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Mai02

Sin Reaper

Sin Reaper

Originaltitel: Sin Reaper
Herstellungsland: Deutschland
Erscheinungsjahr: 2012
Genre: Thriller, Horror
Freigabe: FSK-18
Regie: Sebastian Bartolitius
Darsteller: Helen Mutch, Lance Henriksen, Nico Sentner u.a.


 

Inhalt: Samantha Walker (Helen Mutch) wird seit Jahren von höllischen Visionen und Albträumen heimgesucht. Sie beschleicht die Ahnung, dass ihre Qualen mit ihrer Vergangenheit zusammenhängen könnten. Als Baby wurde die junge Frau aus Deutschland in die USA adoptiert. Den Rat ihres Psychologen Dr. Hoffman (Lance Henriksen) folgend, reist sie in ihr ursprüngliches Heimatland, wo all ihre Vorfahren herstammen. In einem ehemaligen Kloster in Wallenhausen vermutet sie den Schlüssel zu ihrer Herkunft und macht sich dort auf die Suche. Doch mit dem Einbruch in das Kloster beginnt für sie und ihr Team eine Hetzjagd um Leben und Tod. Ein maskierter Mönch hat es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, ihre Begleiter einem nach dem anderen umzubringen. Wird es Samantha schaffen, zu überleben und Licht in ihre verschwommene Vergangenheit zu bringen?

 


 

 


- Kritik -  

Sie genießen nicht unbedingt den besten Ruf! Viele denken dabei sofort an Krimis, Kriegs-Dramen oder Komödien. Liebesschnulzen von Schweighöfer oder Schweiger dominieren die deutsche Kinolandschaft und es hat den Anschein, dass die deutschen Filmemacher immer wieder auf das gleiche Pferd setzen. Ausnahmen wie „Anatomie“ bestätigen dabei die Regel. Zugegeben: In Fällen von „Keinohrhasen“ oder „Friendships“ funktioniert diese Strategie wunderbar, denn die Ergebnisse liefern ausreichende Argumente auch weiterhin daran festzuhalten. Einheimische Filme, die dem gängigen Einheitsbrei nicht entsprechen, weil sie dem Action oder Horror-Genre zugeteilt sind, haben es dagegen schwer, da sie gegen viele Klischees ankämpfen müssen wie: „Naja, für einen deutschen Film war der ja ganz ok, aber…“. Schaut man aber etwas genauer hin, findet man eine Vielzahl deutscher Produktionen, die schon längst mit denen aus Hollywood mithalten können und in sämtlichen Sparten vertreten sind. Kein geringerer als Bernd Eichinger produzierte Kinohits wie „Resident Evil“ oder „Fantastic Four“, von denen viele Leute denken, es wären US-Streifen. Aufgrund dieser Klischees, ist dieser amerikanische „Deckmantel“ nicht ganz ungewollt. Das gilt sicher auch für Studios - die weniger Mainstream orientiert und mit kleineren Budgets arbeiten - und natürlich Interesse daran haben, ihre Filme unter das Volk zu bringen und zu vermarkten. Aufgrund der beschriebenen Situation, lässt sich hinter dem Titel „Sin Reaper“ auf dem ersten Blick nicht zwingend ein deutscher Slasher vermuten.

Im Bereich des Slasher-Films gab es in den letzten Jahren immer wieder Versuche, sich an Klassikern wie „Halloween“ oder „Scream“ zu orientieren, ohne das dabei neue Akzente gesetzt werden konnten. So blieb es – in verschiedenen Variationen - bei den immer gleichen Strickmustern. Keine Frage: „Sin Reaper“ erfindet das Genre nicht neu, kann aber mit einer recht innovativen Story punkten, die gar kleine Überraschungen zu bieten hat. Die Umsetzung dagegen, lässt das ein oder andere Mal deutlich zu wünschen übrig, insbesondere der Gewissheit geschuldet, dass bei diesem ambitionierten Streifen durchaus einiges mehr drin gewesen wäre.

Für sein Regie-Debüt stellten die Produzenten dem Regisseur Sebastian Bartolitius mit rund 1,2 Millionen Euro kein üppiges, aber für eine Indie-Produktion durchaus solides Budget zur Verfügung, welches die Macher OHNE! Fördergelder aufbrachten. Respekt! Das Geld hat man – in Bezug auf Cast, Set und Splatter-Einlagen – sehr bedacht eingesetzt. So konnte man mit Lance Henriksen (Aliens) einen namenhaften Star verpflichten, der zwar nur sekundär ins Geschehen eingreift und eine relativ kurze Screentime hat, aber durch seine Präsenz jedes Projekt grundsätzlich aufwertet und nicht unwesentlich als Moneymaker für die weltweite Vermarktung dient. Als Hauptdarstellerin macht die englische Schauspielerin Helen Mutch keine schlechte Figur und setzt sich vom recht behäbig und teils amateurhaft agierenden restlichen Cast ab, wobei die talentierte Newcomerin Hazuki Kato (Atomic Eden) und der durch die Sat.1 Comedy-Serie „Sechserpack“ bekannte Hanno Friedrich noch am positivsten auffallen. Für Henriksen, Mutch und Kato war es der erste Deutschland-Dreh überhaupt. Den Mittelpunkt bildet ein altes Kloster, dass perfekt in die Szenerie passt, die nötige Atmosphäre vermittelt und welches dem blutigen Treiben des metzelnden Killers ein paradiesisches Umfeld bereitet. Stellenweise erinnert „Sin Reaper“ gar an eine Edgar Wallace Verfilmung. Doch trotz der guten Voraussetzungen schafft es Bartolitius nicht, diese hervorragenden Steilvorlagen zu nutzen.

