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Apr10

London Pitbulls

London Pitbulls

Originaltitel: Riot
Herstellungsland: Großbritannien
Erscheinungsjahr: 2012
Genre: Krimi

Freigabe: FSK-18
Regie: Simon Phillips

Darsteller: Nick Nevern, Kellie Shirley, Jenna Harrison, Con O'Neill, Peter Barrett u.a.

Damien ist Polizist mit einer dunklen Vergangenheit. Bevor er Mitglied in der britischen Spezialeinheit „LONDON PITBULLS“ wurde, war er Fussballrowdy und kein Unbekannter in der Szene. Beim Ausbruch der Londoner Unruhen, erlebt die Stadt eine Gewaltorgie aus Plünderung und Zerstörung. Tausende Randalierer stecken ganze Stadtteile in Brand. Zehntausende Polizisten sind im Einsatz. Die Gewaltspirale dreht sich immer weiter und plötzlich sieht sich Damien mit der Vergangenheit konfrontiert. Jetzt ist er auf der anderen Seite des Gesetzes und muss sich für oder gegen seine gewalttätigen Freunde entscheiden.

- Kritik -

Schauspieler Nick Nevern gilt spätestens seit WHITE COLLAR HOLIGAN als Aufsteiger und Newcomer des britischen Kinos – ihn sollte man im Auge behalten. Daher steht jedes seiner neuen Projekte unter einem gewissen Erfolgsdruck. Das gilt natürlich auch für seinen neuen Streifen LONDON PITBULLS, mit dem Simon Phillips, der mit Nevern bereits mehrfach vor der Kamera zusammenarbeitete, sein Spielfilmdebüt gab. Lohnt sich trotz des austauschbaren Titels eine Sichtung?

Die Hooligan-Szene ist in England ein großes Thema. Daher überrascht es nicht, dass die britische Filmindustrie  immer wieder verstärkt an Geschichten rund um Fußball und  Hooligans bedient. Auch Nick Nevern hat neben dem bereits erwähnten WHITE COLLAR HOOLIGAN – von dem im Mai übrigens in Deutschland das Sequel veröffentlicht wird, in dem auch erneut Phillips mitspielt – scheinbar großes Interesse an diesem Subgenre. Denn auch der bereits veröffentlichten THE FALL OF THE ESSEX BOYS und THE HOOLIGAN ACTORY – der sich derzeit in der Post Production befindet und Neverins zweite Regiearbeit markiert – erzählen Geschichten aus der Hooligan-Szene. Das hängt einerseits mit dem einheimischen Erfolg von Filmen dieser Art zusammen, andererseits aber sicherlich auch daran, dass sich diese Produktionen leichter ins Ausland verkaufen lassen.

LONDON PITBULLS ist definitiv kein Hooligan-Film, in dem die Action im Vordergrund steht. Regisseur Phillips nutzt die Thematik lediglich als Aufhänger für seine eigentliche Geschichte, die im Grunde erfreulich gradlinig angelegt ist und mit einer Laufzeit von knapp 85 Minuten auch nicht unnötig ausgewalzt wird. Es wird ein düsteres Porträt der englischen Zivilisation gezeichnet, in der Verzweiflung, Resignation und Gewalt mittlerweile nicht mehr nur in sozialen Randgebieten zur Tagesordnung gehören, sondern bereits die Mittelschicht erreicht haben. Die Sozialkritik ist unübersehbar, doch Phillips übernimmt sich dabei nicht, sondern bleibt seiner Hauptgeschichte treu und lässt die gesellschaftlichen Veränderungen eher beiläufig einfließen, was dem Film sehr gut tut. Geschickt porträtiert er ein düsteres Großbritannien, dessen Einwohner längst den Glauben an eine bessere Zukunft verloren haben und Gewalt als Ventil für ihre Hoffnungslosigkeit nutzen. Dementsprechend legte er auch den Film an: Alles wirkt grau und einheitlich, Individualität scheint nicht erwünscht. Schauspielerisch ragt einmal mehr Nick Nevern heraus, der die Zerrissenheit seiner Figur exzellent und glaubwürdig verkörpert, ohne sich dem Zuschauer anzubiedern. Die Figur Damien taugt nur bedingt als Identifikationsfigur, doch Nevern schafft es trotzdem, das Publikum auf seine Seite zu ziehen, ihn zu verstehen. Die Rolle ist trotz der im Grunde simplen Geschichte durchaus komplex, was seine Klasse nur eindrucksvoll unterstreicht. Alleine die Leistung Neverns wäre eine Sichtung wert, doch auch Phillips beweist, dass er durchaus seine Qualitäten als Regisseur hat, da er seinem Hauptdarsteller gerade in ruhigeren Momenten genug Zeit lässt, um seine Figur zu entwickeln. Er nimmt sich zurück und verlässt sich auf die Qualität seiner Schauspieler, indem er sie einfach machen lässt. Die Gelassenheit muss man bei einem Debüt erst einmal an den Tag legen.

