!

Bereitsgetestet.de verwendet Cookies, um Ihnen bestimmte Funktionen zu ermöglichen und die Website dem Nutzungsverhalten der Besucher besser anpassen zu können. Wenn Sie die Website weiter nutzten, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus. Datenschutzerklärung

OK

Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   
Jun12

Fightgirl

Fightgirl

Originaltitel: Fightgirl
Herstellungsland: Dänemark
Erscheinungsjahr: 2007
Genre: Action, Drama 
Freigabe: FSK-12
Regie: Natasha Arthy
Darsteller: Semra Turan, Xian Gao, Cyron Bjørn Melville u.a.

Schülerin Ayse ist leidenschaftliche Kung-Fu-Kämpferin. Ihre türkischen Eltern verlangen gute Noten von ihr, damit sie ebenfalls Medizinerin wird, wie ihr Bruder Ali. Aber die Schule interessiert Ayse wenig. Heimlich trainiert sie in einer professionellen Kung-Fu-Schule. Dort trifft sie Emil, der sie unterstützt und ihr hilft, bei den Klubmeisterschaften teilzunehmen. Doch bald findet sich Ayse mit den knallharten Regeln ihres Lebens und ihrer Kultur konfrontiert, die nicht so einfach zu meistern sind wie die Regeln des Kung-Fu, denn nun muss sie sich entscheiden, wer sie ist und was sie möchte.

- Kritik -

Als Frau hat man es in einer Männerdominerten Welt zu heutiger Zeit immer noch schwer. Sei es beim Beruf oder der Akzeptanz in Bereichen, die man eher mit dem Mann in Verbindung bringen würde. Sicherlich stehen den Frauen bei weitem viel mehr Türen offen als früher, aber typische Geschlechterklischees oder Rollenverteilungen können nicht so einfach ad acta gelegt werden. Vermutlich weil dies auch nicht unbedingt gewillt ist, von beiden Seiten. Als Türkin mag das in emanzipierten Zeit immer noch als Rückschritt zu verbuchen sein, wenn Begriffe wie „Zwangsheirat“ oder “Ehrenmord“ in den Raum geworfen werden. Weibliche, türkische Familienmitglieder haben so gut wie kein Mitspracherecht und befolgen brav das, was Vater und Bruder ihnen auftragen. Doch nehmen wir einmal an, dass eine Frau sich in der Männerdomäne schlecht hin, dem des Kampfsports anzunähern versucht und dabei auch noch Türkin ist? Ein delikates Unterfangen. Genau diese Gratwanderung wird in „Fightgirl“ eingeschlagen. Dabei sollte man aber kein stumpfpsinnigen B-Martial Arts Movie erwarten. Denn Fightgirl hat eine überdeutliche Stärke aufzuweisen, die man nicht unbedingt vermutet hätte. Ein sehr intelligent gemachtes Drehbuch.

Dramen, die den Migrationshintergrund einer Familie abarbeiten, die sich in einem fremden Land niedergelassen hat, von außen integriert scheint, aber im inneren Kern dennoch die alten Familientraditionen fortführt. Bei denen Meinungsfreiheit und Selbstbestimmung der Frau vollkommen unbekannt erscheinen. Diese kennen wir. Aber auch Underdog Filme, wo sich zunächst ein Außenseiter mittels vieler kleiner Trainingseinheiten zum Spitzensportler hocharbeitet. Am Ende in einem finalen Turnier sich seinem größten Feinden stellen muss und danach Anerkennung von allen erntet. Genau dies versucht Fightgirl zu vermischen und der Balanceakt kann nur als gelungen bezeichnet werden. Die Charaktere und die Story sind wohl durchdacht und können fesseln. Mit großem Unverständnis begegnet man der Familie und empfindet eine gute Portion Mitleid mit der Protagonistin.

