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Mär29

The Green Inferno - Director's Cut

The Green Inferno - Director's Cut

Originaltitel: The Green Inferno
Herstellungsland: USA

Erscheinungsjahr: 2013
Genres: Horror, Thriler
Freigabe: FSK-18
Regie: Eli Roth
Darsteller: Lorenza Izzo, Ariel Levy, Daryl Sabara u.a.

Preis: EUR 14,99


 

Inhalt: Die Studentin Justine (Lorenza Izzo) hat ihr ereignisarmes Leben satt. Das Studentenleben in New York bietet kaum noch Erfüllung. Um einmal im Leben politisch aktiv zu sein, für eine höhere Sache zu kämpfen und etwas bewegen zu können schließt sie sich Alejandro (Ariel Levy) und seiner ökologisch orientierten Aktivistengruppe an. Verliebt und von Tatendrang und Protestparolen beseelt bricht Justine mit der Gruppe in den peruanischen Dschungel auf um gegen die Regenwaldrodung und für den Schutz eines zivilisationsfern lebenden Eingeborenenstamms zu protestieren. Stress und Gefahr während der Protestaktion erweisen sich jedoch als banal im Vergleich zu dem, was der Gruppe noch bevorsteht. Denn auf dem Rückflug stürzt ihr Flugzeug über der grünen Hölle ab. Fernab der Zivilisation entpuppen sich die einzigen schutzbietenden Menschen im unwegsamen Urwald als natives Kannibalenvolk…

  


 

 



- Kritik -
   

Eli Roth entstaubt mit seiner vierten Film-Regiearbeit das längst in Vergessenheit geratene Horror-Subgenre des Kannibalen-Filmes. Dieses überaus grenzwertige und bisweilen durch die eingebauten Tier-Snuff-Szenen auch widerwärtige Genre, entstammt aus dem italienischen Exploitation-Kino der 70er Jahre und verschwand bereits nach wenigen Jahren wieder in der Versenkung. Zu den bekanntesten Vertretern gehören "Mondo Cannibale" (1972) von Umberto Lenzi und "Nackt und zerfleischt" (1980) von Ruggero Deodato. Zwar ist die Figur des Kannibalen - vor allem dank Gourmet Hannibal Lector - mittlerweile fest in der Popkultur verankert, aber die hartgesottenen Menschenfresser-Freunde bekamen dann doch eher überwiegend filmische Rohkost serviert und mussten knapp 30 Jahre auf eine weitere deftige Schlachtplatte warten.



Handwerklich liefert der erfahrene Genre-Regisseur erwartungsgemäß gute Arbeit ab.  Besonders die exotischen Landschaftsaufnahmen sind recht gelungen, auch wenn hierbei die Bilder stellenweise zu hochglanzpoliert daherkommen. Dies trübt etwas die Atmosphäre und lässt den Streifen weniger düster und dreckiger erscheinen als seine Vorbilder aus den 70er Jahren. Jedoch hält Eli Roth mit einer kurzweiligen und effekttechnisch überzeugenden Inszenierung dagegen. Selbstverständlich verzichtet der Amerikaner auf die mit nichts zu legitimieren Tierquälereien und bietet zudem auch keine CGI-Tiertötungsszenen als Ersatz an. Dafür sind die Gore-Szenen bezüglich der Verspeisung der Aktivisten-Gruppe überaus deftig und schonungslos in Szene gesetzt, so dass es schon sehr verwunderlich ist, dass Roths blutige Schlachtplatte  ungeschnitten von der FSK durchgewunken wurde.

Unfassbar was der Tarantino-Kumpel hier an Ekeleien veranstaltet. Natürlich gehören diese unappetitlichen Gewaltspitzen zu einem anständigen Kannibalen-Streifen, der sich als Hommage an die Genre-Vorbilder des italienischen Exploitation der 70er Jahre versteht. Aber für weniger hartgesottene Genre-Gourmets  dürfte die Zubereitung der naiven möchtegern Umweltaktivisten schon mehr als grenzwertig sein. Zudem kann "The Green Inferno" den Zuschauer trotz der kredenzten Ekeleien nicht wirklich schockieren, daher erreicht der Film auch nicht die Intensität vergleichbarer Genre-Produktionen. Ein weiterer Schwachpunkt der fast 3 Jahre auf Eis gelegenen Produktion, ist der stümperhafte Einsatz von Humor. So offenbaren sich die gedachten Humoreinlagen einfach nur als lächerlich und erzeugen sogar das eine oder andere Mal ein Fremdschäm-Gefühl beim Betrachter.

