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Interview: Stefan Schwenk (BGT-Exklusiv)

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In Deutschland verschwinden immer mehr Menschen. Hinter den mysteriösen Vermisstenfällen stecken aber keine vermuteten Wolfsangriffe, sondern Vampire, die ihren Ursprung im Mittelalter haben. MONTRAK (Sönke Möhring), ein einstiger Burggraf, wird durch einen von Luzifer verwandelten Ring zum Vampir-Dasein verdammt. Als er von den Menschen gejagt wird, bleibt ihm keine andere Wahl als sich töten zu lassen, damit der Mythos Vampir in Vergessenheit gerät. Doch MONTRAKs Untertanen (u.a. Adam Jaskolka) erschaffen im Geheimen einen neuen Vampirmeister, der in der Zukunft das Land mit seiner Armee endgültig ins Chaos stürzen soll. Nur eine kleine Gruppe von Menschen (u.a. Dustin Semmelrogge, Ralph Stieber) stellt sich ihnen in den Weg. MONTRAK ist ein deutscher Vampirfilm mit namhafter Besetzung, der nach über 5 Jahren Produktionszeit  am 18. März in Bayreuth seine Weltpremiere feierte. Der Trailer, welcher am 19. Februar veröffentlicht wurde, konnte die Erwartungshaltung an dem Genrefilm – welcher ohne Fördergelder entstand - weiter steigern. Vampirfilm-Fans dürfte ein vielversprechender Fantasie-Action-Horror-Mix ins Haus stehen. Kevin Zindler hatte die Gelegenheit Regisseur Stefan Schwenk kurz nach Fertigstellung von MONTRAK zu befragen. Stefan Schwenk auf IMDb

Über 5 Jahre haben du und dein Team an MONTRAK gearbeitet. Was waren die größten Herausforderungen während dieser Zeit und wie groß ist die Erleichterung jetzt endlich am Ziel zu sein?

Die Erleichterung ist nach so einer langen Zeit einfach riesig. Die größte Herausforderung war sicherlich, das Ganze durch Investoren, Sponsoren etc. finanziell zu stemmen.  Zudem war uns war von Anfang an klar, dass das Drehbuch genau umgesetzt werden muss. Die lange Zeit war daher notwendig, weil es nicht anders möglich war. Das Team musste natürlich in dem langen Zeitraum motiviert werden, damit es am Ball bleibt. Und genau diese Eigenschaft – neben der Leidenschaft, endlich mal wieder einen deutschen Vampirfilm zu machen - zeichnet es letzten Endes auch aus, was bestimmt nicht der Normalfall ist.

Denkst du, dass sich Fans durch die lange Produktionszeit von dem Projekt distanziert haben könnten?

Ich denke nicht. Klar, irgendwann wollen die Leute den Film endlich sehen. Aber die Fans die uns die 5 Jahre beobachtet und unterstützt haben, können es auch ein Stück weit nachvollziehen. Wir haben zum Beispiel  sehr viel Wert auf Details gelegt und einige Szenen nachgedreht. Diese Dinge haben wir immer mit der Öffentlichkeit kommuniziert und gewährten den Fans u.a. in Form von Social Media diverse Einblicke in die Produktion und brachten sie somit auf den neuesten Stand. Es war auch für den kreativen Prozess gut. Wir konnten uns mit anderen Filmemachern austauschen, einige Veränderungen vornehmen und hatten die Möglichkeit, qualitativ einzugreifen. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir über die 5 Jahre eine Fanbase aufbauen konnten. Es steckt eben kein Studio wie „Marvel“ dahinter, die direkt bei Ankündigung eines Titels eine riesige Fanbase im Rücken haben.

Zwei erfolgreiche Crowdfunding Kampagnen, Investoren und diverse persönliche  finanzielle wie zeitliche Aufwendungen waren notwendig, um MONTRAK überhaupt zu verwirklichen. Wäre man da als ehrgeiziger Filmemacher nicht auch mal froh, wenn die Filmförderung deutsche Genre-Filme unterstützen würde, anstatt überwiegend Filme zu fördern, die am Publikum vorbei produziert werden?

