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Interview: Christian Howard (BGT-Exklusiv)

Details

Kampfkünstler, Drehbuchautor und Schauspieler Christian Howard stand unserem BGT-Redakteur Sascha Weber freundlicher für ein Interview zur Verfügung. Christian Howard war zuletzt in seiner Rolle als Ken in der Web-Serie "Street Fighter: Assassin’s Fist" (wir berichteten) zu sehen. In unserem exklusiven Interview berichtet er ausführlich über seinen Martial Arts Hintergrund, liefert einen kleinen Ausblick in die Zukunft der Serie und seiner filmischen Karriere, plaudert über seine Hingabe zur Kampfkunst und lässt uns wissen, mit welchem Street Fighter Charakter er am liebsten spielt. 

Christian Howard auf IMDb (click)


  

 

 

Könntest du uns vielleicht eine kurze Zusammenfassung deiner Kampfkunstkarriere geben? In welchem Alter hast du begonnen Kampfkunst zu trainieren? Welche Kampfkünste verfolgst du derzeit aktiv?

In meinen frühen Jugendjahren fing ich mit dem Kampfkunsttraining an. Ich war ein Fan der Action- und Kampfkunstfilme der 80er und Bruce Lee, Jackie Chan und Van Damme haben mich stark begeistert. In meiner Heimatstadt fand ich einen Kung Fu Club und begann mich dort durch die Gürtel zu arbeiten. Ich lernte Leute kennen, die viele verschiedene Stile gelernt hatten, was mich dazu inspirierte selber neue Systeme zu erlernen. Deshalb begann ich in meinen späten Teenjahren, verschiedene Kampfkünste wie Tae Kwon Do, Karate, Capoeira, Kickboxing und alles, was ich in die Finger kriegen konnte, zu trainieren. Darüber hinaus begann ich damit, mich mit Turnen zu beschäftigen, um Sachen wie Saltos zu lernen, weil ich so begeistert von den abgefahrenen Filmkämpfen war. Wenn es darum geht Kämpfe und Stunts für Filme zu drehen, ist es wirklich hilfreich, über Vielseitigkeit zu verfügen. Deshalb bin ich sehr froh, dass ich mich in verschiedenen Bereichen geschult, Wissen angeeignet und Erfahrungen in verschiedenen Stilen gesammelt habe. 

Ich erinnere mich noch daran vor einigen Jahren STREET FIGHTER: THE LEGACY auf Youtube gesehen zu haben. Der Kurzfilm hat definitiv die Phantasie aller Spieler und Street Fighter Fans beflügelt. Ich war wirklich überrascht wie stark der Film aussah und fragte mich gleichzeitig, weshalb Hollywood nie in der Lage war einen Street Fighter Film abzuliefern, der der Vorlage gerecht wurde. Habt ihr den Clip in der Hoffnung gedreht, dass Capcom euch die Rechte für eine Serie oder einen Film überträgt? Oder war es ein reines Fanprojekt?

LEGACY wurde aus dem Nichts geboren und sollte so eng wie möglich an das Material angelehnt sein, welches die Fans lieben. Es gibt tausend Gründe, weshalb Hollywood scheinbar nicht in der Lage ist, diese Filme in den Griff zu bekommen. Ich glaube, dass Studios zu häufig Kapital aus einem beliebten Franchise (wie Street Fighter oder Dragonball) schlagen wollen, ohne dass man berücksichtigt, weshalb diese Franchises überhaupt so beliebt sind. Man verwässert alles und kommerzialisiert es für ein größeres Publikum. Je mehr Leute den Film gucken, desto mehr Geld kann man machen. Aber immer wieder entfernt sich das Ganze so stark von der Vorlage, dass sich die Leute wundern, wer zur Hölle diese Entscheidungen getroffen hat. Am Ende kommt es darauf an die Vorlage zu respektieren, was bei Legacy der Fall war. Wir drehten einen Film, den wir als Fans gerne gesehen hätten. Wir waren von Beginn an im Gespräch mit Capcom und nutzten den Kurzfilm als Beweis für unsere Vision, wie wir uns Street Fighter als Live Action Film vorstellten. Durch die große Anerkennung durch die Fans gab es da auch nichts mehr zu diskutieren.

