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Filmtipp  

   

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Aug21

Babylon A.D.

Babylon A.D.

Originaltitel: Babylon A.D.
Herstellungsland: USA/Frankreich 
Erscheinungsjahr: 
2008

Genre: Thriller, Science-Fiction
Freigabe: FSK-16
Regie:
 Mathieu Kassovitz

Darsteller: Vin Diesel, Michelle Yeoh, Gérard Depardieu u.a.

Im Jahre 2013, in einem namenlosen Land irgendwo in Osteuropa: Chaos, Armut, Schmutz und Gewalt, wohin man blickt. Hier lebt Toorop, ein wortkarger Abenteurer und Söldner, der für Geld jeden Auftrag erledigt. Toorop stellt keine Fragen und kennt keine Moral - solange das Honorar stimmt. Dieser Kodex hat ihm zahlreiche Feinde eingebracht; deren Hass wiederum lässt seine Überlebenschancen täglich weiter schmelzen. So klingt das Angebot von Mafia-Boss Gorsky denn auch zu verlockend, um es auszuschlagen: Toorop soll ein junges Mädchen nach New York schmuggeln. Als Gegenleistung will Gorsky ihm einen Neuanfang in Amerika ermöglichen. Aurora, die junge Frau, die Toorop unversehrt auf dem anderen Kontinent abliefern soll, ist - obwohl anders vereinbart - nicht allein. Sie wird begleitet von einer resoluten Nonne, die sich als Ein-Frau-Leibwache ihres Schützlings versteht. Und tatsächlich: Schon nach kurzer Zeit eskaliert die Reise zu einem alptraumhaften Trip in die Gefahr.

- Kritik -

Regisseur und Schauspieler Mathieu Kassovitz schaffte nach „Die purpurnen Flüsse“ mit „Gothika“ sehr schnell den Sprung in die USA. Da der Film zwar kein Hit wurde, aber gutes Geld einspielte, war seine nächste Produktion schnell in trockenen Tüchern. Zudem konnte er einen eindrucksvollen Cast rund um Vin Diesel verpflichten, Titel des ambitionierten Projekts: „Babylon A.D.“. Nach den Querelen rund um den Final Cut, darf man jedoch getrost davon ausgehen, dass Kassovitz` USA Karriere nun beendet sein dürfte. Bevor man sich „Babylon A.D.“ anschaut, sollte man wissen, dass es zwischen dem Studio und dem Regisseur zu heftigen Turbulenzen um den endgültigen Schnitt kam. Kassovitz wollte nicht von seiner Schnittfassung, die eine Laufzeit von weit über zwei Stunden aufwies, nicht abweichen.

Dem Studio Fox war die Fassung einerseits zu lang, andererseits waren die Studiobosse der Meinung, dass der Film nicht die angepeilte Zielgruppe erreichen würde. Daher kürzten sie den Streifen massiv und schnitten fasst 50% des Kassovitz Cuts heraus. Der Regisseur kam daraufhin seinen Marketingverpflichtungen nur teilweise nach, wetterte bei diesen Gelegenheiten über diese Maßnahme von Fox und empfahl sogar, sich den Film nicht anzusehen. Die Folge: Bei einem Budget von 70 Mio. Dollar spielte „Babylon A.D.“ gerade einmal 70 Mio. weltweit wieder ein, davon nur 22 Mio. in den USA – ein herber Flop. Nach Ansicht des Films kann man nur zu einem Schluss kommen: Kassovitz hatte Recht, denn diese Fassung wirkt wie ein Torso.

