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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   

Interview: Stephan Taubert (BGT-Exklusiv)

Details

MACHT DER TRÄUME ist für Regisseur Stephan Taubert ein ganz besonderes Projekt. Kurz vor der Premiere des Films hat BGT Redakteur Kevin Zindler den jungen Filmemacher zu einem Gespräch geladen.

Stephan Taubert auf IMDb (click)

 


 

 

Du schreibst, produzierst, schauspielerst und führst Regie. Welche Tätigkeit macht dir am meisten Spaß?

 

Eigentlich macht mir alles sehr viel Spaß. Ich führe gerne Regie und schneide auch, weil ich dann genau weiß, wie das fertige Produkt aussehen wird, aber ich liebe es mit vor der Kamera zu stehen und eine Rolle zu spielen. Und beim Schreiben des Drehbuchs fängt es ja schon an. Ich lasse meiner Phantasie freien Lauf und sehe, was ich zu Papier bringe. Oft kommen auch beim Schreiben noch die besten Ideen, aber ein anfänglicher roter Faden sollte schon da sein, damit ich weiß, in welche Richtung meine Geschichte geht.

Was hat die dazu bewogen, Filme zu machen?

 

Früher als Teenager habe ich viele Kurzgeschichten und kleine Novellen geschrieben und hatte da schon immer mal Ideen, wie die wohl als Filme aussehen könnten. Nach der 10. Klasse habe ich ein Austauschjahr in England verbracht und in der dortigen High School habe ich einen Media Kurs besucht, der sich auch ums Filme erstellen drehte. Da erwachte so ein bisschen die Filmlust in mir und passenderweise lasen wir im Englischunterricht "An Inspector Calls" von John B. Priestley, was dann ein Jahr darauf mein erster Film wurde.

Was bedeutet „Film“ für dich?

 

Eine sehr schöne Gelegenheit gute, spannende und/oder auch ergreifende Geschichten zu erzählen.

Du verwirklichst deine eigenen Drehbücher überwiegend selbst. Wie schwer ist es, an Mittel für die Realisierung deiner Filme zu kommen?

 

Mal mehr, mal weniger schwer. Gerade was mein Filmteam angeht, was auch von Produktion zu Produktion wechselt, hatte ich die ersten neun Jahre das große Glück, dass sie immer in ihrer Freizeit umsonst mitgemacht haben, was keine Selbstverständlichkeit ist. Für "Die Macht der Träume" habe ich dann mal einen Produzenten gefunden, der mich mit einem kleinen Budget ausgestattet hatte. Er kam zur Premiere meines letzten Films "Cast me! Die Show ihres Lebens" und sagte zu mir, dass er meine Arbeit toll findet und mich unterstützen möchte. So war ich nicht nur in der Lage auch meinem Team mal ein bisschen was zurückzugeben, sondern konnte noch einmal mehr ins technische gehen, u.a. für eine Drohne und ich hatte genug Möglichkeiten um an größere Kulissen, wie ein Krankenhaus, einen Helikopter und ähnliches zu kommen.

Dein neuer Film DIE MACHT DER TRÄUME basiert auf wahren Begebenheiten. Handelt es sich um eigene Erfahrungen? 

 

Teils teils. Ich stelle die Figur des Phillip Herzog dar, einem jungen Schauspieler, der bei einem Reitunfall querschnittsgelähmt wird und von da an mit seiner Frau und seiner Tochter dafür kämpft eines Tages wieder laufen zu können. Das Vorbild dafür ist der ehemalige Superman-Darsteller Christopher Reeve, der früher auch einen solchen Unfall hatte und sich das Genick brach. Er hat viel bewirkt und leider kam sein Tod viel zu früh. Als ich ein Teenager war, war Christopher Reeve mein Vorbild. Ich hab ihn für seinen Mut und seine Kraft immer sehr bewundert und hatte damals sehr gehofft, dass er eines Tages wieder laufen kann. Die Erfahrung, die aus meinem eigenen Leben mit einfließt, habe ich der Figur der Emilia gegeben, die von meiner guten Freundin Marie Spinka dargestellt wird. Ich bin nicht in den Verhältnissen aufgewachsen, in denen Emilia lebt, aber was davon wahr ist, ist folgendes: Als ich 16 Jahre alt war, habe ich auch einen Roman geschrieben, bei dem die Hauptfigur einen schweren Unfall hat, gelähmt wird und nach langer Zeit am Ende wieder laufen kann. Nach meinem Jahr in England wollte ich sogar den Roman ins Englische übersetzen und Christopher Reeve schicken, aber dazu kam es nie. Dennoch war es ein Ereignis, auf das ich heute noch zurückblicke und die Grundlagen für "Die Macht der Träume" darstellten. Daher war dieser Film auch ein sehr großes Herzensprojekt für mich. 

War es für dich eine besondere Herausforderung, einen körperlich Behinderten (Rollstuhlfahrer) zu spielen?

