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Aug29

Street Fighter - Assassin's Fist

Street Fighter - Assassin's Fist

Originaltitel: Street Fighter: Assassin’s Fist
Herstellungsland: Großbritannien

Erscheinungsjahr: 2014
Genres: Action, Thriller, Drama
Freigabe: FSK 16
Regie: Joey Ansah
Darsteller: Mark Killeen, Togo Igawa, Mike Moh, Joey Ansah, Hal Yamanouchi u.a.

 

In der abgelegenen Bergwildnis Japans werden Ryu und Ken von ihrem Meister Gōken ausgebildet, ohne zu wissen, dass sie die letzten Schüler eines längst vergessenen Kampfstils sind. Das Training ermöglicht sie dazu, ihre Chi-Energie zu manipulieren und diese als tödliche Waffe einzusetzen. Doch das Ausüben dieser Kampftechnik ist mit hohem Risiko verbunden. Als die beiden Street Fighter die Wahrheit darüber erfahren, dass sie die letzten Krieger dieses Kampfstils sind, offenbart sich ihnen Stück für Stück die geheimnisvolle und düstere Vergangenheit ihrer Meisters. Um sich von diesem dunklen Erbe und den Fesseln der Tradition zu lösen, müssen sie sich ihrem Schicksal und den Dämonen aus vergangenen Zeiten stellen.

- Kritik -   

„Wie ich an das Street Fighter Drehbuch herangetreten bin ist ganz einfach. Wirf alles über Bord und fange bei den Figuren an. Vergiss für einen Moment die Kämpfe, vergiss die Kostüme, vergiss die flammenden Hadokens, gehe zurück zur Basis dessen was die Figuren ausmacht.“ Das sagte Justin Marks, Drehbuchautor von STREET FIGHTER: THE LEGEND OF CHUN-LI (2009) in einem Interview. An den Kinokassen floppte STREET FIGHTER allerdings gnadenlos (weltweit keine 12 Millionen Dollar) und für viel Aufregung sorgte das Drehbuch bestenfalls im negativen Sinne. Entsprechend fragwürdig ist Marks Vorgehensweise zu beurteilen. Als Videospielefan ist man ohnehin leidgeprüft, greifen doch die meisten Verfilmungen nicht einmal ansatzweise die Essenz der Vorlage auf. Umso erfreulicher, dass es eine kleine Webserie geschafft hat, sich der beliebten STREET FIGHTER Ken und Ryu anzunehmen und dabei die Kontrolle nicht in die Händen großer Studiobosse abgegeben hat, die das Beat’em Up noch nie gespielt haben. 

Bereits 1994 hatte die Fangemeinde die unsägliche STREET FIGHTER Verfilmung mit Jean-Claude Van Damme in der Hauptrolle über sich ergehen lassen müssen. Damals war man offenbar überzeugt davon, dass der Soldat Guile die beste Wahl wäre, um einen Street Fighter Film zu tragen. 2009 fuhr man eine weitere Adaption mit Vollgas an die Wand. In CHUN-LI holte man Kristin Kreuk als titelgebende Heldin ins Boot und ließ Leute wie den Sänger Taboo Vega spielen, während Neal McDonough Bison mimte. Mit Dion Lam hatte man zwar einen erfahrenen Kampfchoreographen an Bord, aber erneut entschied man sich für eine durchaus beliebte Kämpferin, traute sich aber nicht an die wichtigsten Figuren heran und distanzierte sich zudem von der Essenz der Spiele: Den Kämpfen. 

Dass man dem Spiel in beiderlei Hinsicht, also in Bezug auf Kämpfe, als auch auf Story, gerecht werden kann, zeigte der Animationsfilm STREET FIGHTER II: THE ANIMATED MOVIE aus dem Jahre 1994. Und auch die 26 Episoden umfassende Serie STREET FIGHTER: THE ANIMATED SERIES (1995-1996) ließ sich sehen. Ein Jahr nach dem totalen Desaster, dass CHUN-LI darstellte, wurde von Regisseur Joey Ansah ein 3-minütiger Clip ins Internet hochgeladen. In diesem gingen die zwei bekanntesten Street Fighter Recken Ryu und Ken in gewohnter Manier aufeinander los. Joey Ansah schlüpfte zudem noch selber in die Rolle des Kämpfers Akuma. Der Clip sorgte im Internet für ordentliche Aufmerksamkeit, denn trotz der Kürze, zeigte er eindrücklich, dass auch die Spezialangriffe wie der Shoryuken sowie der Hadoken auch in einem Live-Action-Film glaubwürdig umgesetzt werden können. Zudem wirkten die beiden Darsteller Christian Howard (Ken) und Jon Foo (Ryu) in ihren authentischen Kostümen ebenfalls überzeugend (was man von Van Damme nicht behaupten kann). Wobei man tatsächlich die übertrieben ausgearbeiteten Augenbraue Ryus kritisch beäugen darf. Hinsichtlich der Story konnte man selbstverständlich kein Urteil fällen, aber die Fans waren angefixt. Zwei Jahre gingen ins Land bis schließlich auf der ComicCon verlautbart wurde, dass eine Webserie in Produktion gehen würde, die man mittels einer Kickstarter-Kampagne finanzieren wollte. Nachdem Privatinvestoren das Projekt bezuschussten, konnte man den Crowdfunding-Ansatz jedoch zu den Akten legen und sich an die Produktion machen. Am 23. Mai 2014 wurde die Serie schließlich über Machinima auf Youtube gepublisht und zog die Zuschauer scharenweise an. 