Auf der anderen Seite stehen die Szenen in der Kampfschule samt der Kampfchoreografien. Und diese sind hervorragend in Szene gesetzt. Dies kann beim zweiten Blick nicht verwundern. Denn Xiao Gao war schon für die eindrucksvollen Kampfszenen in Tiger & Dragon verantwortlich. Er übernimmt auch einen Part im Film als Besitzer der Kampfschule und ist zugleich Ayse’s Mentor. 
Die Darstellerin Semra Turan trainiert schon viele Jahre Kung Fu und wurde keinem üblichen mehrmonatigen Crash Kurs unterzogen, wie es bei vielen Filmproduktionen üblich ist, wenn die Darsteller keinerlei Kampfkunsterfahrung mitbringen. Hier ging man den umgekehrten Weg, der an sich auch hätte schief gehen können.  Somit kann auch auf Stunt Doubles verzichtet werden, was man dem Film anmerkt. Denn so oft müssen die Bewegungen mittels Schnitten und Überblendungen verfremdet werden, um vorzutäuschen, dass alles von der Hauptdarstellerin käme. Es kommt immer noch auf die darstellerische Leistung an und da ist Regisseurin Natasha Arthy ein wohliger Glücksgriff gelungen. Erwähnenswert sind noch die Leistungen der anderen Darsteller, die sich gekonnt in den filmischen Kontext einbetten. Besonders Ayse’s Vater macht im Film einen sehr interessanten Wandel durch. Schon immer stand er für die Familientraditionen und will andererseits seine Tochter keineswegs verlieren. Diese Rollen sind gerade zu dafür prädestiniert ins Over Acting abzugleiten, aber mit der stimmigen Regie konnte das vermieden werden. Bezeichnend ist auch, dass die Story nicht zu hoch gegriffen wirkt. Jeder Storypunkt wirkt plausibel und absolut nachvollziehbar.

Die Action ist über den gesamten Film wohl dosiert verteilt. Ab und an wurden einzelne Bewegungen mittels Seilarbeit dramaturgisch ein wenig aufgewertet, was der Glaubwürdigkeit nur kurz nicht zugute kommt, aber optisch kann dies als Pluspunkt gewertet werden. Dem Drehbuch ist es zu verdanken, dass sie storyrelevanten Elemente gekonnte mit den Martial Arts Einlagen verknüpft werden. Somit kann Fightgirl auch nicht als reinrassiger Actionfilm oder Drama bezeichnet werden. Ein Actionorientiertes Drama würde von der Bezeichnung passen. Ein Blick lohnt sich hier definitiv. Werden um die vorzüglich inszenierten Nahkampfszenen eine interessante Story und dazu noch eine thematisch interessante Einbettung gesponnen, deren Elemente für sich nichts neues darstellen, aber in der Kombination so noch nicht da gewesen sind.
 


- Fazit -

Fightgirl ist ein spannendes Drama mit sehr guten Kung Fu Einlagen, welches sich mit einer Kombination der Thematiken beschäftigt, die es so noch nicht zu sehen gab. Ein Blick lohnt sich definitiv.

Bewertung: 8 | 10

Durchschnittliche Userbewertung

5.1/10 Bewertung (7 Stimmen)

 - DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD-Verleihstart:  08.05.2009
DVD-Verkaufstart: 06.06.2009

Label: Koch Media
Verpackung: Keep Case

Ton:
1. Deutsch Dolby Digital 5.1

2. Dänisch Dolby Digital 5.1
3. Türkisch Dolby Digital 5.1

Untertitel:
- Deutsch

Bild: 2.35:1 (16:9)
Laufzeit: ca. 97 Min.

Uncut: Ja

Extras:
keine

Review Extras:
Da uns eine Presse DVD ohne Extras vorlag, entfällt eine Bewertung.

Durchschnittliche Besucher-Wertung

0.0/10 Bewertung (0 Stimmen)
Jan Pokorski

Jan Pokorski

   

Spieltipp  

   

Statistik  

Filme: 1.442
Videospiele: 88
Specials: 105
Interviews: 62
Hardware: 9

Besuche Juli: 114.336
Belege können angefordert werden