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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   
Okt14

Maleficent

Maleficent

Originaltitel: Maleficent
Herstellungsland: USA, Großbritannien 

Erscheinungsjahr: 2014
Genres: Abenteuer, Fantasy, Drama
Freigabe: FSK 6
Regie: Robert Stromberg

Darsteller: Angelina Jolie, Elle Fanning, Juno Temple, Sharlto Copley, Brenton Thwaites u.a.

Einst friedvoll im Einklang mit der Natur lebend und reinen Herzens ist Maleficent heute gezwungen, mit allen Mitteln für den Erhalt der Ruhe und des Friedens in ihrem Land zu kämpfen. Bis sie eines Tages auch noch einem skrupellosen Verrat zum Opfer fällt. Ein Verrat, der ihr Herz endgültig zu Stein werden lässt. Von dem innigen Wunsch nach Vergeltung getrieben, wendet sich Maleficent schließlich sogar gegen den König der Menschen, den sie einst liebte. Am Ende macht sie nicht einmal davor halt, dessen neugeborene Tochter Aurora zu verfluchen und ihr den Tod zu wünschen. Als das liebenswerte Mädchen allerdings über die Jahre heranwächst, erkennt Maleficent nach und nach, dass Aurora der friedenbringende Schlüssel zu allem ist – auch zu ihrem eigenen Glück.

- Kritik -  

Märchenverfilmungen sind bereits seit einiger Zeit in Mode und reihen sich prinzipiell in die Ideenlosigkeit Hollywoods ein, populäre Stoffe immer und immer wieder neu aufzulegen, um ein möglichst breites Publikum anzusprechen. Dabei gab es die unterschiedlichsten Ansätze wie ALICE IM WUNDERLAND, RED RIDING HOOD oder HÄNSEL und GRETEL: HEXENJÄGER. In MALEFICENT von Regie-Debütant Robert Stromberg griff man das Grimm-Märchen Dornröschen auf und verpflichtete Angelina Jolie für die Hauptrolle des 180 Millionen Dollar-Spektakels MALEFICENT. Steckte man das Geld in einen faden Neuaufguss oder fand man einen neuen Ansatz, um das altbekannte Thema für eine weitere Kinoadaption neu zu erfinden?

Die gleichwohl einfache wie wenig unbefriedigende Antwort lautet: Jein.
Einerseits  fand Autorin Linda Woolverton, die für „Disney“ bereits die Vorlagen zu KÖNIG DER LÖWEN und ALICE IM WUNDERLAND lieferte, tatsächlich einen Dreh, um die Story aus einem anderen Blickwinkel zu entwickeln. Statt wie aus dem Klassiker von 1959 alles aus der Sicht Dornröschens zu erzählen, konzentriert sich MALEFICENT überwiegend auf die namensgebende, böse Fee, dargestellt von Angelina Jolie. Die Handlung setzt auch wesentlich früher als die bisherigen Adaptionen an, so dass man den Beteiligten nicht den Vorwurf machen kann, lediglich altbekannte Geschichten neu aufzuwärmen. 

Das Problem des Films liegt daher nicht an der Ideenlosigkeit der Herangehensweise, sondern der Unausgewogenheit zwischen Ansatz und Umsetzung. Man will zu viel erzählen, nimmt sich dafür aber nicht die nötige Zeit, so dass alle Charaktere außer der bösen Fee platt und konstruiert wirken. Zudem ist deutlich spürbar, dass Stromberg, der bislang hauptsächlich als Effektkünstler in Erscheinung trat und für seine Arbeit als Production Designer bereits zwei Oscars erhielt, wenig Interesse an der Geschichte oder den Charakteren hat. Bei ihm stehen die visuellen Aspekte im Vordergrund – und die können sich sehen lassen. Die Effekte sind atemberaubend, die Sets atmosphärisch, Kostüme und die detaillierte Ausstattung lassen erahnen, wohin das imposante Budget geflossen ist. Das wirkt teilweise überraschend düster, verliert dabei jedoch nie seinen märchenhaften Charme zu stark aus den Augen. Trotzdem musste die Kinofassung um 40 Sekunden gekürzt werden, damit die FSK eine Kino-Freigabe ab 6 Jahren vergab. Man baute auch eine gehörige Portion Humor ein, um den düsteren Ansatz ein wenig kompatibler zu gestalten. Es gelangen dabei einige wirklich witzige Szenen, aber auch viele eher unglückliche Versuche, die völlig in alberne abdriften. Angelina Jolie erweist sich jedoch als Idealbesetzung und schafft es, die wenigen schauspielerischen Nuancen, die ihr das Drehbuch und die Umsetzung gestatten, voll und ganz auszukosten. 