Auf Grund des doch eher eingeschränkten Budgets STREET FIGHTER: ASSASSIN’S FIST ist ein klassisches Prequel geworden, bei dem man den Fokus auf die beiden bekanntesten und vermutlich auch beliebtesten Figuren Ryu und Ken legte. Die Serie greift die Zeit der beiden ungleichen Freunde während ihrer Lehrjahre bei ihrem Sensei Gouken (Akira Koieyama) auf. Verstärkt geht man auf die Charaktere ein und die unterschiedlichen Motivationen und Probleme, welche die beiden Freunde antreiben. Ken (Christian Howard) sieht stets alles und jeden als ein zu überwindendes Objekt an, welches ihm in den Weg gelegt wird. Er ist ein typischer Rebell, der dabei stets Gefahr läuft den Pfad der Dunkelheit zu beschreiten. Auf der anderen Seite ist jedoch Ryu (Mike Moh) der sein Selbst besiegen muss, um sein volles Können zu entfalten. Gouken weiß welche Gefahren der kurze Weg zur Macht in sich birgt und unterstützt seine beiden Schüler so gut es geht, damit sie sich nicht der dunklen Seite hingeben. 

In einer Geschichte innerhalb der Geschichte wird zusätzlich noch auf Goukens Lehrjahre eingegangen, die er mit Gouki (Gaku Space) antrat. Gouki unterlag der Versuchung, erlangte riesige Kräfte, opferte hierfür allerdings seine Menschlichkeit. Gouki wurde zu zu Akuma (Joey Ansah), einem Dämon. Um dieses Schicksal bei Ryu und Ken zu verhindert, setzt Gouken alles daran, seine Schüler auf den richtigen Pfad zu führen, doch die Vergangenheit droht Gouken, Ryu und Ken aufzuholen. 

Für das Drehbuch schreiben Joey Ansah und Christian Howard verantwortlich. Die beiden Freunde sind bekennende Street Fighter Fans und leidenschaftliche Kampfkünstler. Beides ließen sie mit viel Herzblut in STREET FIGHTER: ASSASSIN’S FIST einfließen. Das Ergebnis ist wirklich beachtlich. Trotz des geringen Budgets ist ASSASSIN’S FIST die mit Abstand beste Adaption geworden. Bei den eher schwachen Vorlagen, zunächst einmal kein schwieriger Unterfangen. Doch auch für sich betrachtet, ist die Serie wirklich mehr als gelungen. Dass sich hier Leute zusammengefunden haben, die nicht einfach das schnelle Geld gesucht haben, ist spür- und sichtbar. Weder verliert man die Figuren aus den Augen, noch lässt man die Kämpfe unter den Tisch fallen. 

Ken und Ryu, Gouken und Gouki/Akuma sind fein ausgearbeitete Figuren, die authentisch sind und voller Leben stecken. Zusätzlich erkennt man in ihnen die Figuren, die man aus den Spielen kennt. Dies gilt sowohl für die Optik (außer bei Gouken), als auch für die Charaktere (die in den Spielen allerdings längst nicht so stark ausgearbeitet sind). Allerdings sollte man auf keine sonderlich großen Spannungskurven hoffen oder eine ausgefeilte Dramaturgie erwarten. In klassischer Serienform, arbeitet man zwar mit Storyhooks und Cliffhangern, jedoch haben diese nicht eine Zugkraft wie man sie bei den großen Vorbildern kennt. Dafür wirken sie aber auch nicht aufgesetzt. 

 

In manchen Momenten schwächelt die Hintergrundgeschichte um Gouken und Gouki ein wenig, wirkt sie doch (gewollt) wie ein Spiegelbild der „Gegenwart“, kopiert diese aber nur allzu häufig, ohne viel Neues zu bieten. Außerdem ist es natürlich ein wenig schade, dass man von der restlichen Street Fighter Riege nichts zu Gesicht bekommt. Doch bei der diesjährigen ComicCon wurde bereits ein Sequel angekündigt, dass mit weiteren Kämpfern aufwarten wird. Doch trotz der kleineren Mängel bleibt ASSASSIN’S FIST stets unterhaltsam. 

Außerdem webt man viele Goodies für Fans ein. Man beantwortet beispielsweise die Frage, weshalb die Grundstellung Ryus und Kens wie die von Boxern wirkt. Oder wie Ryu zu seinem roten Stirnband kommt. Selbst ein weiterer Capcom-Held (Mega Man) findet seinen Weg in die Film und auch die beliebten Titelmelodien werden sinnvoll eingebunden. Hier zeigt sich, dass man sich wirklich Gedanken gemacht hat und sich in der Szene auskennt. 