Die Serie erreichte schnell ein großes Publikum und erhielt viel positive Kritik. Joey Ansah kündigte auf der diesjährigen ComicCon an, dass die Arbeiten an der nächsten Staffel bereits angefangen haben. Auf die ich mich im übrigen schon sehr freue. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir einen hochbudgetierten Hollywood-Film auf der großen Leinwand sehen werden?

Vielen Dank! Es gab schon immer Pläne, dass das ganze Projekt in einem Big Budget Film endet. Bis dahin müssen aber verschiedene Stufen erklommen werden. Bei LEGACY hatten wir ein limitiertes Budget. ASSASSIN’S FIST erhielt schon mehr Unterstützung und ein größeres Budget. Mit ein wenig Glück wird die nächste Episode sogar noch größer.

Ist es dir gestattet ein paar Namen fallen zu lassen (sowohl Street Fighter Figuren, als auch Schauspieler), die wir in STREET FIGHTER II: THE WORLD WARRIOR sehen werden? Ich wäre schwer begeistert, wenn Scott Adkins als Guile gecastet würde.

Bisher ist noch nichts in Stein gemeißelt. Scotts Name kam schon mehrfach auf und wir denken alle, dass er sehr gut in die Rolle des Colonels passen würde. Er hat auf jeden Fall die passenden Referenzen, aber wir werden alle abwarten müssen, was noch passieren wird.

Wie viel Kontrolle würden du und Joey bereitwillig aufgeben, wenn ein Studio euch das Budget für einen Big Budget Film geben würde?

LEGACY und ASSASSIN’S FIST waren beide sehr erfolgreich. Hoffentlich ist dies Beweis genug, dass man ein wenig Vertrauen in die Story hat, die wir geschrieben haben. Uns war es bei beiden Projekten sehr wichtig, dass wir die Kontrolle über den Look and Feel sowie die Story haben. Würde ein Studio uns ein riesiges Budget anbieten würde, das an viele Bedingungen gekoppelt ist, würde daraus ein ganz anderes Projekt werden, als jenes, an dem wir die letzten fünf Jahren gesessen haben.

In einem anderen Interview erwähntest du, dass du sehr viel Marvel vs. Capcom mit Joey gespielt hast. Welcher ist dein Lieblingscharakter?

Es ist wohl nicht überraschend, dass es Ken ist. In Street Fighter IV hab ich Kens komplettes Repertoire inklusive der Supermoves verinnerlicht, von daher war er meine erste Wahl. Ganz knapp dahinter Cammy. Marvel vs Capcom 2 hat eine riesige Auswahl. Mein Team bestand in der Regel aus Ken, Cyclops und Juggernaut. Keiner von denen ist in Marvel of Capcom 3. Skandal!

In der Episode „Demons within“ fiel mir eine kurze Szene auf, in der Gouken den kleinen Ryu auf dem Rücken trägt. Das erinnerte mich direkt an LONE WOLF AND CUB. War das geplant?

Es gibt viele Anspielungen in der Serie, basierend auf unseren eigenen Ideen und auf denen aus den Street Fighter Spielen. In vielen Bereichen versuchten wir das Gefühl der alten Samurai-Filme zu erreichen und HENKER DES SHOGUN (Teil der LONE WOLF AND CUB Reihe, Anm. d. Redaktion) war einer der Einflüsse. Gouken mit dem jungen Ryu ist eine Anspielung auf den Street Fighter IV Anime, in dem man die selbe Szene sieht. Manche dieser Szene kopierten wir gezielt. Die Fans waren sehr beeindruckt von der Detailgenauigkeit und der Authentizität welche wir als Hardcore-Fans mitgebracht haben.

„Wie ich an das Street Fighter Drehbuch herangetreten bin ist ganz einfach. Wirf alles über Bord und fange bei den Figuren an. Vergiss für einen Moment die Kämpfe, vergiss die Kostüme, vergiss die flammenden Hadokens, gehe zurück zur Basis dessen was die Figuren ausmacht.“ Das sagte Justin Marks, Drehbuchautor von STREET FIGHTER: THE LEGEND OF CHUN-LI (2009) in einem Interview. Auf der einen Seite fand ich es ganz interessant, dass er den Fokus auf die Charaktere legen wollte, auf der anderen Seite hat es mich schockiert, dass er die Essenz der Spiele außer Acht lässt: die Kämpfe. Welche Herangehensweise habt ihr verfolgt, als ihr mit der Arbeit am Drehbuch begonnen habt? Wie geht ihr an die nächste Staffel ran?

