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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   

Interview: Marcel Walz (BGT-Exklusiv)

Details

Marcel Walz gilt als Enfant terrible einer neuen, jungen Generation von Filmemachern. Als Drehbuchautor, Produzent und Regisseur verwirklicht er unter seinem eigenen Label  Matador-Film viele Filmprojekte, an denen sich andere nicht heran trauen würden. Er fokussiert sich dabei auf den Torture Porn. Von einigen Kritikern als abartig und krank bezeichnet, hat sich Walz mit seinen Produktionen wie „Schlaraffenhaus“, „Plastic“ oder „La Petite Mort“ etabliert und eine große Fangemeinde  aufgebaut, welche in seinen Filmen nicht nur das übliche sinnlose Gemetzel sehen, sondern eine andere Form von Sozialkritik, Ironie und Überspitztheit. BGT-Redakteur Kevin Zindler bekam die Gelegenheit, dem äußerst sympathischen Filmemacher einige Fragen zu stellen.

Marcel Walz auf IMDb:

Marcel Walz auf IMDb (click)


  

Zu einem großen Teil fungierst du bei deinen Filmen in Personal-Union. Du führst Regie, schreibst die Drehbücher und produzierst. Wie bekommst du das alles unter einem Hut und was macht dir am meisten Spaß bzw. andersrum, was stresst dich in der Regel am meisten?

Da muss ich gleich mal sagen, dass der Stress, der am Set passiert, für mich immer positiver Stress ist. Sicher liegt es daran, dass man seinen Traum gerade lebt, oder so in der Art. Das Drehbuch schreiben ist super spannend und Regie führen ist Spaß pur. Natürlich gibt es auch Stress-Situationen, wenn man zum Beispiel unter Zeitdruck steht, denn Zeitdruck hat immer was mit Geld zu tun und Geld hat immer was mit Budget zu tun und das wiederum mit den Produzenten usw. Wenn man möchte, dass alle Happy sind, dann sollte man immer im Plan und in der Zeit bleiben. Dann ist alles Save und um das zu erfüllen, kann es ab und an schon Stress bedeuten.

Vor kurzem hattest du große Premiere deines neuen Films “La Petite Mort 2 – Nasty Tapes” in Mannheim. Was war deine Intention, eine Fortsetzung zu drehen und wo liegen genau die Unterschiede zum Erstling?

Eine Fortsetzung spukte schon lange Zeit in meinem kleinen, kranken Köpfchen herum. Zuerst fehlte es an einer Idee, die mich zu 100 Prozent überzeugen konnte und dann am Budget usw. Jetzt mit einem neuen Team, tollen Produzenten und einer Idee, die ich persönlich mehr als passend finde, konnte es losgehen. Im Januar 2014 fiel die erste Klappe zu „La Petite Mort 2“. Es war mir auch sehr wichtig (da das Budget dieses Mal auch passend war), dass der Film das werden konnte, was der erste Teil werden wollte. Ganz besonders auf den Freaky/Glamour Style bezogen.

In deinen Filmen geht es oft wenig zimperlich zu. Es gibt viel Blut, nackte Haut und krasse Charaktere zu sehen. Auf der anderen Seite erkennt man eine Menge Ironie, kritische Untertöne und Überspitztheit. Ist das eine Art Weckruf im Walz-Stil?

Ich wurde sagen: „Ja“! Meine persönlichen Vorlieben liegen bei verrückten Charakteren, bunten, schrillen Bildern (wenn es passt) und einem gewissen Glamour-Faktor. Ich finde die Kombination sehr gut. Horror kann auch glitzern und funkeln. „La Petite Mort 2“ sticht da besonders hervor. Er bedient alle Punkte, die du genannt hast.

Trailer: „La Petite Mort 2 – Nasty Tapes“ (click)

“La Petite Mort 2 – Nasty Tapes” auf Facebook (click)

Hattest du mit Kritikern deiner Filme unangenehme Erlebnisse?

Bisher noch nicht (lacht). Aber man soll den Abend nicht vor dem Herren loben (oder so ähnlich). Aber man weiß ja nie, wer mal eine Lektion braucht (lacht).

Wie und wann entstand die Idee, sich in das Haifischbecken Filmbranche zu wagen?

Schon extrem früh. Doch als ich „Scream“ gesehen hatte, war es klar und beschlossene Sache. Ein Wendepunkt in meinem Leben (Mein Gott, wie dramatisch / lach).

Du arbeitest gerne mit den gleichen Teams und Schauspielern zusammen. Welche Vorteile siehst du darin?

Nun ja, man wechselt schon ab und zu um seine Arbeiten zu verbessern. Aber ich denke, jetzt bin ich an einem Punkt angelangt, wo ich wirklich tolle Leute um mich herum habe, sei es beim Schnitt, Kamera, Produzenten usw. Mir ist auch sehr wichtig, dass man sich gut versteht und es nicht nur auf eine arbeitstechnische Beziehung hinausläuft. Denn nur so (finde ich) weiß jeder, was der andere will und wie man sich gegenseitig unterstützen kann!

Wie produzierst du deine Filme?

