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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   
Mär11

Tschick

Tschick

Originaltitel: Tschick
Herstellungsland: Deutschland

Erscheinungsjahr: 2016
Genres: Drama, Comedy
Freigabe: FSK-12
Regie: Fatih Akin

Darsteller: Tristan Göbel, Aniya Wendel, Justina Humpf u.a.

Preis zum Test: EUR 12,99


 

Inhalt: Bis Tschick in seine Klasse kommt, hat der Außenseiter Maik Klingenberg (Tristan Göbel) keine Freunde. Der aus Hellersdorf stammende 14-Jährige hat zwar reiche Eltern, doch seine Mutter ist alkoholabhängig und sein Vater vergnügt sich lieber mit seiner jungen Assistentin. Die Sommerferien sehen für Maik entsprechend düster aus und nicht einmal zur Geburtstagsparty seiner Angebeteten Tatjana (Aniya Wendel) ist er eingeladen. Erst der von allen gemiedene neue Schüler Andrej Tschichatschow (Anand Batbileg), der der Einfachheit halber nur Tschick genannt wird, bringt plötzlich Leben in Maiks drögen Alltag. Eines Tages steht er nämlich mit einem geklauten Auto, einem Lada Niva, vor der Haustür des Jungen und lädt ihn auf eine Reise ein, die zu seinem Großvater in die Walachei führen soll. So machen die beiden Jugendlichen sich auf den Weg und begegnen auf ihrer Fahrt nicht nur einer Öko-Familie, sondern auch dem etwas sonderlichen Braunkohletagewerk-Bewohner Horst Fricke. Außerdem kreuzt die burschikose Isa Schmidt (Nicole Mercedes Müller) ihren Weg, ein Mädchen, das auf dem Weg nach Prag ist und nicht nur weiß, wie man mit einem Schlauch Benzin stiehlt…

 


 

 



- Kritik -
      

Studiocanal veröfentlichte diese Woche die Bestsellerverfilmung TSCHICK auf DVD und Blu-ray. Der Film von Regisseur Fatih Akin (GEGEN DIE WAND, SOUL KITCHEN) basiert auf dem gleichnamigen Buch von Wolfgang Herrendorf. Er erzählt darin von diesem einen Sommer in der Jugend eines Jungen, der alles verändert und in neues Licht rückt. Der betreffende Junge in dieser Geschichte ist Maik. Er ist 14 Jahre alt, Aussenseiter und lebt in Berlin. Die Mutter ist in der Entzugsklinik und der Vater mit der hübschen Assistentin auf einer besonderen Dienstreise. Zu Beginn der Schulferien freundet er sich eher wider Willen mit einem neuen Mitschüler aus Russland an, den alle nur, aufgrund seines komplizierten Namen, Tschick nennen. Gemeinsam ziehen sie mit einem geklauten Auto durch den Osten Deutschlands los. Das Ziel unbekannt. Die Erlebnisse unvergesslich. Den Roman konnten wir bereits zum Kinostart vorstellen, nun folgt die Besprechung des Films.

 Mit TSCHICK wagte sich Fatih Akin zum ersten Mal an einen fremden Stoff. Bisher hatte der Autorenfilmer ausnahmslos nur selbstgeschriebene oder Original-Drehbücher inszeniert. Der Entscheidungsprozess gestaltete sich dabei für ihn diesmal relativ kurz. Sieben Wochen vor Drehbeginn bekam er das Angebot den Stoff auf die Leinwand zu bringen, noch in derselben Woche musste er eine Entscheidung fällen, denn schon eine Woche darauf sollte sein erster Arbeitstag sein. Das war im Juli 2015. Zuvor war eigentlich David Wnendt (KRIEGERIN (D 2011)) für die Regie vorgesehen. Da dieser aber mit den Arbeiten an der Adaption von ICH BIN WIEDER DA (D 2015) länger brauchte als man erwartete und man nicht warten wollte, ging der Auftrag an Akin weiter. Böse Zungen behaupten, dass es nicht nur an Terminschwierigkeiten lag, sondern auch an inhaltlichen Differenzen und Querelen zwischen dem Produzenten Marco Mehlitz und David Wnendt, aber dazu fehlt bisher eine offizielle Stellungnahme. Das Drehbuch schrieb der Berliner Lars Hubrich, der wie ursrprünglich auch David Wnendt (wobei auch dies bisher nur als Gerücht einzustufen ist) der Wunschkandidat vom Autor der Vorlage, Wolfgang Herrendorf, war. Als Fatih Akin zu dem Projekt dazu stieß, überarbeitete er auch zusammen mit Hubrich das Drehbuch nochmals an manchen Stellen. Nicht so kompliziert wurde es beim Casting der Hauptrollen. Tristan Göbel, der Maik, spielt, hatte schon reichlich Erfahrung als Kinderdarsteller und bei der Rolle des Tschick fand man beim Casting einen Berliner Schüler „von mongolischen Eltern“, der sich selbst beworben hatte. Doch viel Fatih Akin steckt am Ende noch im Film?

