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Filmtipp  

   

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Jul31

Non-Stop

Non-Stop

Originaltitel: Non-Stop
Herstellungsland: Frankreich, Großbritannien, USA

Erscheinungsjahr: 2013
Genres: Action, Thriller
Freigabe: FSK 12
Regie: Jaume Collet-Serra

Darsteller: Julianne Moore, Liam Neeson, Anson Mount, Michelle Dockery, Lupita Nyong'o u.a.

Air Marshal Bill Marks (Liam Neeson) ist nicht gerade der Stolz seiner Behörde: Nach privaten Problemen hat er begonnen zu trinken, sein Ruf ist nicht mehr der allerbeste. Sein neuester Auftrag allerdings wird zur Bewährungsprobe, denn kurz nach Start des Fluges bekommt Bill Nachrichten von einem Unbekannten: Entweder die Fluggesellschaft transferiert 150 Millionen Dollar auf ein bestimmtes Konto oder eine Person an Bord des Flugzeugs stirbt innerhalb der nächsten 20 Minuten. Bald muss Bill feststellen, dass der Täter seine Drohung wahrzumachen weiß, doch das ist nicht die einzige unschöne Überraschung, die ihn erwartet, während er fieberhaft nach dem Täter sucht, der sich ebenfalls im Flieger befinden muss…

- Kritik -  

Es gibt Action-Stars, die sich im Alter von dem Genre lösen und sich als „ernster“ Darsteller beweisen wollen. Genau umgekehrt verlief der Werdegang von Liam Neeson, der über Jahre hinweg als Charakter-Schauspieler galt und erst im Alter von 56 Jahren mit 96 HOURS (2008) zum Star des Actionfilms aufstieg. Seitdem gilt er als „tough Guy“, auch wenn Neeson sicherlich nicht mit Stallone und Co. verglichen werden kann und sollte und auch seine Projekte keine Actionkost im klassischen Sinne sind. NON STOP suggerierte im Trailer einen weiteren Actionthriller – mit Recht?

Regisseur Jaume Collet-Serra und Liam Neeson scheinen sich gegenseitig zu schätzen. Denn nach UNKNOWN IDENTITY (2011) markiert NON STOP bereits ihre zweite Zusammenarbeit, die sie in RUN ALL NIGHT (2015) weiter ausbauen werden. Der von Joel Silver produzierte Film ist eine Mischung aus klassischem Katastrophenfilm im Stile von AIRPORT (1970) und Suspense-Thriller, in dem die Frage „Wer ist es?“ im Vordergrund steht – im Grunde handelt es sich um ein Kammerspiel mit einer Handvoll Figuren. Wer also einen reinen Action-Streifen erwartet, wird vielleicht enttäuscht werden, wenngleich Neeson hin und wieder seine enorme physische Präsenz in packenden aber verhältnismäßig kurzen Fights ausspielen kann. Serra spielt dabei clever mit der Erwartungshaltung des Publikums und lässt den Zuschauer ebenso im Dunkeln tappen, wie den Hauptdarsteller. Dabei nutzt der Regisseur den beengten Handlungsort ideal aus, zieht die Spannungsschraube kontinuierlich an und baut äußerst geschickt einen stimmigen Spannungsbogen auf.

Dabei bindet er die Textnachrichten, die Neeson von dem Erpresser/Mörder erhält, virtuos ein und nutzt auch diesen stummen Dialog zur Spannungssteigerung. Dabei wird der Film seinem Titel absolut gerecht, denn ständig passiert etwas, immer wieder wird man überrascht: Serra entwirft ein beklemmendes und dynamisch inszeniertes Katz-und Maus-Spiel, das zu keiner Minute vorhersehbar ist und dabei auf den wie stets präsenten Neeson setzen kann, der hier auch wesentlich glaubwürdiger charakterisiert wurde, als zum Beispiel im lärmenden, letztlich aber enttäuschenden Sequel 96 HOURS – TAKEN 2 (2012) von Luc-Besson-Günstling Olivier Megaton. So zieht die Spannung konsequent an, die Frage, wem man trauen kann, zieht sich durch den ganzen Film und wird durch immer neue Wendungen auch nicht langweilig. Serra beweist einmal mehr, dass man in Zukunft mit ihm rechnen kann, denn die erzählerisch reduzierte Art und Weise, wie er den minimalistischen Handlungsort und die wenigen Figuren einsetzt, beeindruckt durchaus.

