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Okt05

[REC]³ Génesis

[REC]³ Génesis

Originaltitel: [REC]³ Génesis
Herstellungsland: Spanien

Erscheinungsjahr: 2012
Genres: Horror, Komödie
Freigabe: FSK-18
Regie: Paco Plaza

Darsteller: Leticia Dolera, Javier Botet, Diego Martín, Carla Nieto, Mireia Ros u.a.

Clara (Leticia Dolera) und Koldo (Diego Martín) feiern den schönsten Tag ihres Lebens: ihre Hochzeit. Das ändert sich aber schnell, als einer der Gäste Zeichen einer seltsamen Krankheit aufweist und beginnt, Blut zu spucken. Als andere Besucher sich rasend schnell anstecken und auf die anderen losgehen bricht die Hölle aus. Die gemütliche Festivität wird zum hysterisches Schlachtfest, in der sich die Hochzeitsgesellschaft in einem Kampf um Leben und Tod wiederfindet. Clara und Koldo müssen so schnell wie möglich entkommen - und wie lässt sich das Killer-Virus stoppen?

- Kritik -

Der spanische Horrorschocker [REC] schlug 2007 international wie eine Bombe ein, räumte zahlreiche Preise ab und wurde sehr rasch mit dem US-Remake  QURANTÄNE „beglückt“. Die Ideen und der Ansatz von Jaume Balaguero und Paco Plaza waren nun nicht neu, doch die durchdachte Umsetzung und die ernsthafte Herangehensweise hauchten einem am Boden liegenden Genre neues Leben ein. Das Sequel [REC]² folgte schnell und wurde ebenfalls von Balaguero und Plaza inszeniert, erweiterte die Mythologie - die nicht jedem gefiel – und funktionierte als klassische Fortsetzungsgeschichte und bot wesentlich mehr Action als der Vorgänger. Dann folgte die Ankündigung, dass die beiden Regisseure  [REC]: GENESIS und [REC]: Apokalypse – also Teil 3 und 4 getrennt voneinander umsetzen würde. Dabei machte Paco Plaza den Anfang, blieb in Spanien damit finanziell aber deutlich hinter den Vorgängern zurück.

Um eines direkt deutlich zu machen: [REC]: GENESIS zählt zu den positivsten Überraschungen des Jahres – wird allerdings fraglos nicht jedem munden. Diese Kuriosität entsteht daraus, dass Plaza und das Studio Filmax den Mut hatten, einen völlig neuen Weg einzuschlagen, der einige sicherlich verärgern wird. [REC]³ funktioniert weder als das einst angekündigte Prequel, und erst recht nicht  als Sequel, da die Geschehnisse parallel zu den Ereignissen der Vorgänger ablaufen. Es ist eine Erweiterung des Rec-Universums, die sich glänzend in die bekannten Abläufe eingliedert und einige Verweise einbaut, jedoch auch problemlos ohne die bisherigen Filme funktionieren würde. Viel bedeutender als die Tatsache, dass es hier keine wirklich neuen Erkenntnisse gibt, ist jedoch der Umstand, dass sich Plaza mit diesem Film stilistisch weit von den Vorgängern entfernt und seinen Beitrag mit einem fast schon wütenden Ausrufezeichen nach etwa 20 Minuten aus dem engen Korsett der Wackelkamera befreit. Fortan setzt er auf eine qualitativ hochwertige Kameraführung und einer entsprechenden Ausleuchtung, deren Bilder förmlich nach der großen Leinwand schreien und erahnen lassen, dass in der Produktion wesentlich mehr Geld steckte als bislang. Mit der Optik der anderen Filme hat das überhaupt nichts mehr zu tun und selbst in den ersten 20 Minuten setzt der Regisseur seine Camcorder- und Handykamera-Bilder so sicher und clever ein, dass es nicht weiter stört, was aber sicherlich auch daran liegt, dass man mit der „Hochzeit“ einen exzellenten Ausgangspunkt gefunden hat, da auf solchen Anlässen ja nachvollziehbar mit verschiedenen Geräten aufgezeichnet wird – und diese Möglichkeit nutzt der Filmemacher nur zu gerne aus, bevor er eben sehr überraschend in den „Kino-Teil“ wechselt.  Man umgeht so geschickt den üblichen Sequel-Gedanken, dem Zuschauer immer mehr als der Vorgänger bieten zu wollen, was dann ja auch nicht selten in die Hose geht. Nein, Teil 3 ist ein völlig anderer Kandidat und geht unbeirrt seinen eigenen Weg.

