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Aug30

Tödliche Entscheidung

Tödliche Entscheidung

Originaltitel: Before the devil knows you´re dead
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 
2007

Genre: Thriller
Freigabe: FSK-16
Regie: 
Sidney Lumet

Darsteller: Philip Seymour Hoffman, Ethan Hawke, Marisa Tomei, Albert Finney u.a.

Andy bezieht als Immobilienmakler ein sechsstelliges Jahreseinkommen. Um allerdings seinen extravaganten Lebensstil und seinen exzessiven Drogenkonsum zu finanzieren, hat er Geld seiner Firma veruntreut. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Betrug auffliegt. Doch Andy hat eine Idee, wie er seine Probleme lösen kann - zumindest die finanziellen. Er muss nur seinen kleinen Bruder überreden mitzumachen. Hank soll den Juwelierladen ihrer Eltern ausrauben. Doch der Überfall scheitert blutig, mit verheerenden Konsequenzen. Und bald ist den beiden nicht nur die Polizei auf den Fersen.

- Kritik -

Regieveteran Sidney Lumet hat ein faszinierendes Alterswerk geschaffen, das durch eine komplexe, fordernde Erzählstruktur, brillante Schauspieler und der geschickten Vermischung aus Thriller- und Dramaelementen glänzt. Sidney Lumet hat bereits mit seinem ersten Film „Die 12 Geschworenen“ aus dem Jahre 1957 einen Klassiker geschaffen und mit „Serpico“ sicherlich einen Meilenstein in der Karriere von Al Pacino gedreht. Mit „Tödliche Entscheidung“ beweist er nachdrücklich, das er trotz seiner 84 Jahre weit davon entfernt ist, den heutigen Zeitgeist nicht mehr zu treffen. Im Gegenteil: Der Film wirkt bedeutend frischer und intelligenter als das, was ein Großteil jüngerer Kollegen im Thrillergenre abliefern - und das in bester Independent Tradition.


 
Die Geschichte ist im Kern recht simpel und wäre ohne die raffinierte Erzählstruktur nicht weiter bemerkenswert. Doch eben dieser fordernde und komplexe Stil macht „Before the devil knows you´re dead“ [Originaltitel] zu einem kleinen Juwel. Die komplette Geschichte wird aus der Sicht der einzelnen Charaktere erzählt und spielt aufgrund zahlreicher Flashbacks daher gleich auf mehreren Ebenen – zeitlich und subjektiv. Manche Sequenzen ergeben auch erst später einen Sinn, wenn man diese eben aus der Perspektive einer anderen Figur miterlebt. Einige Szenen wurden gar aus verschiedenen Kameraperspektiven gedreht und später einfach nochmal gezeigt – langweilig ist das aber bei weitem nicht. So schwenken Lumet und Drehbuchautorin Kelly Masterson immer wieder in die Vergangenheit, um damit die Motivation der beiden Brüder - und später auch der ihres Vaters - in der Gegenwart zu erklären. Wie ein Puzzle setzt sich dann das Gebilde aus Gier, Schuld, Liebe, Verrat und Sucht langsam aber sicher zusammen.


 
Dabei birgt die Story kein Rätsel, keine Überraschung – vielmehr beobachtet man, wie sich Andy und Hank unaufhaltsam immer mehr ihrem unausweichlichen Ende nähern. Es wirkt fast, als ob sie auf einem hohen Berg stehen und in jeder Sekunde des Films stetig auf den Abgrund zulaufen: Sie können die Geschehnisse nicht aufhalten, egal wie sehr sie sich auch wehren mögen. „Tödliche Entscheidung“ ist bis in die Nebenrollen erstklassig besetzt. Die drei dominierenden Darsteller sind aber sicherlich Albert Finney, Ethan Hawke und Philip Seymour Hoffman; diese Drei tragen und prägen den Film. Wobei die Performance von Ethan Hawke doch etwas überrascht, da er in einigen seiner letzten Filme, z.B. im John Carpenter Remake „Assault on Precinct 13“, etwas blass und fehlbesetzt wirkte. Finney ist gut und charismatisch wie immer, doch Hoffman spielt sie alle an die Wand und gilt nicht umsonst als einer der besten Schauspieler unserer Zeit. 


 
Philip Seymour Hoffman, dem Mainstreampublikum vermutlich am ehesten als Bösewicht aus „M: I 3“ bekannt, glänzte bereits in „Capote“ durch eine sensible Darstellung und bekam dafür auch völlig zurecht den Oscar. Hier hat er auch die Möglichkeit etwas agressiver zu agieren und nutzt das in jeder Sekunde. Es sitzt jede Geste, jede Mimik … das ist einfach überragend, man muss es so deutlich sagen. Schade, das Lumet und Masterson das Niveau nicht über die ganze Spielzeit halten können. So wirken einige Twists sehr bemüht und sind eigentlich unnötig, z.B. die Dreiecksbeziehung der beiden Brüder mit einer Frau. Daher wirkt der Streifen im letzten Drittel vielleicht auch ein wenig gestreckt. Auch das Ende an sich ist etwas unbefriedigend, da es einige Fragen offen lässt. Die Schauspieler überspielen die Mängel zwar grandios, auffallend ist es jedoch trotzdem. Aber auch die kleineren Störfaktoren können nicht darüber hinwegtäuschen, das „Tödliche Entscheidung“ einer der besten Filme ist, die das Jahr 2007 hervorgebracht hat.

 
- Fazit -

Faszinierendes, spannendes Thrillerdrama mit hervorragenden Schauspielern und einer komplexen Erzählstruktur. Unbedingt empfehlenswert. 

Bewertung: 8 | 10

Durchschnittliche Userbewertung

6.3/10 Bewertung (4 Stimmen)

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD-Verleihstart:  12.09.2008
DVD-Verkaufstart: 10.10.2008
- Single Disc 
 
Label: Koch Media
Verpackung: Keep Case
 
Ton:
1. Deutsch DTS 5.1 
2. Deutsch Dolby Digital 5.1
3. Englisch Dolby Digital 5.1
 
Untertitel:
- Deutsch
 
Bild: 1:85:1 (16:9)
Laufzeit: ca. 112 Min.
Uncut: Ja 
 
Extras:

  • Audiokommentar: 
  • Sidney Lumet 
  • Ethan Hawke
  • Philip Seymour Hoffman
  • Making Of 
  • Behind the Scenes
  • Originaltrailer
  • Deutscher Trailer 

Review Extras:
Das erste Extra befindet sich bereits in der Hülle – als eine Art Booklet. Auf der einen Seite stellt Koch Media seine neuesten Produktionen vor, auf der Rückseite befindet sich ein Poster des Films. Eine nette Idee. Aber auch die anderen Extras sind gelungen. Das Making of hat eine recht üppige Laufzeit von 25 Minuten, ist informativ und unterhaltsam. Selbiges gilt für das Behind the scenes Feature, das u.a. auch einige Interviews beinhaltet. Highlight ist jedoch der hervorragende Audiokommentar von Sidney Lumet, Philip Seymour Hoffman und Ethan Hawke, in dem man den Respekt, den beide Schauspieler vor dem Altmeister haben, sehr deutlich wird. Abgerundet werden die Extras von einem Originaltrailer und dem deutschen Trailer. Erstaunlich viel Bonusmaterial für eine Single Edition. Überzeugend jedoch nicht nur vom quantitativen, sondern auch vom qualitativen Standpunkt her. Vorbildlich. 

Bewertung: 9 | 10

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Tobias Hohmann

Tobias Hohmann

   

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