Auf dem Papier wirkt der Stoff wie ein perfekter Coming-Of-Age-Film für Fatih Akin. Aussenseiterfiguren mit verschiedenen Herkünften treffen aufeinander. Auf diese einfache Formel lassen sich wohl nicht alle Filme des deutschen Regisseurs türkischer Abstammung runterbrechen, doch wenn man unbedingt will, entdeckt man so am simpelsten die Schnittstellen von Akins bisherigem Schaffen und dem Buch. Ein Road-Movie hat er dabei in seiner Filmografie schon aufzuweisen: IM JULI (D 2000). Der große Unterschied zwischen den zwei Filmen liegt nicht nur im Alter der Hauptfiguren, sondern auch den Zielen. Während Moritz Bleibtreus Daniel seiner großen Liebe hinterherfährt, flüchten Maik und Tschick eher vor einem Ziel. Es wird wohl die Walachei als (fiktives) Ziel ausgegeben, aber ohne Karte und Kenntnisse des Lesens der Sonne als Kompass, streunen sie eher ziellos durch den Osten Deutschlands. Die Zeit ist bei Ihnen nur noch eine Einheit, die vom Sonnenauf- und untergang geregelt wird. Aber wie im Buch – das gerade einmal 250 Seiten umfasst und die eigentliche Reise erst nach 100 Seiten beginnt – wäre man am doch noch gerne ein paar Tage mehr mit den Beiden durch die Provinz gedüst. Denn am Ende fühlt sich die Reise irgendwie unvollendet an. Ja die Protagonisten bzw. der Held durchläuft einen Wandel und doch wirken Teile unterwältigend. Als sich dem Duo eine Zeitlang ein Mädchen abschließt, soll hier ein memorables Trio aufgebaut werden, doch – wie auch wieder im Buch – sind die Szenen dafür viel zu knapp und wenig besonders.

Die Jungschauspieler schwanken zwischen sehr gut und weniger überzeugend. Anand Batbileg als titelgebender Tschick ist eigentlich eine typische Akin-Figur. Man spürt auch bei einem jugendlichen Schauspieler wie ihm direkt die Handschrift des Regisseurs. Tristan Göbel als Maik ist da nicht weniger überzeugend. Neben diesen beiden Hauptfiguren sind die sonst auftauchenden, teilweise sehr simplen gezeichneten Personen, eher nebensächlich aufgezogen, was nicht weiter schwer ins Gesicht fällt. Angenehmerweise verzichten Akin und sein Bildgestalter Rainer Klausmann auf expressive Farbaspekte im Bild wie man das zu Genüge in Filmen wie FACK JU GÖTHE oder Werken aus Til Schweigers Filmografie kennt. Die Musik des Films besteht größtenteils aus Songs, die stellenweise auch schon so im Buch genannt werden – beispielsweise Richard Claydermans „Ballade pour Adeline“ – ergänzt aber auch durch neue Songs. Ein Terrain, wo man auch von Akin und seinen Filmen gewohnt ist eine versierte und abwechslungsreiche Auswahl zu bekommen.

 

- Fazit -  

Wo Fath Akin draufsteht muss nicht unbedingt auch dieser drin sein. Mehr eine Bestsellerverfilmung, die nicht mehr die Handschrift des Regisseurs trägt als die wenigen narrativen Merkmale, die aber auch schon das Buch aufwiesen. Ähnlich wie dem Buch fehlt auch dem Film schließlich, plump gesagt, am Ende eine Aussage. Der Film ist sehr kurzweilig, mit einem äußerst unterhaltsamen, jugendlichen Trio und verliert nur durch Abzüge in der B-Note an Boden.

Wertung: 6,5|10

Durchschnittliche Userbewertung

7.0/10 rating 1 vote

 

- BD FACTS UND EXTRAS -

 

BD Verkaufstart: 09. März 2017
BD Verleihstart: 09. März 2017

Publisher: Studiocanal/Arthaus

Verpackung: BD Case (Amaray)
Wendecover: Ja

Bild: 1,85:1 (1080p)
Laufzeit: ca. 93 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (DTS-HD MA 5.1)
2. Deutsch (DTS-HD Ma 2.0; Hörfilmfassung)

Untertitel:
- Deutsch für Hörgeschädigte

Extras:

  • Audiokommentar
  • Making of
  • Teamfilm
  • Musikvideo
  • Interviews
  • Teasertrailer
  • Haupttrailer
  • Deleted Scenes
  • Lesung: Wolfgang Herrndorf
  • Outtakes
  • Storyboards
  • Premerenclip

Kritik Extras
Wie gewohnt gibt es bei Fatih Akin einen Audiokommentar, der sich auch wirklich lohnt und das Herzstück, des ansonsten auch üppig gefüllten Bonusmaterial bildet. 

Wertung: 7,5|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

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Manuel Föhl

Manuel Föhl

   

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