Doch nicht nur stilistisch wendet sich Plaza von den Vorgängern ab, denn erstmals werden wirkliche Hauptfiguren eingeführt, mit denen man sich identifizieren kann. Im Grunde funktioniert [REC]: GENESIS in erster Linie tatsächlich als Liebesfilm, man mag es kaum glauben. Dabei kann insbesondere  Hauptdarstellerin Leticia Dolera punkten, die durch eine große Präsenz. Spätestens wenn sie zum Ende hin ihr Brautkleid abschneidet und mit einer Kettensäge Zombie/Infizierte zerteilt zaubert Plaza mit einem Fingerschnipp mehr Grindhouse-Feeling auf die Leinwand als Robert Rodriguez im aus dem Ruder gelaufenen MACHETE.  Auch viele andere Figuren, wenngleich auch nur kurz auftauchend, hinterlassen einen bleibenden Eindruck und sind wesentlich mehr als nur das Kanonenfutter der Genre-Konkurrenz. Doch man geht noch einen Schritt weiter und setzt humoristische und selbstironische Elemente ein, die von unterschwellig  bis grotesk überzeichnet reichen. Dass Plaza dabei bisweilen etwas über das Ziel hinausschießt ist verzeihlich, weil es das Gesamtbild nicht beschädigt und es nie so ausartet, dass der Film zum blanken Klamauk verkommt.  [REC]: GENESIS ist trotzdem noch tierisch spannend und aufgrund der kurzen Laufzeit von knapp 75 Minuten dazu auch noch äußerst kurzweilig. Dazu gesellt sich ein überraschend stimmiges, dramatisches Finale, das dem Ganzen die Krone aufsetzt.

Fraglos erreicht der dritte Film der Reihe nicht mehr die Intensität, Spannung und Grimmigkeit des ersten Beitrags, was aber auch nur schwer vorstellbar ist, da dieser das Überraschungsmoment auf seiner Seite hatte. Dafür stößt Plaza eine ganz neue Tür auf, navigiert das Franchise in eine völlig andere Richtung, ohne die Wurzeln gänzlich zu kappen und sorgt so für eine Frischzellenkur die sich gewaschen hat. Trotz kleinerer Schwächen einer der größten Überraschungen des bisherigen Horror-Jahres.

 

- Fazit -

Die Mischung aus Liebes- und Horrorfilm, Splatter und (selbstironischer) Komödie hat zwar nur noch bedingt etwas mit den Vorgängern zu tun, ist aber verdammt unterhaltsam und spannend. Ganz bewusst entfernte man sich von den ausgetretenen Pfaden der bisherigen Filme und wagte es, die eigenen Regeln zu brechen. Das ist nicht nur mutig, sondern am Ende auch geglückt. Die Frischzellenkur hat das Franchise auch gebraucht. Jetzt darf man sich wirklich auf den letzten Teil der Reihe freuen, denn [REC]: GENESIS macht wirklich Lust auf mehr und wird in einigen Jahren den Stellenwert innehaben, den er eigentlich verdient.

Bewertung: 8 | 10

Durchschnittliche Userbewertung

8.6/10 Bewertung (11 Stimmen)

- DVD FACTS & EXTRAS -

 

DVD Verkaufsstart: 12.10.2012
DVD Verleihstart: -

Verleih: Universum Film
Verpackung: Keepcase (Amaray)

Wendecover: Ja

Bild: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 77 Minuten

Uncut: Ja 

Ton: 
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Spanisch (Dolby Digital 5.1) 

Untertitel:
 
- Deutsch

Extras:

  • Behind-the Scenes-Clips
  • Interviews
  • Trailer

Kritik: Extras
Die Mischung aus Interviews und Behind-the-Scenes-Clips ist durchaus interessant und informativ. Allerdings hätte man sich doch über einen Audiokommentar gefreut. Trotzdem durchweg ordentlich.

Bewertung: 6.5 | 10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

7.0/10 rating 1 vote
Tobias Hohmann

Tobias Hohmann

   

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