 

Der Regisseur prägt seine Filme durch seine Optik, seine Stilistik, offenbarte dafür aber Probleme bei der Struktur und der erzählerischen Dichte. Da überrascht es nicht, dass das Setting, die Ausstattung und der Look von „Babylon A.D.“ durchweg überzeugen können. Die Atmosphäre wirkt kalt, dreckig, düster und passt damit zu dem finsteren Zukunftsszenario, welches herauf beschworen werden soll. Gerade die ersten 15 Minuten sind hervorragend und bieten einen passenden Einstieg in die Geschichte. Doch dann werden die Tücken der neuen Schnittfassung – mal mehr, mal weniger - offensichtlich: Die Geschichte wird im Schnellverfahren erzählt, man eilt von einem Punkt zum nächsten, teilweise kann man dem „warum“ nicht folgen, einfach, weil Szenen wirken, als seien sie aus dem Zusammenhang gerissen – und so ist es ja auch. Zudem sind die Actionszenen falsch über den Film verteilt, aber auch das wird wohl ein Übel des Studioschnitts sein. Das es sich Kassovitz nicht nehmen ließ, diese Actionszenen teilweise mit reichlich CGI Effekten zu unterstützen, wirkt zwar mitunter etwas störend, passt sich dem - teilweise - künstlich anmutenden Ambiente jedoch überwiegend an, und fällt daher nicht so negativ auf, wie man erwarten könnte. 

Neben der bedrückenden Atmosphäre und den gut inszenierten Actionszenen ist das größte Plus von „Babylon A.D.“ sicherlich die Besetzung: Vin Diesel spielt seine Standardrolle cool wie eh und je, Michelle Yeoh ist so gut wie lange nicht mehr. Schade nur, dass Charlotte Rampling und Gérard Depardieu so wenig Screentime bekommen, bereichern sie die Besetzung doch immens. Aber so annehmbar Action, Besetzung und die Atmosphäre auch sein mögen: Alle positiven Faktoren können nicht darüber hinweg trösten, dass „Babylon A.D.“ wie Stückwerk wirkt, unfertig und nicht zusammenhängend. Die Geschichte weist einfach zu große Löcher auf, um wirklich spannend werden zu können und der finale Schlenker wirkt wie aus einem religiös angehauchten Trashfilm entliehen und will nun so gar nicht zum Rest des Films passen. Es wäre jetzt unfair, behaupten zu wollen, das die Kassovitz Urfassung alle Mängel von „Babylon A.D.“ beseitigen würde, aber bedeutend runder dürfte dieser Cut ohne Frage sein. Warum der Zusatz „Ungeschnittene Fassung“ dick auf den jeweiligen Hüllen zu sehen ist, ist nicht nachvollziehbar: Handelt es sich doch um die normale Kinofassung.
 

- Fazit -

Die vorliegende Fassung ist nicht mehr als ein optisch beeindruckender Torso, der von der Atmosphäre und den Darstellern gerettet wird, jedoch zeitweilig andeutet, wie viel Potential hier verschwendet wurde. Vieles erinnert an Klassiker wie „Blade Runner“, doch davon ist der actionlastige Kassovitz Streifen in dieser Form meilenweit entfernt. Unter diesen Umständen ist „Babylon A.D.“ nicht mehr als ein unterhaltsamer Film, den man alsbald nur noch wegen der Querelen im Vorfeld in Erinnerung haben wird. 

Bewertung: 6 | 10

Durchschnittliche Userbewertung

4.8/10 Bewertung (9 Stimmen)

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD-Verleihstart:  02.04.2009
DVD-Verkaufstart: 16.04.2009
Blu-Ray Verkaufstart: 16.04.2009
 
Label: Eurovideo
Verpackung: Keep Case
 
Ton:
1. Deutsch DTS 5.1
2. Deutsch Dolby Digital 5.1
3. Englisch Dolby Digital 5.1
 
Untertitel:
- Deutsch

 
Bild: 2.35:1 (16:9)
Laufzeit: ca. 97 Min.
Uncut: Ja
 
Extras:

  • Trailershow

Review Extras:
Uns lag “nur” die Verleihversion im Vertrieb von Eurovideo vor. Diese bietet außer einer Trailershow kein einziges Feature. Die reguläre Kaufversion von Concorde wird in verschiedenen Editionen erscheinen und einige Extras bieten. Für die uns vorliegende Verleihfassung gibt es jedoch nur: 

Bewertung: 1 | 10

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Tobias Hohmann

Tobias Hohmann

   

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