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Kommende Reviews  

   
Aug25

Boarding Gate

Boarding Gate

Originaltitel: Boarding Gate
Herstellungsland: Frankreich
Erscheinungsjahr: 
2007
Genre: Drama/Thriller
Freigabe: FSK-16
Regie: 
Olivier Assayas
Darsteller:  Asia Argento, Michael Madsen, Kelly Lin u.a.

Sandra, eine aufreizende Ex-Prostituierte, trifft sich in London mit Ihrem Ex-Geliebten Miles. Er, mittlerweile hoch verschuldet, war ein Big Shot auf dem internationalen Finanzparkett. Die beiden hatten eine wirklich bizarre Beziehung. Sie liebte ihn, obwohl er sie immer wieder als letzte Entscheidungshilfe sexueller Art in ausweglosen Geschäftssituationen missbrauchte. Doch das heftige S&M-Rendezvous endet so gewaltsam, dass Sandra fliehen muss. In Hong Kong will Sie ein neues Leben anfangen. Sie trifft Lester und Sue, ein attraktives junges Paar, das ihr Hilfe verspricht. Aber nichts entwickelt sich, wie Sandra es erwartet. Die Situation verkompliziert sich. Es beginnt ein schmutziges Spiel aus Manipulation, Sex und Gewalt...

- Kritik -

Es gibt eigentlich nur einen Grund, warum man sich „Boarding Gate“ anschauen sollte: Asia Argento. Die Tochter des italienischen Horrormaestros Dario Argento („Suspiria“) liefert hier eine faszinierende, exzellente One Woman Show ab und überzeugt als schlampige Gelegenheitsprostituierte Sandra auf ganzer Linie. Aber auch diese hervorragende Performance, der auf schwierige Charaktere abonnierten Argento, kann über die Schwächen von „Boarding Gate“ nicht hinwegtäuschen.


 
Rückblickend fällt insbesondere die Zerrissenheit des Films auf – sowohl bei der Figurenzeichnung als auch bei der inneren Struktur. Besteht der erste Teil aus sehr langen Dialogpassagen zwischen Argento und Michael Madsen – der hier übrigens einen überraschend guten Auftritt hinlegt - , sowie recht langen, passiven Kameraeinstellungen, wechselt Regisseur Assayas im zweiten Teil plötzlich seinen erzählerischen Ton. Hektische Bildmontagen, schnelle Ortswechsel und realistische Actionszenen bestimmen plötzlich das Szenario. Diese Stiländerung unterstreicht auch die Ratlosigkeit der Protagonisten, die ebenso von den Geschehnissen überrollt werden, wie der Zuschauer. Das mag alles gewünscht sein, wirkt aber ziellos. Die beiden so unterschiedlichen Hälften wollen nicht zusammenpassen und hinterlassen einen arg uneinheitlichen Gesamteindruck. Man weiß während des ganzen Films nicht, was „Boarding Gate“ sein will – Drama, Lovestory, Gesellschaftskritik, Thriller…? So löblich es ist, das man sich von den typischen Erzählklischees entfernt und der Gefahr einer schnellen Kategorisierung entgehen will: Das ist zuviel des Guten und geht extremst auf Kosten der Spannung und Dramaturgie.


 
Zu Beginn wird der Betrachter recht unvorbereitet in die Story geworfen und muss sich den Background der Figuren aus dem ersten Dialog zwischen Argento und Madsen zusammenreimen, so fällt es arg schwer, eine Beziehung zu den Figuren aufzubauen, da einem einfach die Orientierung fehlt, wer diese Personen sind, und in welche Richtung Assayas sein Boot steuern will. So legt er bei weitem mehr Wert auf visuell beeindruckende, durchgestylte Bilder, als auf eine stringente Story. So hat der französische Film einige Hänger im Film zu überstehen, besonders im dialoglastigen ersten Teil, der nur dazu dient, die Figuren ins Spiel zu bringen. Und hier reichen auch eine hervorragende Hauptdarstellerin und ein überzeugend schleimig agierender Madsen nicht, diese Schwächen zu kompensieren. Dazu kommen S/M Spielchen, die arg aufgesetzt wirken und eher stören als hilfreich sind. Der zweite Teil ist da bedeutend temporeicher, aber auch nicht unbedingt besser. Assayas schraubt hier zwar ein wenig an der Spannungsschraube, doch aufgrund der fehlenden Identifikation und der – zu dem Zeitpunkt – recht wirren, wenig Sinn machenden Geschichte, will immer noch kein wirkliches Vergnügen aufkommen. Die realistischen Actionszenen sind handwerklich gelungen und optisch genauso exzellent wie der Rest, doch das ist immer noch zu wenig.


 
Das „Boarding Gate“ trotz der angesprochenen Uneinheitlichkeit und weitestgehenden Spannungslosigkeit nicht den Bach runtergeht, ist ganz klar Asia Argento zu verdanken, die aufgrund ihres fesselnden Spiels die meisten Schwächen mit vollem Körperseinsatz – so ist sie des öfteren recht freizügig unterwegs – überspielt. Aber eben nicht alle. Der zerfahrene Schluss gliedert sich vollkommen in den orientierungslosen Film ein.

 
- Fazit -

Optisch und visuell durchgestylt, inhaltlich jedoch mau mit Schwächen in der Charakterzeichnung und Storyaufbau. Spannung bleibt bei der orientierungslosen und zerfahren wirkenden Geschichte weitestgehend auf der Strecke. Asia Argento ist überragend, auch Michael Madsen passt. Doch die fabelhafte Optik und die starke Hauptdarstellerin können die Schwächen von „Boarding Gate“ nicht dauerhaft überdecken.

Bewertung: 5 | 10  

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5.2/10 Bewertung (5 Stimmen)

- DVD FACTS UND EXTRAS -


DVD-Verleihstart:  08.07.2008
DVD-Verkaufstart: 21.08.2008
- Single Disc 
 
Label: Ascot Elite
Verpackung: Keep Case
 
Ton:
1. Deutsch Dolby Digital 5.1
2. Englisch Dolby Digital 5.1
3. Deutsch DTS
 
Untertitel:
- Deutsch
 
Bild: 1.85:1 (16:9)
Laufzeit: ca. 102 Min.
Uncut: Ja 
 
Extras:

  • Behind the scenes
  • Originaltrailer
  • Trailershow
  • Interviews 
  • Asia Argento
  • Michael Madsen
  • Olivier Assayas

Review Extras:
Das Behind the scenes Material ist interessant, aber zu kurz und wenig strukturiert. Trailershow und Originaltrailer sprechen für sich, daher liegt das Hauptaugenmerk auf den wirklich gelungenen Interviews. Besonders das Interview mit Asia Argento ist informativ und zeigt, wie sehr sie an dem Film bzw ihrer Figur hängt. Auch Michael Madsen sieht man an, das er froh ist, wieder einmal in einem Film abseits seiner üblichen B- / C-Movie Auftritte, mitspielen zu dürfen Dank der wirklich sehenswerten Interviews, kann man über den recht mageren Rest hinwegsehen.

Bewertung: 5 | 10

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Tobias Hohmann

Tobias Hohmann

   

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