Man könnte sagen, dass wir denselben Ansatz verfolgten. Justin Marks hatte nur das Pech, dass er mit Charakteren angefangen hat, die nicht Teil der Spiele waren. Unsere Serie fängt mit Ryu und Ken an, die weltweit für ihre Shoryukens und Hadoukens bekannt sind. Doch keiner von beiden weiß, wie man diese Moves einsetzt, als sie das erste Mal aufeinander treffen. Wir verbrachten viel Zeit damit, uns zu überlegen, was Ryu und Ken und all die anderen Charakter ausmacht, insbesondere Gouken und Akuma, weil die Geschichte sich um deren Kleinkrieg dreht. Der Zuschauer lernt die Geschehnisse durch Ryus und Kens Augen kennen. Die Spielfiguren sind festgelegt und viele Fans kennen sie. Deswegen tauchten wir tief in die Entstehungsgeschichte ein, um herauszufinden, wie sie zu dem wurden, was sie sind.

Obwohl die Kämpfe wirklich sehr gut umgesetzt sind, dreht sich die Serie mehr um die Charaktere und ist deutlich tiefgängiger. Etwas, bei denen die Hollywood-Filme gescheitert sind. Wie schwer war es, Ken und Ryu den richtigen Charakter zu geben? Viele Informationen liefern die Spiele in der Hinsicht ja nicht.

Du hast Recht, die Spiele bieten nur eingeschränkte Informationen, außerdem gibt es kleinere Variationen in den einzelnen Spielen und Anime. Ryu und Ken haben ein paar feste Charakteristika; diese setzten wir gezielt ein und fanden Gründe für ihr Verhalten und ihre Motivation, um ihrer Vergangenheit mehr Profil zu verleihen. Wie beispielsweise der Tod von Kens Mutter. Ein nachvollziehbarer Grund für seine feurige Aggression innerhalb der Spielereihe. So ähnlich verhält es sich mit Ryu, der ausgesetzt und adoptiert wurde und deshalb so eine stoische Natur ist. Wir wollten die Figuren in etwas Glaubhaftes verwandeln und uns von dem Cartoon-Charakter der anderen Filme distanzieren. Das wendeten wir auf alle Figuren an und wählten sorgfältig die Schauspieler aus und achteten darauf, was ein jeder zur Figur beitragen konnte um die Charaktere zum Leben zu erwecken. Ich denke, Akira Koieyama und Togo Igawa haben wirklich herausragende Arbeit in ihrer Darstellung der alten Meister abgeliefert. Sie gaben ihnen Autorität und Würde, während sie sie gleichzeitig geerdet und authentisch darstellten.

ASSASSIN’S FIST ist ganz deutlich eine Serie von Fans für Fans. Es strotzt geradezu vor Details aus den Spielen. Mir ist aufgefallen, dass ihr euch sehr viel Mühe bei der Kampfchoreographie gegeben habt, damit sie den Spielen nahe kommt. Es sind nicht nur die Special Moves, sondern auch die kleinen Details wie die Grundstellung, die Würfe, Schläge und Tritte. Wie schwierig war es, die Choreographie auszuarbeiten?