Trotzdem gehen die meisten negativen Punkte auf das Konto von Phillips, dem häufig sichtbar die Erfahrung fehlt und sich daher bewusst auf wenig Experimente einlässt. So verhindert er natürlich schwerwiegende Patzer, muss aber hinnehmen, dass LONDON PITBULLS dramaturgisch über weite Strecken austauschbar gerät. Und gerade in den Momenten, wo er etwas von dem „Standard“ abweicht, muss er Lehrgeld bezahlen. So sind die Rückblenden mitunter sehr unglücklich eingebunden worden, da sie aus der Geschichte reißen und teilweise auch nicht einzuordnen sind. Grundsätzlich eine gute Idee mit diesem Stilmittel zu arbeiten, da sie man der simplen Story etwas mehr Tiefe gibt und der Zuschauer nur Stück für Stück erfährt, was wirklich geschah.  Doch in dieser Form wirkt es etwas zu gewollt, und wirkt sich negativ auf das Tempo es Streifens aus. Zudem fallen auch handwerkliche Fehler auf: Der Schnitt ist teilweise eine einzige Katastrophe, selbiges gilt für die musikalische Untermalung, die teilweise überhaupt nicht existent ist. Auch schauspielerisch ist das – abseits von Nevern – teilweise viel Luft nach oben.
Doch all das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass LONDON PITBULLS bedeutend mehr als ein weiterer Hooligan-Film ist und fraglos eine Sichtung rechtfertigt. Es reicht kaum zum besten britischen Thriller des Jahres,  wie es das Cover heraufbeschwört, doch aufgrund der Gradlinigkeit, der intelligent eingefügten Sozialkritik und der Leistung von Nevern bekommt man einen durchaus empfehlenswerten britischen Beitrag vorgesetzt, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

- Fazit -

Absolut sehenswert. Schwankend zwischen Sozialkritik, Charakterstudie, Thriller, Drama und Action serviert Debüt-Regisseur Simon Phillips einen – trotz seiner visuellen Ruppigkeit – überraschend feinfühligen britischen Low-Budget-Streifen, der insbesondere aufgrund der schauspielerischen Klasse von Nick Nevern überzeugen kann. Handwerkliche Defizite und unglücklich eingebaute Rückblenden verhindern eine höhere Wertung, doch eine Empfehlung mit Abstrichen erhält LONDON PITBULLS auf alle Fälle. 

Wertung: 7|10

Durchschnittliche Userbewertung

3.1/10 Bewertung (9 Stimmen)

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verleihstart: 04. März 2013
DVD Verkaufstart: 12. März 2013

Publisher: Ascot Elite
Verpackung:
 Keep Case (Amaray) 
Wendecover: Ja

Bild: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 81 Minuten
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Dolby Digital 5.1)
2. Englisch (Dolby Dolby Digital 5.1)

Untertitel: 
- Deutsch

Extras

  • Trailer

Kritik Extras
Nur Trailer. Sehr schade. Gerade Interviews wären hier sehr interessant gewesen.

Wertung: 1|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

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Tobias Hohmann

Tobias Hohmann

   

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