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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   
Aug21

Antarctic

Antarctic

Originaltitel: Namgeuk-ilgi 
Herstellungsland: Südkorea 
Erscheinungsjahr: 2005
Genre: Mystery, Drama 
Freigabe: FSK-16

Regie: Pil-Sung Yim 
Darsteller: Kang-ho Song, Ji-tae Yu, Hee-soon Park u.a.

Der "Pole of Inaccessibility" liegt 82°08' südlich und 54°58' östlich mitten in der Antarktis. Dies ist der Punkt des Kontinents, der am weitesten von allen Seiten von der Küste entfernt ist. Dort kann es bis zu 80°C unter null kalt werden. 1958 gelangte erstmals eine russische Expedition zu diesem sagenumwobenen Punkt. Sechs Koreaner wollen es ihnen nun gleich tun. Angeführt von Cpt. Do-hyung Choi ziehen der junge Min-jae Kim der Funker Sung-Hoon, der Alpinist Lt. Young-min Lee, der Koch Geun-chan Yang und der Videofilmer Jae-kyung Seo los. Sie müssen ankommen, bevor die Sonne für ein halbes Jahr untergeht. Unter der gleissenden aber nicht wärmenden Sonne marschieren sie tagelang. Bald stossen sie auf Zivilisationsabfälle - und ein Tagebuch. Es stammt von einer russischen Expedition aus dem Jahr 1922. Kaum hat das Team dieses Buch an sich genommen, passieren merkwürdige Dinge. Jae-kyung wird mysteriöserweise krank und verschwindet in einem Schneesturm spurlos. Einige Teammitglieder wollen Hilfe rufen - doch Do-hyung weigert sich. Er will ans Ziel. Koste es, was es wolle.

- Kritik - 

„Antarctic Journal“ galt als Prestigeprojekt des südkoreanischen Kinos. Dementsprechend hoch war der Druck, der auf dem Film und seinen Machern lag. „Namgeuk-ilgi“, so der Originaltitel, wurde mehrfach angekündigt und verschoben. Auch einige Nachdrehs soll es gegeben haben. Schlussendlich kostete der Streifen satte 8 Mio. Dollar – für koreanische Verhältnisse ein Riesenbudget – das nicht wieder eingespielt werden konnte. Der Film war zwar in der Heimat kein Flop, hatte jedoch bei weitem nicht den Erfolg, den man sich im Vorfeld versprochen hatte. Das ist gleichzeitig verständlich, aber auch schade. Prinzipiell ist „Antarctic Journal“ ein etwas aus dem Ruder gelaufenes filmisches Experiment. Auf der einen Seite ist es fast ein Theaterstück, das über die komplette Laufzeit mit sechs Schauspielern – sowie einem verschweigbaren Nebencharakter - und minimalen Sets auskommt. Auf der anderen Seite spielt das Szenario in den endlosen Weiten der Antarktis – tatsächlich drehte man in Neuseeland - und beeindruckt mit phantastischen Bildern. Dieser Gegensatz sowie das erste Drittel des Films machen den Reiz von „Antarctic Journal“ aus.


 
Der Film wirkt optisch extremst durchgestylt, da passt jedes Bild. Regisseur Pil-Sung Yim gelingt es Dank seiner ästhetischen Bildsprache eine beklemmende, realistische Atmosphäre aufzubauen, die die Einsamkeit der Männer in der eisigen Weite thematisiert. Zu diesem Zeitpunkt funktioniert auch noch das Skript von Joon-ho Bong, der auch die Vorlage zum recht bekannten „The Host“ lieferte. Es wird geschickt in die Geschichte eingeführt, die Charaktere vorgestellt und Mysteryelemente in den Abenteuerstoff eingestreut. Die Erwartungshaltung wird clever gesteigert, die einzelnen Abläufe sind recht unvorhersehbar und die Optik wirklich innovativ, die eine oder andere Szene wirkt gar surreal. Das dazu die Schauspieler, insbesondere Kang-ho Song „The Host“) und Ji-tae Yu („Oldboy“) – auf ganzer Linie überzeugen und der Soundtrack von Kenji Kawai – der sich beim Titelthema offensichtlich von John Carpenters minimalistischen Scores inspirieren ließ - ein wahrer Ohrenschmaus ist, tut sein Übriges.


 
Doch leider kann „Antarctic Journal“ die gemachten Versprechungen der ersten 40-50 Minuten nicht einlösen. Sicher: Optisch sieht das alles immer noch klasse aus, aber selbst die überzeugenden Bilder können nicht dauerhaft darüber hinwegtäuschen, das der Film langatmiger und verworrener wird, je länger er läuft. Der Zuschauer hat das Gefühl, das nichts passiert, das man inhaltlich auf der Stelle tritt. Um es kurz zu machen: Das Drehbuch ist äußerst dürftig, schwach und verlässt sich fast ausschließlich auf die Wucht der Inszenierung. Zudem weiß man offensichtlich nicht, was man erzählen will, in welche Richtung man inhaltlich gehen möchte: Abenteuer-, Drama- oder doch Horrorfilm? So wohltuend es ist, das man sich von den üblichen Geisterklischees entfernen wollte, umso enttäuschender ist es, das die angedeuteten Mysteryelemente eher eine Parabel auf den Kampf mit und gegen sich selbst sind. Eine Bedrohung findet einfach nicht statt. Und da es inhaltlich doch sehr darauf hinaus lief - und es auch sonst keine Ideen gibt die ein wenig mehr Tempo in die immer dröger werdende Geschichte brächten - wird der monotone Wechsel zwischen Dialogen und Kampf gegen die Natur Elementen, langsam aber sicher eines: Langweilig. Da sich die Story dazu parallel ebenfalls verabschiedet und völlig wirr wird, ist man am Schluss einfach froh, wenn der Film zu Ende ist.


 
Ein kurzes Wort zur Synchronisation: Viele asiatische Filme haben bei uns mit einer schlechten, billigen Synchronisation zu kämpfen – diesen Vorwurf kann man dem Label e-m-s nun wahrlich nicht machen, denn die ist in diesem Falle absolut erstklassig. Rettet den Film jedoch leider auch nicht.

- Fazit - 

Schade! Tolle Bilder, toller Score, gute Schauspieler und ein vielversprechender Beginn machten Appetit auf mehr. Doch leider geht „Antarctic Journal“ nach etwa 1/3 die inhaltliche Puste aus und schleppt sich den Rest der Zeit mühsam und uninspiriert über die Runden. Eine tolle Optik ist eben noch nicht alles. 

Bewertung: 5 | 10

Durchschnittliche Userbewertung

4.5/10 Bewertung (4 Stimmen)

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD-Verleihstart: 12.05.2008 
DVD-Verkaufstart: 16.10.2008 

Label: e-m-s
Verpackung: Keep Case 

Ton:
1. Deutsch Dolby Digital 5.1
2. Koreanisch Dolby Digital 5.1 

Untertitel:
- Deutsch

Bild: 2.35:1 (Widescreen anamorph) 

Laufzeit: ca. 115 Min.
Uncut: Ja

Extras:

  • Deutscher Trailer
  • Originaltrailer

Review Extras:
Autsch! Bis auf einen deutschen und dem Originaltrailer gibt es keinerlei Extras. Traurig. Zumindest ein Making of oder ein paar Interviews wären bei diesem Titel Pflicht und wünschenswert. 

Bewertung: 1 | 10

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Tobias Hohmann

Tobias Hohmann

   

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