Digital 2.0
3. Italienisch Dolby Digital 2.0
 
Untertitel:
- Deutsch

Bild: 2.35:1 (16:9)
Laufzeit: ca. 120 Min.
Uncut: Ja 
 
Extras:

  • Interview mit Riccardo Pizzutti
  • Interview mit Antonio Bruschini
  • Originaltrailer
  • Bildergalerie


Review Extras:
Koch Media hat sich gerade bei der Restaurierung und Neuauflagen alter Klassiker einen hervorragenden Ruf erarbeitet, z.B. bei den Boxen alter Serien wie „Die 2“ oder „Hulk“ . gab man sich nicht nur sehr viel Mühe was die Qualität im Ton und Bildbereich angab, sondern versuchte auch stets, ansprechendes Bonusmaterial zu finden oder sogar neu zu produzieren. Selbiges gilt auch für „Verflucht, verdammt und Halleluja“. 

 
Bild und Ton sind für einen Film diesen Alters hervorragend, kleinere Mängel fallen da so gut wie nicht auf. Besonders positiv fällt jedoch das Bonusmaterial ins Auge: Während andere Verleiher die Spencer/Hill Klassiker weitestgehend ohne Extras auf den Markt werfen, bietet man hier dem Fan gleich zwei „Schätze“ an. 
 
Da wäre zum einen ein ungemein interessantes, unterhaltsames Interview mit dem ewigen Spencer/Hill Gegner Riccardo Pizzutti, der einige Anekdoten von Dreharbeiten und aus seinem Leben zum Besten gibt. Das er nebenbei noch recht harte Worte über das Duo fallen lässt, macht das Ganze gleich noch einmal interessanter. Zum anderen führte man ein Gespräch mit dem Filmhistoriker Antonio Bruschini, der den Film im zeitlichen Kontext analysiert und seine Bedeutung in der Filmographie Barbonis eingehender beleuchtet und Parallelen zum Niedergang des Westerngenres zieht.
 
Beide Interviews sind absolut hervorragend und runden die ohnehin schon gelungene DVD bestens ab. Ein großes Lob dafür, denn offensichtlich wurden beide Specials extra für die DVD Umsetzung produziert. Da könnte sich der eine oder andere Verleiher mal eine Scheibe abschneiden. Wenn jetzt noch ein neueres Interview mit Hill drin gewesen wäre … aber das ändert nichts an den exzellenten Extras. Außedem findet sich noch der Originaltrailer und eine Bildergalerie auf dem Bonusmaterial wieder.

Bewertung: 9 | 10

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10.0/10 rating 1 vote
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