Ich produziere nur zuzüglich, aber das wird in den meisten Fällen übernommen. Wenn man mit seinen Produzenten gut klar kommt – auch auf freundschaftlicher Ebene – kann einem nichts Besseres passieren. Wie in den beiden letzten Fällen (und zukünftigen Produktionen) mit meinem lieben Herrn Schneider. Diese Zusammenarbeit ist einfach grandios und er schätzt, was ich tue und ich schätze ihn mehr als alles andere (weil er auch Risiken mit mir eingeht und sich etwas traut).

Die Internet-Seite von Matador-Film (click)

In einem Interview mit Annika Strauss – die häufig in deinen Filmen zu sehen ist – habe ich sie gefragt, was du an ihr schätzt. Sie antworte: Frag ihn selbst! Das tue ich hiermit.

Ich schätze sehr viel an ihr. Ganz an der Front spielt der Punkt eine wichtige Rolle, dass wir nach „La Petite Mort (Teil 1)“ eine sehr schöne Freundschaft aufgebaut haben und an zweiter Stelle stehen ihre sehr guten Leistungen im Schauspiel und das sie immer alles gibt, um ihren Rollen das gewisse Etwas zu verleihen. Wir lieben uns einfach!

Ein exklusives BGT-Interview mit Annika Strauss findet ihr hier (click)

Mit „Seed 2 – The New Breed“ bist du die Nachfolge von Uwe Boll angetreten, der beim ersten Teil Regie führte. Was wolltest du verändern?

Mir war sehr wichtig, dass der Film keine Kopie vom ersten Teil wird. Sei es der Style oder die Story. Ich habe „Seed 2“ sofort in der dreckigen Wüste unter der heißen Sonne gesehen. Das passt einfach super! Hier fand ich die Idee auch sehr schick, den Film nicht chronologisch zu erzählen (was nicht immer auf Zuspruch stößt). Ich persönlich finde es aber erfrischend und zudem bin ich der Meinung, dass man dem Horror-Publikum etwas zutrauen kann und man mal nicht den gewöhnlichen Slasher zu sehen bekommt, ohne das Hirn einzuschalten.

Trailer: „Seed 2 – The New Breed“ (click)

Wie kam es dazu, Micaela Schäfer für „Seed 2“ und „La Petite Mort 2“ in gleich zwei deiner Filme zu besetzen?

Wir lernten uns bei „Seed 2“ kennen - mit der Unterstützung von „Penthouse“. Ich fand ihre Darstellung super und sie hat in der Wüste von Las Vegas alles gegeben. Ich war der Meinung, man sollte ihr bezüglich Schauspielerei etwas mehr zutrauen und ihr mehr Text geben. Und siehe da: In „La Petite Mort 2“ hat sie die Chance bekommen und diese auch genutzt und gezeigt, was sie kann. 

Was ist dein Lieblingsfilm/Regisseur/Schauspieler bzw. welcher deiner Filme gefällt dir am besten?

Schwierig! Das machen wir kurz und knapp! Schauspielerin: Cher! (I know, i know, aber ICH LIEBE SIE)! Regie: Unterschiedlich, da lege ich mich nicht fest. Film: „Halloween“, „Freitag der 13te“, „Scream“ u.v.m. Meine Filme: „La Petite Mort 2“ und „Seed 2“.

Was wäre dein absolutes Traumprojekt und wem würdest du es umsetzen wollen?

Es gib da wirklich viele „Traumprojekte“ die man schon in den schrillsten Träumen verwirklicht hat. Aber es gibt in der Tat ein „Traumprojekt“, dass wir 2015 verwirklichen und welches mir extrem viel bedeutet. Ich freue mich schon sehr, darf aber leider noch nichts dazu sagen. Aber als kleiner Tipp: Man kennt es und es hat damals schon Filmgeschichte geschrieben.

Wie ist deine Meinung zur deutschen Filmförderung?

Auch hier kurz und knapp: Die Deutschen trauen sich nicht wirklich was. Sie sollten aufpassen, dass sie mit machen Förderungen den deutschen Film nicht komplett in die Tonne BEFÖRDERN!

Einen exklusiven BGT-Bericht zum Thema „Filmförderung in Deutschland“ könnt ihr hier nachlesen (click)

Was ist die erste und witzigste Anekdote, wenn dich jemand nach einem Erlebnis während den Dreharbeiten einer deiner Filme fragt?

Die meisten Sachen sind ja immer so Situationskomik-Dinger bei denen man dabei gewesen sein sollte, um darüber zu lachen.

Was sind deine zukünftigen Projekte?

Es wird das Jahr der 3er, nicht der Flotten, aber der Blutigen, sowie ein Projekt, das wirklich etwas Besonderes wird. Also, ihr dürft gespannt sein.

(Anmerkung der Redaktion: Marcel Walz arbeitet momentan an „Raw 3 – Die Offenbarung der Grete Müller“)

Hier geht es zur Facebook-Seite des Films (click)

Vielen Dank für das informative und sympathische Gespräch. Die „BGT“ – Redaktion wünscht dir weiterhin viel Erfolg.

   

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