 

Auf jeden Fall. Ich hatte und habe sehr großen Respekt vor dem Vorbild meiner Rolle, aber einiges musste natürlich geändert werden. Die Verletzung, die Christopher Reeve erlitt hätten wir so nicht darstellen können, da es auch das Budget gesprengt hätte. Dennoch muss man, wenn man einen Gelähmten spielt, auch darauf achten, dass man nicht zufällig dann doch mal die Beine bewegt, was ja eigentlich gar nicht möglich ist.

Was kannst du zum weiteren Cast sagen?

 

Da kann ich mich nur mehr als positiv äußern. Jeder aus dem Team, egal ob vor oder hinter der Kamera, hat - ob groß oder klein - einen hervorragenden Beitrag geleistet und ich bin stolz auf jeden. Ich wusste von Anfang an genau, dass ich Marie Spinka, die ich schon Jahre lang kenne und schon mehrere Filme mit ihr gedreht habe, für die Hauptrolle haben will, die ich nur für sie geschrieben habe. Ebenso ihren Bruder Paul, der als bester Freund ihrer Figur Emilia mit auftritt. Mittlerweile ist sie auch Schauspielstudentin und ich hoffe noch viele Filme mit ihr zu drehen. Marie Rothe möchte ich an dieser Stelle auch danken, die als meine Frau Katharina ihre erste größere Rolle vor der Kamera spielte und das sehr gut gemacht hat. Bisher hatte sie nur den Ton gemacht und spielte nur mal eine kleine Nebenrolle. Bei ihr habe ich auch gelernt mit Pferden umzugehen, da ich vom Anfang an eher Angst vor Pferden hatte und erst lernen musste das abzulegen und ein bisschen reiten zu können. Sie hat glücklicherweise viel Erfahrung und reitet schon seit Jahren. Meine "Tochter" Ivette stand auch zum ersten Mal vor der Kamera und musste eine Rolle spielen, die vollkommen anders als sie ist. Ich kann da aber nur Gutes sagen und hoffe auch sie in weiteren Produktionen wieder mit dabei zu haben. Uwe Choroba kam mit seiner Frau Heidi übers Wochenende, um als unser Gegenspieler aufzutreten und die Zusammenarbeit mit ihm hat mir auch sehr viel Spaß gemacht. Auch bis zu den Nebenrollen hinbesetzt kann ich sagen, dass ich da genau die richtigen Leute mit an Bord hatte. Manche kamen auch aus anderen Städten angereist und blieben für ein oder zwei Tage da, um ihre Szenen abzudrehen, z.B. Alina Turtsevich, die ich bei einem Kinofilm als Komparsin kennenlernte und die als meine beste Freundin Anika eine entscheidende Nebenrolle spielt. Auch hinter den Kulissen kann ich meine Leute nur loben. Mein Kameramann, Costel Argesanu, hat hervorragende Arbeit an der Kamera geleistet und es war schon unsere dritte Zusammenarbeit. Traurigerweise muss ich leider erwähnen, dass einer unserer zwei Ton-Leute, Andreas, im Laufe der Dreharbeiten verstarb. Da haben wir nicht nur einen Kollegen, sondern auch einen guten Freund verloren. Der Film wird ihm gewidmet sein. Insgesamt war "Die Macht der Träume" mein umfangreichstes und persönlichstes großes Herzensprojekt. Ging mal was nicht gleich so, wie ich das mir vorstellte, brach auch erst mal eine halbe Welt zusammen, aber wenn man dann mal drüber geschlafen hat, kam doch noch eine Lösung. Sicher war ich da in den sieben Monaten Drehzeit auch nicht immer der Einfachste, weil es halt nicht irgendein Film für mich war, aber ich danke meinem ganzen Team für ihre tollen Leistungen und den großartigen Film, auf den wir alle stolz sein können.

Ohne Rücksicht auf das Budget oder andere Faktoren: Was wäre dein Traumprojekt, deine Traumrolle und mit welchen Schauspielern würdest du es realisieren wollen?

 

Gute Frage, aber mit "Die Macht der Träume" habe mich mir so ein Projekt gerade realisiert. Der Film war für mich, wie ich schon sagte, das große Wunschprojekt und ich bin auch sehr ernsthaft an die Rolle Phillip Herzog rangegangen, um dem Original auch so meinen Respekt zu erweisen. Sicher gibt es noch Ideen für weiteren Projekte und Geschichten, die ich verfilmen will, aber nach sieben Monaten harter Arbeit an diesem Film brauche ich erst mal eine Pause, bis ich wieder frisch genug bin und neue Ideen kommen. Mit wem würde ich gern mal drehen? Hmm, unter deutschen Schauspielern sehr gerne mal mit Jürgen Heinrich, dem Kommissar Wolff aus "Wolffs Revier", dem ich einmal als Komparse bei der „SoKo Leipzig“ begegnet bin. Und wenn ich's mal nach Hollywood schaffen sollte, gerne mal mit Pierce und Daniel ;)

 

Vielen Dank für das Gespräch. Die „BGT-Redaktion“ wünscht dir weiterhin viel Erfolg.

   

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