Danke, es ist schön zu sehen, dass diese ganzen Details den Fans nicht entgehen. Da ich die Spiele schon seit meiner Jugend spiele, war ich sehr vertraut mit den Ansatsuken Bewegungen. Für mich geht es bei einer Kampfchoreographie um Ursache und Wirkung, bei denen die Special Moves nur sparsam eingesetzt werden. Auch wenn es sehr verlockend ist die Bewegungen im Spiel ständig zu wiederholen, muss man diese langsam im Film aufbauen. Wir dürfen nicht vergessen dass Ryu, Ken, die jungen Gouki und Gouken immer noch Schüler sind, deshalb war es essentiell, dass die Standardbewegungen einen großen Teil der Kämpfe ausmachen würden. In der Serie kämpfen Ryu und Ken zweimal im Abstand von zwei Jahren gegeneinander. Obwohl der erste Kampf im Dojo aufregend war, ist der Kampf am See kampftechnisch der finale Höhepunkt der Serie und muss alle anderen Kämpfe in den Schatten stellen. Es ist ein Traum mit Mike zu arbeiten und mit seinen Fähigkeiten hat er viel zur Choreographie beigetragen; kein Move war zu viel verlangt. Um die Choreographie möglichst authentisch zu gestalten, betrieben Joey und ich intensive Recherche, indem wir verdammt viel Street Fighter gespielt haben! Es ist wirklich sehr befriedigend, dass die Fans unsere Kämpfe direkt mit den Spielen vergleichen. 

Was war der erinnerungswürdigste Teil des Drehs?

Der Dreh fand im atemberaubenden Locations in Bulgarien statt. Ich würde aber sagen, dass der realistische Look des Dojos, den das Team designt hat, für mich das epischste war. Für einen Schauspieler ist es viel hilfreicher in einer echt Umgebung zu arbeiten, als in einem Studio. Man kann viel tiefer in die Szene eintauchen.

Was war der schwierigste Teil des Drehs?

Wie gesagt, wir versuchten so authentisch wie möglich zu sein, das bedeutete für Mike (Ryu) und mich, dass wir nur selten Schuhe trugen. Man sieht Ryu und Ken während des Trainings nie Schuh tragen. Das machte es schwierig durch den Wald zu rennen und all die versteckten Steine und das zerbrochene Glas zu vermeiden. Ich habe mir einige Verletzungen zugezogen, doch wir haben einfach weiter gemacht, weil es bei einer solch physisch fordernden Rolle nicht anders zu erwarten war.

Wie hat sich dein Leben seit ASSASSIN’S FIST geändert? Hatte die Serie einen Einfluss auf deine Karriere?

Die Reaktionen auf die Serie waren großartig, und ich bin dankbar, dass ich sagen kann, dass ich, genauso wie der restliche Cast, viel Lob bezüglich unserer Performance erhalten habe. Dadurch wurden definitiv einige Türen geöffnet und ich erhalte mehr Aufmerksamkeit. Es ist schön, ein solch großer Teil dieses Projekts gewesen zu sein.

Arbeitest du derzeit an anderen Projekten?

Ja, ich bin derzeit an verschiedene Filme gebunden, aber darf noch nicht allzu viel bekannt geben. Am meisten freue ich mich auf meinen eigenen Film für den ich das Drehbuch geschrieben habe und bei dem ich Regie führen werde. Ein Film über einen Action-Helden ganze im Sinne der 80er Jahre. Also sei auf weitere Informationen hierzu gespannt.

Was ist deine persönliche Meinung zum ersten STREET FIGHTER Film mit Jean-Claude Van Damme?

Als großer Fan der Spiele (und Van Damme) war er eine Enttäuschung, aber wenn ich ihn mir heutzutage ansehe, hat er ein paar kitschige und billige, aber erinnerungswürdige Momente. „Quick, change de channel!“ von Zangief. Es ist ein heimliches Vergnügen, aber im Großen und Ganzen nicht der Street Fighter Film den jeder sehen wollte. Ich denke, ich sollte ihnen dankbar sein, hätten sie einen besseren Film gemacht, hätte ich jetzt vielleicht keine Arbeit.

Was ist dein Lieblings Martial Arts Film?

In meiner Jugend gab es viele Klassiker, die ich gerne geguckt habe. DER MANN MIT DER TODESKRALLE ist immer noch super; Bruces Charisma auf der Leinwand ist einfach unschlagbar. Ich mochte auch MISSION ADLER – DER STARKE ARM DER GÖTTER für seinen Einfallsreichtum bei der Action, dem Humor und den wirklich beeindruckenden Stunts.

Vielen Dank für die Zeit, die du dir genommen hast und für die informativen Anworten. Ich wünsche dir für die Zukunft alles Gute! Ich freue mich auch sehr auf dein Regiedebüt und der 80er-Ansatz klingt sehr vielversprechend!

   

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