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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   
Nov15

Gruft der Vampire

Gruft der Vampire

Originaltitel: The Vampire Lovers
Erscheinungsjahr: 1970
Herstellungsland: Großbritannien, USA

Genre: Horror
Freigabe: FSK-16
Regie: Roy Ward Baker
Darsteller: Ingrid Pitt, George Cole, Kate O'Mara u.a

Preis zum Test: EUR 28,05
 


 

Inhalt: In der Steiermark des frühen 19. Jahrhunderts erkranken junge Frauen, Alpträume plagen sie, und schließlich werden sie mit Wundmalen auf ihrer Brust tot aufgefunden. Nur einer ahnt die wahren Zusammenhänge: Peter Cushing in der Rolle eines Generals, dessen Tochter zu den Opfern gehört, tut sich mit einem gnadenlosen Vampirjäger zusammen, um die untote Täterin, Carmilla, zur Strecke zu bringen.

 


 

 


 

- Kritik -

Vampire und Erotik sind eng miteinander verknüpft. Das weiß man nicht erst seit der Twilight-Romane. Der irische Autor Sheridan Le Fanu veröffentlichte bereits 1872 seine Novelle Carmilla, in der er die Begegnung einer jungen Frau mit einem weiblichen Vampir beschreibt. Ende der 60er musste Hammer Films erkennen, dass der gotische Horrorfilm ein wenig frischen Wind benötigte. Gemeinsam mit American International schickte man GRUFT DER VAMPIRE in Produktion, der auf Le Fanus Geschichte basiert. Dafür reicherte man den Film mit einer erotischen Komponente an, ließ aber auch den Horror und praktische Effekte nicht außer Acht.  

Wieder einmal konnte man Peter Cushing für eine Rolle begeistern. Dieses Mal als General, der seine Tochter an einen weiblichen Vampir verloren hat und diesen nun zur Strecke bringen möchte. Allerdings nimmt Cushing nur eine kleine Nebenrolle ein, taucht lediglich kurz im ersten und im letzten Drittel auf. Gleichzeitig darf er aber auch den finalen Todesstoß durchführen. Cushing ist auch gewohnt souverän. In den wenigen Momenten, in denen er zu sehen ist, zieht er alle Aufmerksamkeit auf sich. Ingrid Pitt durfte die verführerische Vampirin Marcilla/Carmilla/Mircalla spielen, hatte als blutsaugende Untote auch schon etwas Erfahrung sammeln können. Ein interessanter Charakter, der von Zuneigung getrieben ist und gleichzeitig blutige Ernte hält. Carmilla steht auch recht stark im Zentrum der Geschichte und wird von Pitt sehr gut inszeniert. Als zweite Hauptfigur kam die junge Madeline Smith als Emma mit ins Spiel, auf die Carmilla ein Auge geworfen hat. Emma ist die klassische Maid in Not, die kaum eigene Ambitionen entwickelt und besonders zerbrechlich dargestellt wird. Das wirkt häufig etwas weinerlich. Ein Fakt, den man weniger Smith, als dem Drehbuch ankreiden kann, der nichtsdestotrotz etwas Geduld vom Zuschauer abverlangt. Umso erfreulicher wie stark und präsent Carmilla als Gegenpart inszeniert wird.  

GRUFT DER VAMPIRE besticht durch einen sehr atmosphärischen Prolog, der schaurig schön eingefangen wurde und mit einer blutigen Enthauptung endet. Der restliche Film, das Ende ausgenommen, ist hingegen etwas blass und bietet wenig Erinnerungswürdiges. Zudem ist Carmilla eine recht ungewöhnliche Vampirin, die auch tagsüber aktiv ist, wenngleich sie sich im Schatten aufhält. Immer wieder blitzen Momente auf, in denen Hammer seine Stärken ausspielt, den gotischen Horror aufleben lässt und die das Bühnenbild ausgiebig nutzt. Doch zwischendrin bleibt GRUFT DER VAMPIRE verhalten. Im Fokus steht zudem die besondere Beziehung zwischen Carmilla und Emma. Diese ist erstaunlich freizügig inszeniert und man geizt nicht mit nackten Brüsten, mädchenhaften Spielereien und lesbischen Liebkosungen. Das kann man durchaus als mutig bezeichnen und auch die klare Fokussierung auf weibliche Hauptfiguren ist bemerkenswert. Allein dadurch hebt sich THE VAMPIRE LOVERS vom Einheitsbrei ab spielt aber leider viel zu selten die wahren Stärken eines Hammer Films aus.

 

- Fazit -

Ein ungewöhnlicher Vampirfilm aus dem Jahr 1970. Mutig, aber auch aus der Not geboren, beschreitet man neue Wege, verliert jedoch teilweise die eigenen Studio-Stärken zu sehr aus den Augen. Ein großartiger Auftakt und ein atmosphärisches Ende können leider nur bedingt dafür versöhnen, dass der Rest etwas gemächlich ist. Von der erotischen Komponente sollte man sich auch nicht zu viel erhoffen, auch wenn diese für die Handlung durchaus relevant ist. Insgesamt fehlt es an einem tragenden Charakter. Weder Emma, noch Carmilla können dies aufwiegen, auch wenn Ingrid Pitt eine gelungen Performance abliefert.

Bewertung: 6.5|10

Durchschnittliche Userbewertung

7.0/10 rating 1 vote

 


 

- BD FACTS UND EXTRAS - 

 

Blu-ray Verkaufstart: 30. November 2016
Blu-ray Verleihstart:  30. November 2016

Label: Anolis (Hammer Edition)
Verpackung: Blu-ray Case (Amaray)
Wendecover: Kein FSK-Logo auf dem Cover

Bild: 1,85:1 (1080p)
Laufzeit: ca. 91 Minuten
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Mono)
2. Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Mono)

Untertitel:
- Deutsch

Extras:

  • Audiokommentar mit Ingrid Pitt , Tudor Gates und Roy Ward Baker
  • Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen und Volker Kronz
  • Dokumentation „Resurrecting the Vampire Lovers“
  • Interview mit Madeline Smith
  • Ingrid Pitt liest Carmilla
  • Deutscher und amerikanischer Trailer
  • US Radio Spots
  • Werberatschläge
  • Filmprogramme
  • Bildergalerie

Kritik Extras:
Opulent wie immer. Featurettes, Pressehefte mit Infomaterial, Trailer, ein 20-minütiges Interview mit Madeline Smith und Audiokommentare lassen hier keine Wünsche offen.

Bewertung: 10| 10

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Sascha Weber

Sascha Weber

   

Spieltipp  

   

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