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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   

Interview: Ralf Krause

Details

Was gibt es doch für tolle Filmartworks! Schon in der guten alten Videothekenzeit ließ man sich oftmals nur von den Covern leiten, auch wenn es vorkam, dass sich der Film selbst im Nachhinein als Enttäuschung herausstellte. Ralf Krause ist einer der talentiertesten Digital-Artist Deutschlands. BGT-Redakteur Kevin Zindler hatte die Gelegenheit, sich mit ihm über dieses interessante Thema zu unterhalten.

Website von Ralf Krause: krauseartworks.com

 

 

 


Wie bist du zum Artwork-Design gekommen?


Angefangen habe ich quasi mit Fan Art von Horror- und Action-Filmen bis irgendwann die Frage im Raum stand warum ich nicht einfach mit Film- und T-Shirt-Labels zusammenarbeite. Natürlich ist auch der Faktor Kindheit mit daran Schuld, da in dieser Zeit ja mein großes Interesse an gezeichneten Filmpostern und VHS-Motiven entstanden ist.


Welches Jahrzehnt war für deine jetzigen Arbeiten besonders prägend?


Definitiv die 80er Jahre. Dies war ja generell die Zeit in der egal ob im Film, im TV, in der Werbung, in der Musik oder eben auf Filmplakaten eine düstere und doch grelle Ästhetik vorherrschte. Dieser Einfluss findet sich ebenfalls in vielen meiner Arbeiten wieder. 

Gibt es einen speziellen Künstler – wie zum Beispiel Renato Casaro, der u.a. für sämtliche Spencer/Hill Artworks verantwortlich war – der dich besonders inspiriert hat?


Renato Casaro ist auf jeden Fall eine sehr wichtige Inspiration. Zumal in den 80ern und zum Teil in den 90ern, fast jedes dritte Cover-Motiv aus seiner Hand entsprungen ist. Aber auch Drew Struzan, Bob Peak und natürlich Enzo Sciotti sind hier besonders hervorzuheben.


Die seligen 80er und 90er Jahre, in denen man in die Videothek ging und sich Filme anhand der coolen Cover lieh, sind leider so gut wie vorbei. Vermisst du diese Zeiten?


Ja, schmerzlich sogar, da ich bis zuletzt noch in der heimischen Videothek Filme geliehen habe. Aber ich bin dankbar, dass ich diese Zeit aktiv miterleben durfte. Es ist schon traurig, dass nachfolgenden Generationen dieses „Phänomen“ der Videotheken - die Atmosphäre, das haptische und visuelle Erlebnis aber auch die sozialen Aspekte nicht erfahren werden. Bei vielen Film-Artworks fragt man sich schon, ob da nicht ein Praktikant am Werk war. Insbesondere im DTV-Bereich werden viele Cover (Steven Seagal Filme seien da genannt) nur noch lieblos „gephotoshopt“.

Warum legen einige Label deiner Meinung nach keinen Wert mehr auf anständige Artworks?


Eine sehr gute Frage. Zeit ist wahrscheinlich ein möglicher Grund. Je nachdem wie viele Filme in einem kurzen Zeitraum veröffentlicht werden müssen, desto weniger Aufwand wird vermutlich betrieben. Vielleicht ist aber, um bei deinem Beispiel zu bleiben, der Name Seagal schon Kaufanreiz genug und ein „anständiges“ Cover erübrigt sich da. Letztendlich ist die Cover-Ästhetik aber auch immer eine Geschmacksfrage. Aber gerade die meisten Indie-Labels arbeiten da eher entgegengesetzt und geben sich in der Regel sehr viel Mühe bei der Veröffentlichung eines Films und dessen Wertschätzung.


Bei deinen wunderbaren Arbeiten fällt auf, dass sie natürlich Back to the Roots angelehnt sind, jedoch auch moderne Elemente beinhalten. Kannst du das mit deinen Worten beschreiben?


Vielen Dank für das Lob. Ich denke die Farbigkeit bzw. „grelle“ Optik ist sicherlich ein Element aus den 80ern/90ern, dass ich so gut wie immer in meine Umsetzung einfließen lasse und auch zu einem gewissen Wiedererkennungswert beiträgt. Somit erhält z.B. ein Film aus den 70ern oder aus dem Jahr 2018 einen gleichen Look. Ein weiterer wesentlicher Punkt ist sicherlich, dass ich ausschließlich digitale Technik nutze - also zeitgenössisch alles per Grafiktablett umsetze - obwohl ich Künstler, die klassisch mit Pinsel und Leinwand arbeiten, aufs Höchste bewundere.


Was ist dein Lieblings-Film-Artwork der letzten 40 Jahre?


Da gibt es zu viele gute Filmplakate um ein einziges zu benennen. Aber ich kann mich noch daran erinnern, dass ich als Kind absolut beeindruckt war, als ich das „Zurück in die Zukunft“ Plakat zum ersten Mal gesehen habe.


Welches deiner Motive gefällt dir persönlich am besten?


Ich glaube das ist immer das Motiv, was man aktuell fertiggestellt hat. Wichtig sind mir jedoch eines meiner „The Fog“ Ausdrucke und ein „Ghosts of Mars“ Motiv, da diese von John Carpenter persönlich signiert wurden.

Gibt es für dich ein Film-Genre, welches du im Bezug auf deine Kreativität bevorzugst?


Generell ist das immer abhängig von den Referenzen, die einem der Film bietet. Da haben Horror- und Actionfilme oder Thriller sicherlich den größeren Vorteil gegenüber einem romantischen Liebesfilm. Daher fühle ich mich in diesen Genres schon ganz gut aufgehoben.


Gibt es eine Figur, die du immer wieder besonders gerne zeichnest?


Nein, da habe ich keinen Favoriten. Jedoch kommt es natürlich vor, dass gewisse Schauspieler des Öfteren umgesetzt werden müssen. Bruce Campbell, Elvira, Jeffrey Combs und Brad Dourif habe ich daher schon einige Male auf dem „Grafiktablett“ gehabt.


Angenommen, ein Label bringt eine neue Edition eines Klassikers heraus und benötigt dafür noch ein Design. Welcher Film würde dich besonders reizen?


Da ich Filme im Allgemeinen sehr mag, kann ich da keinen konkreten Film nennen, der mich besonders reizt. Jeder Film ist im Prinzip eine neue Herausforderung und wenn man eine eigene Interpretation als Artwork gelungen umsetzten konnte, spielt der Titel oder die Popularität des Films überhaupt keine Rolle für mich. Allerdings bin ich ein großer John Carpenter-Fan und auch die alten Stephen King Verfilmungen gefallen mir alle sehr gut.


Was sind deine zukünftigen Projekte?


Oh, da kommt noch das ein oder andere. Aktuell arbeite ich an unterschiedlichen Film-Motiven. Welche das sind kann ich leider nicht verraten, da ich die Bekanntgabe den jeweiligen Labels nicht vorwegnehmen möchte. Es gibt aber auch noch einige fertige Cover-Artworks, die wohl im Laufe der nächsten Monate veröffentlicht werden.

   

Spieltipp  

   

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