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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   

Interview: Dominik Hartl (BGT-Exklusiv)

Details

BGT-Redakteur Kevin Zindler hatte die Gelegenheit, sich mit Filmemacher Dominik Hartl zu unterhalten, der gerade den Slasher-Film DIE LETZTE PARTY DEINES LEBENS abgedreht hat und der Ende März in den hiesigen Kinos anläuft. Zuvor drehte er den Splatter Streifen ANGRIFF DER LEDERHOSENZOMBIES, über den sich dieses Interview auch dreht. Dominik Hartl auf IMDb

 

 

 

 

 

Du bist studierter Regisseur und Drehbuchschreiber und wurdest für deinen Kurzfilm „Spitzendeckchen“ für den Österreichischen Filmpreis nominiert. War das Filmemachen schon immer dein Traum und was fasziniert dich daran?

Ich habe bereits mit 12 begonnen Stop-Motion Filme zu machen. Es ist damals schon recht blutig zugegangen. Es rollten Köpfe und das (Ketchup) Blut floss in Massen. Das Filmemachen  war eine frühe Passion von mir, wobei mir Stoffe aus dem Komödien beziehungsweise Horror-Genre am meisten zusagen.

Mit deinem Spielfilm-Regiedebüt „Beautiful Girl“ hast du eher ruhigere Töne angeschlagen. „Angriff der Lederhosenzombies“ ist genau das Gegenteil. Warum jetzt blutige Zombie-Metzeleien statt jugendfreundlicher Romanze?

Bei dem Film handelte es sich um eine Auftragsarbeit. „Beautiful Girl“ entstand während der langen Vorbereitungsphase zu den Lederhosenzombies. Ich hatte schon einige Jahre an dem Projekt gearbeitet, als die Produzenten an mich herantraten und mir die Regie für diese Romanze anboten. Es passierte einfach, ohne dass es vorab von mir geplant wurde. Es war ein schönes Projekt, aber die Zombies waren halt lange vorher da.

Für „Angriff der Lederhosenzombies“ hast du nicht nur auf dem Regiestuhl Platz genommen, sondern auch das Drehbuch geschrieben. Was war der ausschlaggebende Punkt, eine Apres-Ski Version von „Dawn of the Dead“ zu schreiben?

Ich komme aus Österreich, genau genommen aus den Bergen. Die Idee entstand tatsächlich, als ich betrunkene Apres-Ski Gäste vor der Skihütte beobachtete. Mir fiel auf, dass sie sich wie Zombies verhielten. Ich dachte, wenn jetzt eine Apokalypse ausbrechen würde, dann hätte man wirklich Probleme zwischen Zombie und Apres-Ski Gast zu unterscheiden. Aus dem Spaß heraus wurde dann der Grundstein für „Angriff der Lederhosenzombies“ gelegt.

Trailer auf YouTube: ANGRIFF DER LEDERHOSENZOMBIES

Im Film gibt es spektakuläre Snowboard Einlagen zu bestaunen. Gestalteten sich insbesondere diese Sequenzen als Herausforderung?

Ja, aber das relativiert sich dadurch, dass sich auch sämtliche andere Dinge als große Herausforderungen darstellten. Die vielen Masken, die vielen Leute am Berg etc. Es gestaltete sich logistisch wie technisch sehr aufwendig.

Man sagt ja, dass Produktionen, in denen Wasser eine große Rolle spielt, mit vielen Problemen zu kämpfen haben. Wie ist es mit Filmen, die zu großen Teilen im Schnee gedreht werden?

Es ist extrem hart. Von den 6 wöchigen Dreharbeiten (insgesamt habe ich mit dem Projekt 8 Jahre verbracht) haben 4 in der Nacht außen stattgefunden. Wir haben fast jede Nacht mit Schneestürmen kämpfen müssen. Wir mussten die Sets und das Equipment zwischen den Einstellungen immer wieder vom Schnee befreien. Dazu kommt, dass alles viel langsamer voran schreitet. Eine Kamera zu positionieren dauert oft doppelt so lang wie im Normalfall. Man stapft durch den Schnee, rutscht aus usw. Dieser Faktor macht einen Dreh deutlich komplizierter und mühseliger.

Es geht in „Angriff der Lederhosenzombies“ nicht gerade zimperlich zu.  Inszenierungen mit einer Menge Blut auf weißem Hintergrund haben auch Regisseure wie Renny Harlin immer sehr gereizt. War der hohe Gore-Anteil auch deswegen für dich wichtig oder ist dies einfach der Zombie-Thematik geschuldet?