 

Das es nicht langweilig wird, liegt aber zu großen Teilen an der Kurzweil der jeweiligen Episoden und den zahlreichen Kämpfen, die man untergebracht hat. Mit einer absoluten Selbstverständlichkeit greift man den Stil der Kämpfe in den Spielen auf. Dies fängt bei der Grundstellung der Kämpfer an, geht über die allgemeinen Bewegungen und die Würfe, bis hin zu den zahlreichen Spezialattacken. Die Umsetzung ist wirklich tadellos. Die Kämpfe dynamisch, mit viel Wiedererkennungswert und sauber ausgeführten Techniken, hinter denen Kraft steckt. Hierbei profitiert man von der Expertise aller Beteiligten. Joey Ansah durfte bereits in DAS BOURNE ULTIMATUM (THE BOURNE ULTIMATUM, 2007) gegen Matt Damon zu Felde ziehen und trainiert schon seit Jahren in diversen Kampfkünsten. Christian Howard ist ebenfalls ein versierter Kampfkünstler. Gleiches gilt für Mike Moh, der bereits mit Jackie Chan in ROB-B-HOOD (2006) auf der Mattscheibe zu sehen war. Nebenbei bemerkt ist Mike Moh als Ryu deutlich besser besetzt als seinerzeit John Foo im LEGACY-Kurzfilm. Dass sich die Herren auf ihre Kämpfe verstehen ist überaus positiv und gibt der Serie den richtigen Anstrich. Außerdem spürt man auch, dass die Beteiligten wirklich viel Spaß bei den Dreharbeiten in Rumänien hatten. Wenn man bei den Kämpfen etwas bemängeln könnte, wäre es die Tatsache, dass alles recht zweidimensional abläuft. Wobei man das gewählte Stilmittel nur schwerlich als Mängel ankreiden kann.

Leicht gedeckte Farben dominieren das Bild des Films, werden bei den Rückblenden sogar noch etwas blasser. Ein klassischer Retro-Look, der jedoch nie überstilisiert wirkt. Joey Ansah beweist sowohl in den ruhigen, als auch in den temporeichen Momenten ein gutes Händchen und lässt auch mal Bilder für sich sprechen. Außerdem erliegt er nicht der Versuchung, die Kämpfe als reinen Selbstzweck zu inszenieren. Er ist sogar so mutig, manche Kämpfe gar nicht zu zeigen. Das Risiko hat sich gelohnt, denn STREET FIGHTER: ASSASSIN’S FIST ist eine wirklich gelungene Serie, die den großen Hollywood-Produktion zeigt, dass man der Vorlage treu bleiben kann, ohne langweilig zu werden. Glücklicherweise wurde der Einsatz belohnt und so kann man voller Zuversicht in die Zukunft blicken und auf den Release von STREET FIGHTER  II: THE WORLD WARRIOR warten.

  

- Fazit - 

Als Fan muss man sich bei Capcom, Joey Ansah, Christian Howard und Mike Moh für die gelungene Arbeit bedanken. STREET FIGHTER: ASSASSIN’S FIST ist eine Serie von Fans für Fans, prall gefüllt mit Anspielungen. Trotzdem man sich auf die Charaktere konzentriert, vernachlässigt man die Kämpfe nicht. Deren Choreographie ist gelungen, darf aber gerne beim nächsten Mal etwas mutiger werden. Bedauernswert allerdings, dass man mit Ryu, Ken, Gouken und Akuma nur einen kleinen Einblick in die Welt der Street Fighter bekommt. Für Fans der Spiele ist die Serie Pflicht, für Fans des gepflegten Martial-Arts-Films ebenfalls eine Empfehlung wert. 

Wertung: 8.5|10

Durchschnittliche Userbewertung

6.5/10 Bewertung (6 Stimmen)

 

- Blu-ray FACTS UND EXTRAS -

 

Blu-ray Verleihstart: 29. August 2014
Blu-ray Verkaufstart: 29. August 2014

Publisher: Polyband

Verpackung: Blu-ray Case (Amaray)
Wendecover: Ja

Bild: 1,78:1 (1080p)
Laufzeit: ca. 140-Minuten
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (DTS-HD 5.1)
2. Englisch (DTS-HD 5.1)

Untertitel: 
- Deutsch

Extras

  • Making Of
  • Deleted Scenes
  • Kens Videotagebuch
  • Audiokommentar
  • Outtakes

 

Kritik Extras
Die Extras sind umfangreich und interessant. Making Of, Deleted Scenes, Kens Videotagebuch, Audiokommentar und Outtakes. Für eine Produktion der Größenordnung hat man sich hier nicht lumpen lassen. Erneut ein Beweis dafür, dass man sich für die Fans interessiert.

Wertung: 7|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

7.0/10 rating 1 vote
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