Es wäre sehr schön, wenn die Förderanstalten aufgeschlossener gegenüber Genre-Filme wären, oder zum Beispiel Redakteure bei TV-Sendern offener kommunizieren und Gelder für derartige Projekte locker machen würden. Veranstaltungen wie die „Genrenale“ können diesbezüglich vielleicht etwas verändern, um beim Publikum, aber vielleicht auch bei den Förderanstalten das Bewusstsein für gute Genrefilme zu stärken. Es ist so wie es ist. Genrefilme sind in der Regel teuer. Man muss aus den gegebenen Möglichkeiten das Beste machen und Kreativität kann eine gute Alternative zum limitierten Budget sein. Zum Beispiel, dass man versucht, einiges teurer aussehen zu lassen, als es in Wirklichkeit ist. Es hat aber auch Vorteile, wenn man komplett unabhängig mit eigenem Geld produziert. Man kann selbst entscheiden und hat kreativen Spielraum.

Denkst du, dass du den anfänglichen Ansprüchen an MONTRAK letzten Endes gerecht geworden bist?

Mehr als das. Ich bin total Happy mit dem Endprodukt. Ich hätte den Film nicht anders gemacht, wie er jetzt ist. Er hat eine eigene Erzählstruktur, wird in mehreren Episoden erzählt, ist unkonventionell und individuell. Er ist mit viel Liebe zum Thema entstanden. Es macht mich stolz, dass wir das in der langen Zeit so durchgezogen haben. Es ist eine Art Filmschule, da ich in allen Produktionsbereichen beteiligt war. Sound-Design, Musik, Effekte – alles musste ich absegnen. Das was ich gelernt habe, ist unbezahlbar.

Der Film trägt HIGHLANDER Elemente in sich – wenn es um Zeitsprünge geht – und lässt Parallelen zu LOST BOYS erkennen. Haben dich diese Filme besonders inspiriert und geprägt?

Ja, ich würde generell sagen, dass MONTRAK eine Hommage an den fantastischen Film der 80er Jahre ist. Es ist richtig, dass viele Einflüsse aus LOST BOYS, HIGHLANDER, THE TERMINATOR und NEAR DARK erkennbar sind. Den Charakter dieser Filme aufzugreifen, war sehr schön.

Trailer auf youtube.de: MONTRAK

Was waren die aufwendigsten Sets im Film?

Wir haben in der näheren Umgebung von Bayreuth gedreht. Das hat den Vorteil, dass es dort viele Schlösser und Burgen gibt. Wir drehten auf einer Burg und in einem Felsental, das mittelalterlich aufgebaut wurde. An der tschechischen Grenze in Bärnau befindet sich ein Geschichtspark, in dem wir ebenfalls Szenen für den Mittelalter-Teil des Films auf Zelluloid bannen konnten. Die Gegenwartsszenen haben wir in einem Industriegebiet gedreht – vor allem in der Nacht. Der Film spielt überwiegend nachts, was natürlich bei passendem Licht sehr gut ausschaut.

MONTRAK hat einen bekannten innerdeutschen Cast. Über welche Verpflichtung hast du dich am meisten gefreut?

Generell haben alle Schauspieler die ich auf dem Zettel hatte, auch zugesagt. Zum Beispiel hatte ich beim Schreiben Cosma Shiva Hagen als Gräfin im Kopf und habe sie einfach angefragt. Auch meine Wunschvorstellungen für die Hauptcharaktere wie Ralph Stieber oder Dustin Semmelrogge haben sofort zugesagt. Dustin musste beispielsweise 1,5 Jahre warten, um seine Gegenwartsszenen zu drehen und war immer noch Feuer und Flamme. Das spricht für ihn und ist nicht selbstverständlich.

Wie hoch ist der Härtegrad in MONTRAK?

Wir haben schon sehr viel Wert auf die Geschichte und darin verankerten Figuren gelegt. Es sind aber auch gute Spezialeffekte enthalten und wir haben das Ganze so konzipiert, dass jeder auf seine Kosten kommt. Das Hauptaugenmerk liegt auf Fantasie-Action, jedoch kommen auch Horror-Elemente nicht zu kurz.

Ist ein Kinostart angedacht?

Mein Wunsch ist zumindest ein kleiner Kinostart. Momentan sind wir aber noch in Verhandlungen mit Verleihern und reichen den Film bei diversen Festivals ein.

Ist bei Erfolg eine Fortsetzung geplant oder möchtest du generell erst einmal etwas anderes machen?

Ich habe Skizzen und Ideen für eine Fortsetzung, jedoch würde ich vorerst etwas anderes machen wollen. Ich hätte da auch Ideen für etwas Neues, das ich einfach umsetzen muss. Auftragsarbeiten kämen dagegen nur in Frage, wenn mich das Drehbuch reizt. Man weiß nie was passiert, manchmal kommt es doch anders als geplant.

Danke für das Gespräch.

   

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