Meine Vorbilder für diesen Film waren Genre-Werke aus den späten 70ern beziehungsweise Anfang 90er Jahre - insbesondere „Braindead“ von Peter Jackson. Der hohe Gore-Anteil lässt sich dadurch erklären, dass wir Jacksons Rekord brechen wollten, der sich ja auf die Fahne geschrieben hat, dass in keinem Film so viel Kunstblut verwendet wurde, wie in „Braindead“. Wir haben es nicht ganz geschafft, jedoch versucht, dem sehr nahe zu kommen.

Im Film hat nicht nur Blut, Action und Humor zu bieten. Es gibt zum Beispiel eine Szene auf dem Dachboden (mit Margarete Tiesel und Oscar Dyekjær Giese) welche ans hartgekochte Horrorfan-Herz geht. Was war da deine Intention?

Es ist einfach während des Schreibens passiert, dass die Figuren der Hüttenwirtin und Josh immer mehr Gewicht bekamen, weil sie immer interessanter für mich wurden. Die beiden Schauspieler haben es auch sehr gut gemacht. Es war aber nicht geplant, dass sie jetzt als Gegenpol zu der ganzen Action etc. dienen sollten. Es hat sich ohne Kalkül so ergeben.

Margarete Tiesel ist ausschließlich in „bodenständigen“ Rollen zu sehen. Wie war ihre Reaktion, als sie das Angebot für einen Zombiefilm bekam?

Die Grete war immer meine Wunschbesetzung für die Rolle. Ich hatte bedenken, dass ihr das Ganze zu schräg sein könnte, doch sie hat von Anfang an verstanden, in welche Richtung wir gehen wollen. Deshalb war es kein großes Thema, dass sie an Bord kommt. Es ist eine echt coole Rolle und sie ist der heimliche Star des Films.

Splatter-Fans bekommen eine deftige Schlachtplatte serviert. Wie stolz bist du auf die aufwendigen Make-Up-Effekte?

Das Make-Up ist eines der Dinge, die im Film extrem gut gelungen sind. Die Zombies etc. sehen sehr gut aus. Da bin ich ganz besonders stolz auf das Team. Zudem hat die Berliner Special-Effects Firma „Chris Creatures“ einen super Job gemacht.

Ist eine Fortsetzung in Planung?

Von meiner Seite ist da nichts geplant. Man muss sehen, wie der Film läuft und wenn die Geschichte fortgesetzt werden sollte, müsste man da einen anderen Ansatz finden, sonst wiederholt sich alles nur. Das wäre mir zu fad.

Worum geht es in deinem neuen Film DIE LETZTE PARTY DEINES LEBENS?

Es ist ein Teenie-Slasher, der alle Zutaten hat, die ein richtiger Teenie-Slasher auch haben sollte: Halbnackte Mädels, viel Blut, Sex und Violence. Es geht um eine Schulklasse – dessen Schüler gerade die Matura (Abitur in Österreich) bestanden haben – die in ein riesiges Resort ans Meer reisen um dort gemeinsam mit 5000 anderen Jugendlichen, die ebenfalls ihren Abschluss gemacht haben, zu feiern. In diesem Setting gibt es einen Killer, der die ganze Klasse umbringen möchte.

Trailer auf YouTube: DIE LETZE PARTY DEINES LEBENS

Ohne Rücksicht auf das Budget oder andere Faktoren: Was wäre dein Traumprojekt und mit wem würdest du es umsetzen wollen?

Aus der Hüfte geschossen ist das echt schwierig zu beantworten. Ein Traumprojekt wäre eine richtig coole Komödie, in der es auch gerne actionreich zugehen darf. Am liebsten würde ich das in Zusammenarbeit mit der Produktionsfirma von Edgar Wright („Big Talk Pictures“) umsetzen.

Warum müssen sich unsere Leser unbedingt „Angriff der Lederhosenzombies“ anschauen?

Ich denke, wir bieten unter den vielen Zombiefilmen mal etwas Neues. Die Splatter-Fans kommen voll auf ihre Kosten: Zombies, die von Snowboardern gehäckselt werden, kreative Köpfungs-Szenarien, tolle Kulissen und Menschen in Lederhosen, die in Stücke gehackt werden. Da muss einem doch das Herz aufgehen.

Vielen Dank für das Gespräch.

   

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