Über die Darstellerleistungen der größtenteils verspeisten Aktivisten-Gruppe müssen nicht viele Worte verloren werden, da diese mehr schlecht als recht in ihren austauschbaren und klischeebeladenen Charakteren verharren. Einzig Hauptdarstellerin Lorenza Izzo als jungfräuliche Justine sticht aus der verschleppten Gruppe heraus und bleibt im Gedächtnis. Jedoch geht das weitestgehend in Ordnung, da die Charaktere als Hommage an die zum Vorbild genommenen Exploitation-Werke gut funktionieren und letztlich sind sie auch nur als Mahlzeit für die hungrigen Eingeborenen gedacht. Dagegen wirkt der Kannibalen-Stamm immens authentisch und wird zudem von Antonieta Pari als Dorfälteste „Chef-Köchin“ und Ramón Llao als Medizinmann „Metzgermeister“ beängstigend gut angeführt.  

  

- Fazit -  

"The Green Inferno" macht sicherlich einige kapitale Fehler, wie etwa den stümperhaft eingesetzten Humor und der etwas zu hochglanzpolierten Optik. Zumal die rohe Inszenierung mit ihrem hohen Gewaltgrad auch nicht jedem Zuschauer munden dürfte. Aber schlußendlich liefert Eli Roth hier eine gelungene Hommage an den italienischen Kannibalen-Exploitation Film der 70er Jahre ab, die vor allem Genre-Liebhaber gut und kurzweilig zu unterhalten vermag.

Wertung: 6|10

Durchschnittliche Userbewertung

7.3/10 Bewertung (3 Stimmen)

 

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verkaufstart: 3. März 2016
DVD Verleihstart: 3. März 2016

Publisher: Highlight/Constantin
Verpackung: Keep Case (Amaray)
Wendecover: Nein

Bild: 2,40:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 97 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1. Dolby Digital 2.0 Stero)
2. Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: 
- Deutsch für Hörgeschädigte

Extras:

  • Der Dreh (1:23 Min.)[Untertitel: Deutsch]
  • Die Dorfbewohner (1:22 Min.)[Untertitel: Deutsch]
  • Eli Roth über Green Inferno (1:14 Min.)[Untertitel: Deutsch]
  • Lorenza Izzo über die Arbeit im Amazonas (1:07 Min.)[Untertitel: Deutsch]
  • Lorenza Izzo über die Rolle Justine (0:59 Min.)[Untertitel: Deutsch]
  • DJ Ashba - Musikvideo (1:24 Min.)[Untertitel: Deutsch]
  • Deutscher Trailer The Green Inferno (1:07 Min.)
  • Englischer Trailer The Green Inferno (1:05 Min.)
  • Unsere DvD/BD Empfehlungen (2:44 Min.)
  • Trailershow:
    • Big Bad Wolves (2:11 Min.)
    • Halloween Resurrection (2:13 Min.)
    • Texas Chainsaw 3D (2:26 Min.)
    • Motel Room 13 (2:25 Min.)
    • The Sacrament (3:13 Min.)
    • Er ist wieder da (1:01 Min.)
    • Wrong Turn 1 (2:13 Min.)

Kritik Extras
Die DVD beinhaltet neben dem ungeschnittenen Director's Cut erfreulicherweise auch einige wenige Extras. So bekommt der Käufer zum einen zwei kurze Clips vom Dreh serviert, zum anderen gibt es noch ein paar Mini-Interviews von Macher Eli Roth und Hauptprotagonisten Lorenza Izzo zu sehen. Abgerundet werden die überschaubaren Extras von einem Musikvideo von DJ Asha und den obligatorischen Trailern in Deutsch und Englisch. Insgesamt kommen die Extras zwar nur auf eine Laufzeit von knapp 10 Minuten, aber es ist zumindest lobenswert, dass der deutsche Verleih diese - zusammen mit dem Director's Cut - auf die Scheibe gepresst hat.

Wertung: 3|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

3.0/10 rating 1 vote
Florian Wurfbaum

Florian Wurfbaum

   

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