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Nov11

Montana - Rache hat einen neuen Namen

Montana - Rache hat einen neuen Namen

Originaltitel: Montana
Herstellungsland: Großbritannien

Erscheinungsjahr: 2014
Genres: Action, Drama, Krimi
Freigabe: FSK-18
Regie: Mo Ali

Darsteller: Michelle Fairley, Lars Mikkelsen, Ashley Walters, Adam Deacon, Alexandra Weaver u.a.

 


 

In den brutalen Straßen des Londoner East End bestimmt die Drogen-Mafia das Leben des vierzehnjährigen Montana (McKell David). Als der skrupellose Drogenboss Lazarus bemerkt, dass Montana mehr weiß als er wissen sollte, will er den Jungen aus dem Weg schaffen. Doch Dimitrije (Lars Mikkelsen), ein früherer Serbischer Auftragskiller, hat noch eine offene Rechnung mit Lazarus. Er bringt Montana das Kämpfen bei und zeigt ihm die wahre Bedeutung von Ehre, Respekt und Liebe. Die beiden schließen einen unzerbrechlichen Pakt und ziehen gemeinsam in den gefährlichsten Kampf ihres Lebens. 

 


 

 


 

- Kritik -    

Schauspieler Mads Mikkelsen hat mittlerweile einen festen Platz im internationalen Film ergattert. Eine gelungene Rollenauswahl kombiniert mit starkem Schauspiel sorgt dafür, dass man den Dänen immer wieder gerne sieht. Sein Bruder Lars Mikkelsen ist hingegen längst nicht so bekannt, machte aber nicht zuletzt durch den dänischen Film HEADHUNTER (2009) und seiner Rolle als Antagonist Charles Magnussen in der beliebten Serie SHERLOCK (2010-2014) auf sich aufmerksam. Nicht ganz ohne Ironie sagt Lars Mikkelsen, dass er die Rolle Dimitrijes in MONTANA primär deswegen spielen wollte, weil er nur selten die Gelegenheit bekommt in einem Action-Film mitzuspielen. Und tatsächlich darf er in MONTANA mehrfach die Fäuste schwingen. 

 

Auch wenn der Filmtitel etwas andere suggeriert und den jungen Montana (McKell David) in den Mittelpunkt stellt, steht Mikkelsen recht deutlich im Vordergrund. Glücklicherweise, möchte man sagen, denn McKell muss noch ein wenig Erfahrung sammeln, bis er in der Lage ist einen Film wirklich zu tragen. Als Botenjunge, der plötzlich in Lebensgefahr steht und sich unfreiwillig in die Obhut Dimitrijes begibt, macht McKell eine gute Figur, aber viel mehr charakterliche Tiefe bekommt seine Figur nicht zugesprochen. Ab und an kommt es zu Vater-Sohn-Momenten, die teilweise ganz gut aufgehen. Eine richtige Chemie kommt zwischen den beiden Hauptfiguren leider nicht auf. 

 

Als Figur ist Dimitrije ganz klar der Interessanteste, wenngleich auch etwas mit Klischees vollgepackt. Der wortkarge Dimitrije ist ein ehemaliger serbischer Auftragskiller, dessen Familie von Lazarus (Darrell D’Silva) ermordet wurde. Nur mit Mühe und Not kann er selbst dem Tod entgehen und sinnt seitdem auf Rache. Er beobachtet das Netzwerk, welches der Drogenboss Lazarus um sich aufgebaut hat und schaltet nach und nach dessen Handlanger aus. Damit ist er nicht nur dem Drogenlord ein Dorn im Auge, sondern auch der Polizei. Denn auch wenn sich D nur der kriminellen Unterwelt widmet, Selbstjustiz kann nicht geduldet werden. Zudem gibt es noch ein paar Polizisten, die von Lazarus bezahlt werden und dafür sorgen sollen, dass der lange Arm des Gesetzes ihn nicht in die Finger bekommt. So gut Dimitrije auch sein mag, es fehlt ihm an Unterstützung und als der junge Montana in Ungnade fällt und ermordet werden soll, rettet er ihn vor seinen Häschern und trainiert ihn. 