Doch das ist nur eine Seite der Medaille, denn NON STOP bleibt sich und seiner Prämisse nur bedingt treu. Serras Film interessiert sich nur für den Moment, will immer und wieder überraschen. Es ist unerheblich wie unwahrscheinlich, wie unlogisch eine Wendung ist: So lange eine Idee die gewollte Wirkung erzielt, ist dem Spanier und seinen Drehbuchautoren John W. Richardson, Christopher Roach und Ryan Engle jedes Mittel Recht. Das führt zu unangenehmen Logiklücken und Ungereimtheiten, die Serra durch seinen effektiven Stil zwar häufig überspielen, jedoch nicht egalisieren kann. Die ständig neuen Kniffe wirken zu konstruiert, zu gewollt, als dass sie immer die gewünschten Wirkung entfalten könnten. Zudem interessieren sich weder Skript noch Regie für die Figuren – sie sind einfach nur Mittel zum Zweck und sind prinzipiell nur dazu da, damit man raten kann, wer denn nun der Täter ist. Das gilt sogar für den Charakter von Julianne Moore, die immerhin die zweite Hauptrolle spielt und selten mehr unterfordert gewesen sein dürfte. Ein großes Ärgernis ist zudem das Finale.

Das gilt sowohl für die sehr beliebige Auflösung, dass das eigentlich interessante Motiv der Täter wiederum nur als Mittel zum Zweck benutzt, als auch für die übertriebene Action. Nicht nur, dass die CGI-Elemente nicht wirklich überzeugen können: Das extrem auf Spektakel gebürstete Finale wirkt wie aus einem anderen Film entliehen und sorgt in seiner überzogenen Abwegigkeit für mehr als nur Stirnrunzeln. Da hilft es nur bedingt, dass ein paar Seitenhiebe auf das übertriebene Sicherheitsbedürfnis der Amerikaner im Zuge der 9/11-Katastrophe durchaus amüsieren können. Trotzdem: NON STOP zeigt eine immense Weiterentwicklung von Jaume Collet-Serra und lässt erahnen, welches Potenzial noch in ihm steckt. Ein spannender Abend ist definitiv garantiert.

 

- Fazit -

Extrem spannend, elegant und clever gefilmt und mit einem nach wie vor überzeugenden Neeson kann NON STOP, der mehr Thriller als Action bietet, auf ganzer Linie. Doch ein überflüssiges Finale und ein Skript, welches nur für die nächste Wendung „lebt“, lassen den positiven Gesamteindruck verlassen. Unter dem Strich jedoch trotzdem absolut sehenswert.

Wertung: 6.5|10

Durchschnittliche Userbewertung

7.6/10 Bewertung (7 Stimmen)

 

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verleihstart: 24. Juli 2014
DVD Verkaufstart: 24. Juli 2014

Publisher: StudioCanal

Verpackung: Keep Case (Amaray)
Wendecover: Nein

Bild: 2,40:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 101 Minuten
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel:
- Deutsch

Extras

  • Trailer vor Menüstart
    *RoboCop (2014) (02:06 mins)
    *Tribute von Panem - Catching Fire (01:56 mins)
    *Unknow Identity (02:18 mins)
  • Featurettes
    *Spannung in 12.000 Meter Höhe (07:26 mins) (untertitelt)
    *Non-Stop Action (05:02 mins) (untertitelt)
    *Am Set (01:05 mins)
  • Making Of (09:57 mins)
  • Hinter den Kulissen (02:06 mins)
  • Deutschlandpremiere von Non-Stop (01:56 mins) (untertitelt)
  • Interviews 
    *Jaume Collet-Serra und joel Silver (03:26 mins) (untertitelt)
    *Liam Neeson und Julianne Moore (06:24 mins) (untertitelt)
    *Michelle Dockery (02:11 mins) (untertitelt)
  • Trailer
    *Deutsch (02:16 mins)
    *Englisch (02:15 mins)
  • Weitere Highlights
    *72 Stunden - The Next Three Days (01:57 mins)
    *Flight (01:41 mins)
    *Hannibal / 1. Staffel (00:47 mins)
    *The Place Beyond The Pines (02:19 mins)

Kritik Extras
Laut Beschreibung ist das gar nicht so übel. Doch wenn man das arg werbewirksame Making of gesehen hat, kann man sich die Featurettes getrost sparen. Dazu handelt es sich bei den Interviews fast schon unangenehm offensichtlich um reine Marketing-Gespräche, die kaum einen Mehrwert mit sich bringen. Auch ein Audiokommentar von Neeson und Serra wäre wünschenswert gewesen. So reicht es nicht mehr als zum Durchschnitt.

Wertung: 5|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

5.0/10 rating 1 vote
Tobias Hohmann

Tobias Hohmann

   

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