Die Dialoge sind hölzern, die Geschichte – die durchaus Potenzial bietet - kommt nur stotternd in die Gänge und die tolle Lokation wird nicht optimal genutzt. Erst zum Ende hin nimmt der Film an Fahrt auf, wenn der Killer – der selbst zwar ziemlich gelungen ist, aber nicht wirkungsvoll und nur uninspiriert und sporadisch zum Einsatz kommt – einen nach dem anderen abschlachtet. Die sparsamen Splatter-Effekte sind ok, aber gerade diesbezüglich hätte man noch etwas konsequenter auf die Tube drücken und die Opfer wesentlich spektakulärer über die Klinge springen lassen können. Das wirkt dann teilweise schon zu harmlos. Die Klischees, die bei Slashern üblich sind, werden auch hier bedingt erfüllt (wo sind die kreischenden, nackten Mädels?) und in Form von komischen und dümmlichen handeln der Protagonisten während ihrer Flucht dargestellt. Immer wieder blitzten gute Momente auf, doch die schwerfällige und langatmige Inszenierung bremst diese Phasen wiederholt aus. Das relativ gelungene Finale und die dazugehörige Auflösung entschädigen den geduldigen Zuschauer aber zu guter Letzt für so manchen Leerlauf.

Erwähnenswert hervorzuheben ist der Score von Carsten Benninghoff, mit dem er sich durchaus für zukünftige Aufgaben empfohlen hat. Insgesamt wird aber einfach zu viel vorhandenes Potenzial verschenkt. Schade. 

Tipp:

Die Liste von Slasher-Filmen (click) 

 

                      - Fazit -

„Sin Reaper“ ist ein atmosphärischer Schocker in der Tradition von Slashern wie „Halloween“ und „Freitag der 13“. Dieser Satz beschreibt den Film und die Intention dahinter recht passend, nur gelingt es Bartolitius mit seinem Erstlingswerk nur bedingt, die Vorgaben umzusetzen. Sein Film knüpft nur entfernt an die großen Vorbilder an, da es trotz guten Möglichkeiten an Schock-Momenten, nackter Haut, Blut und vor allem Tempo mangelt. Der ambitionierte Streifen kommt träge aus den Startlöchern und bremst sich zu oft selbst aus. Positive Aspekte wie Setting, Score und vor allem der ziemlich coole Killer in Mönchskutte – aus dem viel zu wenig herausgeholt wurde - kann man unter der Kategorie „respektable Ansätze“ verbuchen. Im Vergleich mit anderen Filmen dieses Genres und Preisklasse ist „Sin Reaper“ sicher nicht schlechter, aber er hätte durchaus das Zeug gehabt, sich von der der teils unterirdischen DVD und TV-Horror-Grütze deutlicher abzusetzen. Was bleibt, sind ein bestenfalls durchschnittlicher Low-Budget - Slasher Made in Germany, der Fans mit entsprechender Erwartungshaltung befriedigen dürfte und die Hoffnung, dass noch einige Produktionen der Reaper- Macher folgen und aus den vermeidbaren Schwächen dieser Produktion die Lehren gezogen werden. Zutrauen sollte man es ihnen allemal.

Wertung: 5 | 10

Durchschnittliche Userbewertung

6.6/10 Bewertung (10 Stimmen)

 

- Bluray FACTS UND EXTRAS -

 

Bluray Verleihstart: 18.Oktober 2013
Bluray Verkaufstart: 25. Oktober 2013

Publisher: Justbridge Entertainment
Verpackung: Blu-ray Case (Amaray)
Wendecover: Nein

Bild: 1.77:1 - 16:9
Laufzeit: ca. 90 Minuten
Uncut: Ja

Ton:
1.Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0)
2.Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0)

Untertitel:
Keine

Extras:

  • Deleted Scenes
  • Halloween Special: Behind the Scenes von und mit Hanno Friedrich 
  • Trailershow

Kritik Extras
Ton und Bild-Qualität sind in Ordnung. Ein nettes „Behind the Scenes – Halloween Special“ von und mit Hanno Friedrich und die „Deleted Scenes“ machen aus dem Silberling eine recht zufriedenstellende VÖ. PS: Der Film ist in 2D und 3D abspielbar.

Wertung: 5|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

7.5/10 Bewertung (2 Stimmen)
Kevin Zindler

Kevin Zindler

   

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