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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   
Aug28

Driving lessons

Driving lessons

Originaltitel: Driving lessons
Herstellungsland: England 
Erscheinungsjahr: 
2006
Genre: Komödie, Drama
Freigabe: FSK-12
Regie:
 Jeremy Brock
Darsteller: Rupert Grint, Laura Linney, Julie Walters u.a.

Erwachsen werden ist schwer – besonders für den schüchternen Teenager Ben, denn er steht unter der Fuchtel seiner dominanten und sehr frommen Mutter. Als er jedoch die schrullige pensionierte Schauspielerin Evie kennen lernt, verändert sich sein Leben schlagartig. Völlig unkonventionell und leicht durchgeknallt nimmt sie ihn mit auf die Fahrt seines Lebens. Auf dem etwas unfreiwilligen Road Trip lernt er, das Steuer selbst in die Hand zu nehmen: im Auto, in der Disco und bei den Mädchen…

- Kritik -

Man sollte sich weder von dem recht flotten Trailer noch der heiteren Storyangabe in die Irre führen lassen: „Driving lessons“ ist in erster Linie ein Drama – zwar skurril und mit humoristischen Zwischentönen versehen, doch diese bestimmen nicht den Verlauf der Handlung und die Entwicklung der Charaktere. Doch das muss ja kein Nachteil sein, trotzdem erwartet man einen anderen Film. Die Grundstimmung der britischen Produktion ist recht ernst und konzentriert sich zu Beginn in erster Linie darauf, die Figuren in die Geschichte einzuführen und das Umfeld vorzustellen. Regisseur und Drehbuchautor Jeremy Brock, der mit „Driving lessons“ sein Regiedebüt feiert und bislang nur als Autor – u.a. „Der letzte König von Schottland“ – in Erscheinung trat, gibt sich alle Mühe, alle Charaktere glaubwürdig und unverwechselbar zu gestalten. Das gelingt ihm auch hervorragend: Trotz aller überzeichneten Situationen wirken die Charaktere nie austauschbar oder künstlich. Sicherlich auch ein Verdienst der sehr guten Schauspieler, allen voran Julie Walters („Billy Elliot“) als Evie und Laura Linney („Der Exorzismus der Emily Rose“) als fanatisch religiöse Mutter von Ben. 


 
Rupert Grint hingegen kann in seiner ersten Produktion abseits der Harry Potter Filme nicht überzeugen. Er schafft es weitestgehend nicht, seiner Figur Ben Leben einzuhauchen. Rückblickend gesehen ist es völlig richtig, den Jungen teilnahms- und leblos zu charakterisieren und auch zu spielen, doch im Laufe des Films macht Ben eine Entwicklung durch und genau hier stößt Grint offensichtlich an seine Grenzen. Er müsste mehr Temperament zeigen, doch da er scheinbar nur drei Gesichtsausdrücke beherrscht, nimmt man ihm diese Entwicklung einfach nicht ab. Besonders schmerzlich fällt dieses Manko bei den Szenen mit Laura Linney auf, die ihre Rolle meisterhaft ausfüllt: Hier wird Grint förmlich an die Wand gespielt und wirkt eher wie ein Statist. Besser bleiben da die Szenen mit Ben und Evie in Erinnerung, auch wenn dort grundsätzlich Walters das schauspielerische Heft in die hand nimmt. Doch das Zusammenspiel zwischen den beiden funktioniert hier bedeutend besser als zwischen Linney und Grint. Allerdings ist das auch kein Wunder: So verkörpert Walters in den Harry Potter Filmen die Rolle der Mrs Weasley, daher kennen sich die beiden recht gut.


 
Erst am eigentlichen Schluss des Films gelingt es Grint, ein wenig an Profil zu gewinnen – insgesamt gesehen jedoch leider zu spät. Rupert Grint ist allerdings nicht das einzige Problem, das „Driving lessons“ hat. So lobenswert es auch ist das Brock seinen Figuren soviel Platz lässt – er vergisst darüber die eigentliche Geschichte und erzählt sie in einem Tempo. Dadurch schleichen sich Längen ein. Auch der Wechsel zwischen den humorvollen- und ernsten Szenen will nicht immer funktionieren, da wird manche Gelegenheit für ein paar heitere Szenen verschenkt, da das Timing nicht stimmt. Dazu verwebt Brock die Genrezutaten einer Komödie, eines Dramas und eines Roadfilms miteinander – das kann funktionieren und aufgehen, wirkt hier jedoch des öfteren unentschlossen. Allerdings werden diese Mängel durch die hervorragenden Schauspieler zumeist aufgefangen.


 
Das klingt allerdings negativer als „Driving lessons“ eigentlich ist. Brocks Debütfilm ist ein kleiner, liebenswerter Film mit hervorragenden Dialogen, sehr guten Schauspielern, einem ausgezeichneten Soundtrack, der wie die Faust aufs Auge passt und schönen Landschaftsaufnahmen Edinburghs. Dazu gelingt ihm das Kunststück, die prinzipiell vorhersehbare Geschichte stets überraschend weiterzuführen und dabei niemals in Kitsch zu verfallen, manchmal nur haarscharf, aber im letzten Moment bekommt er immer wieder Kurve.
 

- Fazit -

Kleiner, liebenswerter Film mit hervorragenden Darstellern, der sich jedoch nicht wirklich entscheiden kann, was er denn nun sein will und dem etwas mehr Tempo gut getan hätte. Ebenso wie eine andere Besetzung der Hauptrolle. Doch Dialoge, Musik und vor allem Linney und vor allem Walters machen diese Defizite zumeist wett. 

Bewertung: 6 | 10

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- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD-Verleihstart:  11.04.2008
DVD-Verkaufstart: 09.05.2008
- Single Disc 

Label: Sunfilm
Verpackung: Keep Case
 
Ton:
1. Deutsch Dolby Digital 5.1
2. Deutsch DTS 5.1
3. Englisch Dolby Digital 5.1
 
Untertitel:
- Deutsch
 
Bild: 1.78:1 (16:9) 
Laufzeit: ca. 92 Min.
Uncut: Ja 
 
Extras:

  • Interviews
  • Behind the scenes
  • Outtakes
  • Trailershow 

Review Extras:
Dem kleinen Film wurden überraschend annehmbare Extras spendiert. Die Interviews sind durchaus interessant, besonders Rupert Grint lag der Film wohl sehr am Herzen. Es handelt sich bei diesen Gesprächen auch nicht wie üblich um reines Marketing- und Marketinggetrommel, sondern man erfährt wirklich einige interessante Details. Das Behind the scenes material ist auch nicht einfach nur wahllos zusammen geschnitten, sondern zeigt recht eindrucksvoll, mit wie viel Enthusiasmus die Crew bei der Sache war. Die Outtakes sind recht amüsant, nicht mehr, nicht weniger. Bedauerlich, das kein Audiokommentar vorlag. 

Bewertung: 6 | 10

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Tobias Hohmann

Tobias Hohmann

   

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