 

MONTANA ist recht temporeich unterwegs, lässt damit auch etwas die oberflächliche Handlung vergessen. Denn wirklich ausgegoren ist der Plot nicht gerade. Es fehlt an nachvollziehbaren Gründen, weshalb Montana plötzlich bei Lazarus in Ungnade gefallen ist und eine Gefahr für den Mobboss darstellen soll. Ein paar erklärende Worte werden zwar durchaus fallen gelassen, aber es wirkt eher wie eine fadenscheinige Begründung. Wie bereits erwähnt ist auch D etwas plakativ gehalten, was jedoch nicht so schwer wiegt, da Rache eigentlich immer ein dankbares Motiv ist und Mikkelsen eine wirklich gute Figur macht. Dass er sich um Montana kümmert liegt auch im Verlust seines Sohnes begründet und wird auch in den emotionalsten Momenten gut aufgegriffen. 

 

Über Logik sollte man sich nicht zu viele Gedanken machen, denn Montana wird in kürzester Zeit zum effizienten Killer ausgebildet, der nicht nur die Kampfkünste beherrscht, sondern auch ordentlich mit Schusswaffen umgehen kann. So wirklich bedurft hätte es der Figur eigentlich nicht, wenn es nicht primär um das emotionale Konstrukt zwischen Vater und Sohn gehen würde, welches hier gestrickt wird. Am Ende fragt man sich aber durchaus, welchen Mehrwert Montana dem serbischen Killer wirklich geboten hat. 

 

Regisseur Mo Ali orientiert sich recht unverhohlen an bekannten Genre-Vertretern. Ob nun ein Sauna-Kampf wie in EASTERN PROMISES oder Kampfchoreographien die an die Gun-Kata aus EQUILIBRIUM erinnern. Und storymäßig fällt natürlich auch auf, dass Montana an NIKITA und LEON erinnert. Jedoch sollte man dies als reine Hommage verstehen und nicht als plumpe Kopie. Dies zeigt sich bereits beim  Namen der titelgebenden Figur Montana. In einer Szene echauffiert sich Montanas Love Interest, im übrigen ein recht aufgesetzter Storyhook, über den Namen des Jungen und fragt nach der Herkunft. Hierauf hat der Botenjunge keine gute Antwort parat. Der Filmfan weiß jedoch, dass Jean Renos Charakter in LEON – DER PROFI mit vollem Namen Leone "Léon" Montana heißt und außerdem gibt es natürlich noch Tony Montana aus SCARFACE. Sicherlich kein Zufall. 

 

Ein immens wichtiger Bestandteil des Films sind die Actionszenen. Von denen gibt es etliche. Sowohl Shoot-Outs als auch Zweikämpfe Mann gegen Mann. Die Inszenierung ist gelungen, in manchen Momenten jedoch nicht ganz so gut geschnitten. Zweifelsohne, um die Kampfchoreographie sowie die Fähigkeiten der Darsteller zu kaschieren. Leider überspannt man den Spannungsbogen etwas und verpulvert noch etliche Patronen, nach dem die Klimax eigentlich erreicht wurde. 

 

- Fazit -  

NIKITA trifft auf KARATE KID vermischt mit etwas EQUILIBRIUM und einer Prise BOONDOCK SAINTS. So oder so ähnlich könnte man MONTANA zusammenfassen. Ein solider Film, der etwas inhaltsleer ist und weitestgehend von Lars Mikkelsen getragen wird. Leider geht die (Zieh)Vater-Sohn-Geschichte nicht gänzlich auf und nur selten kommt die Chemie zwischen den beiden Protagonisten richtig zum tragen. Nicht sonderlich erinnerungsträchtig, aber kurzweilig. Unter dem Strich ist MONTANA eine unterhaltsame Hommage, die leider zu wenig eigene Ideen mitbringt und sich nicht nur vor seinen Vorbildern verbeugt, sondern sich diesen auch beugen muss. KARATE KID vielleicht mal außen vorgelassen.

Wertung: 6|10

Durchschnittliche Userbewertung

5.3/10 Bewertung (3 Stimmen)

 

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verleihstart: 16. Oktober 2014
DVD Verkaufstart: 16. Oktober 2014

Publisher: E-One

Verpackung: Keep Case (Amaray)
Wendecover: Nein

Bild: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 98 Minuten (inkl. Abspann)
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel:
- Deutsch
- Englisch

Extras

  • Making of
  • Interviews mit Deacon, Walters, Mikkelsen, David und weiteren

Kritik Extras
Ein paar obligatorische Extras auf der Disc, aber weder wirklich umfangreich geschweige denn informativ.

Wertung: 1|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

1.0/10 rating 1 vote
Sascha Weber

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