Doch auch die grandiose Optik, die exzellenten Effekte und eine herausragende Jolie können die inhaltlichen Schwächen nicht vergessen lassen. Skript und Regie hasten durch die Geschichte – immer darauf bedacht möglichst rasch von einem visuellen Highlight zum nächsten zu gelangen. Darunter leiden die Charaktere ebenso wie die Dramaturgie, die spätestens in der zweiten Hälfte gänzlich in sich zusammenbricht und nur noch aus einzelnen Szenen mit einem rudimentären roten Faden besteht. Das ist durchaus spektakulär und leidlich unterhaltsam, lässt jedoch weder einen Spannungsbogen noch eine emotionale Einbindung des Zuschauers zu, so dass der Film teilweise kalt und berechnend wirkt. In diesen Momenten wird MALEFICENT einzig von der optischen Raffinesse, der präsenten Angeline Jolie und dem tollen Score von James Newton Howard zusammengehalten.

An den Kassen konnte sich das Stromberg-Debüt vor allem im Ausland behaupten und spielte insgesamt knapp 760 Millionen Dollar ein. Von daher scheinen die „Macher“ ja alles richtig gemacht zu haben – auch wenn dabei die elementaren Dinge des Filmemachens immer mehr auf der Strecke bleiben.

 

- Fazit -

Außen hui, innen pfui. Die halbwegs originelle Grundidee wird leider nicht entsprechend in den Vordergrund gestellt. Stattdessen verlässt man sich auf die exzellenten Effekte, eine imponierende Optik und eine herausragende Angelina Jolie. Das ist auf Grund der atemlosen Inszenierung gleichsam unterhaltsam wie fade, ohne zu enttäuschen, aber auch ohne zu begeistern. Blockbuster-Kino von der Stange, mag man da sagen, wobei es so einfach dann auch wieder nicht ist. Mit etwas Wohlwollen gibt es noch

Wertung: 6|10

Durchschnittliche Userbewertung

5.6/10 Bewertung (5 Stimmen)

 

- DVD FACTS UND EXTRAS -

 

DVD Verleihstart: 02. Oktober 2014
DVD Verkaufstart: 02. Oktober 2014

Publisher: Walt Disney

Verpackung: Keep Case (Amaray)
Wendecover: Nein

Bild: 2,35:1 (anamorph / 16:9)
Laufzeit: ca. 92 Minuten
Uncut: Nein (Der Film wurde fürs Kino laut Disney um 40 Sekunden gekürzt. Auf DVD fehlen 56 Sekunden)

Ton:
1. Deutsch (Dolby Digital 5.1)
2. Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel:
- Deutsch für Hörgeschädigte 
- Englisch für Hörgeschädigte

Extras
Coming Soon

Kritik Extras:
Abgesehen von der arg positiven Grundstimmung der verschiedenen Features, ist das Bonusmaterial durch die Bank interessant und unterhaltsam. Allerdings auch viel zu kurz. Zwischen ca. zwei und sieben Minuten beträgt die Laufzeit – das ist einfach zu wenig, um bei einem Projekt dieser Größenordnung etwas unter der Oberfläche schnuppern zu können. Auch ein Audiokommentar fehlt leider.

Wertung: 4.5|10

Durchschnittliche Besucher-Wertung

5.0/10 rating 1 vote
Tobias Hohmann

Tobias Hohmann

   

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