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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   
Aug30

This is England

This is England

Originaltitel: This is England 
Herstellungsland: England
Erscheinungsjahr: 
2006

Genre: Drama
Freigabe: FSK-12
Regie:
 Shane Meadows

Darsteller: Thomas Turgoose, Stephen Graham, Jo Hartley u.a.

Der 12-jährige Shaun ist ein biederer Außenseiter. Seine Hosen, seine Schuhe, seine Haare – alles an ihm ist uncool. Das lassen ihn seine Mitschüler ständig spüren. Doch das Blatt wendet sich, als eine Truppe von Skinheads den Zwölfjährigen unter ihre Fittiche nimmt. Zum ersten Mal fühlt Shaun sich akzeptiert und geborgen in der Clique. Mit neuem Outfit, Doc Martin’s, geschorenem Kopf und einer ganzen Gang hinter sich ist der vaterlose Halbwaise plötzlich jemand – er gehört dazu. Als eines Tages der wesentlich ältere Combo nach mehrjähriger Haft vollgepumpt mit rassistischer Propaganda und Fremdenhass wieder auftaucht und die Führung der Gruppe an sich reißt, folgt Shaun ohne zu zögern dem neuen Übervater in die Reihen der rechtsradikalen Nationalen Front …

- Kritik -

Der englische Film spuckt seit etwa vier Jahren in schöner Regelmäßigkeit ein Highlight nach dem anderen aus: “Footsoldier“, “London to Brighton“ oder eben auch “Blutrache“ von Shane Meadows aus dem Jahre 2004. Und eben dieser Shane Meadows legte 2006 mit „This is England“ seinen zweiten, noch gelungeneren Film vor.


 
Wer aufgrund des Trailers und der Inhaltsangabe den Eindruck gewinnt, das das Thema Rechtsradikalismus im Mittelpunkt der Geschichte steht, wird sich wundern: Denn ebenso wenig wie das Thema Selbstjustiz in „Blutrache“ Kern der Story war, ist es hier die politische Gesinnung der Skinheads die - zwar thematisch scheinbar - im Vordergrund steht, jedoch grundsätzlich nur Mittel zum Zweck ist. Es ging Meadows sehr offensichtlich darum, ein glaubwürdiges, authentisches Bild der damaligen englischen Verhältnisse, Anfang der 80er Jahre, zu zeichnen. Unterstrichen wird dieser Vorsatz durch immer wieder eingespieltes Archivmaterial und den Einsatz des hervorragenden, zeitgenössischen Soundtracks. Meadows nutzt den brisanten Stoff dankenswerter Weise nie, um plakativ und polemisch Stellung zu beziehen, sondern um eine kleine, ungemein bewegende Geschichte zu erzählen. „This is England“ ist vor allem eines: Ein bewegendes, sensibel gespieltes und inszeniertes Drama, dessen Wirkung lange nachwirkt.


 
Das Szenario wirkt – bis auf wenige Ausrutscher, aber dazu später mehr – absolut realistisch und glaubwürdig. Durch den neutralen Inszenierungsstils Meadows ist der Zuschauer hin und her gerissen: Einerseits fühlt man mit Shaun mit, kann nachvollziehen, warum und wieso er sich von Combo angezogen fühlt und wie sich seine Gesinnung ändert. Andererseits ist man zutiefst erschrocken von der Wandlung, die der Junge macht. Trotz aller Neutralität ist „This is England“ aber keineswegs ein kalter Film, sondern ganz im Gegenteil ein sehr emotionaler Trip. Das liegt nicht nur an Meadows subtiler Regie und dem stimmigen Soundtrack, sondern in erster Linie an Thomas Turgoose und Stephen Graham. Der zu diesem Zeitpunkt 14-jährige Turgoose, der auch in dem neuen Shane Meadows Film „Somers Town“ mitspielen wird, ist fast schon beängstigend gut. Er lässt seine Figur nicht zum Spielball der anderen, ebenfalls starken Charaktere werden, sondern stellt sie aufgrund seines eindringlichen Spiels stets in den Mittelpunkt der Geschichte. Graham ist jedoch noch besser, weil die Figur Combo im Grunde ein Unsympath und zu Beginn auch beabsichtigt so angelegt ist. Erst nach und nach offenbart Combo auch andere Eigenschaften, die Graham aufgrund seines Charismas hervorragend darstellt. Zudem ist Grahams Figur ein zerrissener Charakter, dessen Launen sich von einer Sekunde zur anderen ändert. Die Art und Weise wie er diesen schwierigen Balanceakt meistert ist allergrößtes Kino und sieht man in dieser Qualität wahrlich nicht allzu häufig.


 
Perfekt ist „This is England“ jedoch auch nicht. Der Film ist einfach zu kurz und endet arg schnell, man hängt als Zuschauer etwas in den Seilen. Das mag Ziel von Meadows gewesen sein, wäre aber auch realisierbar gewesen, wenn man eine längere Laufzeit gewählt hätte. Die vorhandene Laufzeit füllt Meadows – und auch hier gibt es Parallelen zu „Blutrache“ – teilweise mit zuviel Ballast und Unstimmigkeiten. Warum er die Beziehung von Shaun zu einem weitaus älteren Mädchen einführt, wird wohl nur er selber wissen. Dieser Storyzweig wirkt aufgesetzt, künstlich, bringt der Figur und dem Film nichts und führt nirgendwo hin. Zudem wird auch der häusliche Konflikt auffallend lieblos abgehandelt. Hier wäre sicher mehr drin gewesen. Dafür legt er jedoch einen erstklassigen Schluss hin, der zwar die oben genannten Unstimmigkeiten nicht vergessen machen kann, aber etwas versöhnlicher stimmt.
 

- Fazit -

Ein grandioser, wunderschöner Film. Dank der subtilen Regie nie polemisch und exzellent gespielt. Der Soundtrack ist das Sahnehäubchen. Die Mängel sind zwar offensichtlich, aber im Gesamtkontext (überwiegend) verschmerzbar. Der englische Film lebt – wer dafür noch einen Beweise braucht, sollte sich „This is England“ anschauen: Eines der schönsten Dramen der letzten Jahre.

Bewertung: 8 | 10

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4.5/10 Bewertung (4 Stimmen)

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD-Verleihstart:  20.11.2007
DVD-Verkaufstart: 06.12.2007
- Single Disc 
 
Label: Ascot-Elite
Verpackung: Keep Case
 
Ton:
1. Deutsch Dolby Digital 5.1
2. Englisch Dolby Digital 5.1
 
Untertitel:
- Deutsch
 
Bild: 1.85:1 (16:9)
Laufzeit: ca. 98 Min.
Uncut: Ja
 
Extras:

  • Trailershow
  • Englischer Trailer
  • Deutscher Trailer 

Review Extras: 
“This is England” erschien in 2 Versionen: Einmal als Single Disc und einmal als Special Edition mit einer Bonus DVD. Uns lag die Single Disc vor – und auf der findet man leider bis auf den Trailer und der Trailershow überhaupt keine Extras. Das ist zwar verschmerzbar, weil es ja lohnenswerter Weise die Special Edition gibt, aber aufgrund der uns vorliegenden DVD

Bewertung: 1 | 10

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Tobias Hohmann

Tobias Hohmann

   

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