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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   

Interview: George Tillman, Jr.

Details

George Tillman, jr. ist bereits seit den 90er Jahren im Geschäft. Er arbeitet nicht nur als Regisseur, sondern auch als Drehbuchautor, aber auch verstärkt als Produzent. Sein vielleicht bislang bekanntester Film war Men of Honor mit Robert De Niro und Cuba Gooding Jr. Mit Faster gibt Tillman nun seinen Einstand ins Action-Genre. Wie es dazu kam, wie die Zusammenarbeit mit dem The Rock und Billy Bob Thornton verlief, und vieles mehr, erzählt er in unserem Interview.

 

 

 


In der Vergangenheit führten sie bei Komödien (SOUL FOOD) und Dramen (MEN OF HONOR) Regie. Was reizte sie an einem harten Actionfilm wie FASTER?

Ich mag es, zwischen den Genres zu wechseln. Es ist wichtig, dass man immer wieder etwas neues versucht. Thematisch ist der Film jedoch teilweise vergleichbar mit meinen Filmen MEN OF HONOR und NOTORIOUS. Es geht ein wenig um Familie, es geht ein wenig darum, die Vergangenheit los zu lassen. Bis zu einem bestimmten Punkt ist der Film durchaus ein Drama und ich mochte Dramen schon immer gern. Außerdem wollte ich mit Dwayne zusammen arbeiten. Wir kennen uns seit fünf Jahren und arbeiteten gemeinsam an einem Projekt für 20th Century Fox, aus dem jedoch nichts wurde. Wir mochten uns schon immer und standen schon mehrfach davor, zusammen zu arbeiten. Als ich das Skript las, dachte ich nur, dass es perfekt für ihn ist. Zu diesem Zeitpunkt war er auch schon involviert.
 
Er war also bereits verpflichtet?
Ja, er war bereits da, als ich hinzu kam. Nachdem ich an Bord war, interessierten mich als Regisseur zwei Aspekte: Erstens wollte ich ihn in Actionszenen zeigen, die die Leute noch nicht von ihm kannten. Doch was mich viel mehr reizte, war es, ihn emotional zu zeigen, ohne dass er spricht. Er spricht ja vielleicht nur 12 Sätze. Aber seine Augen sprechen vermitteln die Emotionen. Das war sehr interessant für mich, weil ich eine Menge Leute kenne, die ihn so etwas noch nie haben tun sehen. Das reizte mich auch als Regisseur und gab den Ausschlag, warum ich das Projekt annahm und mit ihm zusammen arbeiten wollte.
 
Wie war die Atmosphäre am Set?
Großartig! Dwayne ist der Typ, der morgens um vier trainiert und um sechs Uhr fertig ist, um los zu legen. Billy ist der Typ, der wenn er zum Make up geht seinen Kaffe braucht und nicht reden will, bis es los geht. So unterschiedlich sie dann auch sind: Wenn´s los geht, kannst du den ganzen Tag mit ihnen arbeiten. Billy mag es, drei oder vier Takes zu machen, um fertig zu sein. Ich finde das okay. Ich bin zwar eher ein Regisseur, der viele Takes macht, aber ich kann damit umgehen, weil Billy so gut ist, dass er in ein bis zwei Takes fertig ist. Dwayne ist für mich ein wenig wie de Niro. Ich mag es, die Kamera laufen zu lassen und so lange weiter zu machen, wie wir wollen. Wir können bis zu 50 Takes machen, da die Kamera die ganze Zeit läuft.
 
Wie war es, die gemeinsamen Szenen von Johnson und Thornton zu drehen?
Es war alleine schon deswegen interessant, weil sie sich nicht so häufig sahen, außerhalb der Szenen, in denen sie zusammen kamen. Es war interessant wie sie harmonieren würden. Billy ist ein typ, der die Crew die ganze Zeit mit Witzen unterhält. Bevor er da war, machte sich jeder seine Gedanken darüber, wie er wohl sein würde. Ist er ein schwieriger Typ? Doch ab dem ersten tag erzählte er Witze, so ist er einfach. Dwayne ist ähnlich. Wenn um die Ecke hundert Kids stehen, nur um ein Autogramm von ihm zu bekommen, dann unterhält er sich mit den Jungs. In diesem Film ist alles grau, du weißt teilweise nicht, wer gut und wer böse ist. Und es ist gut für den Film, wenn du beim Drehen Spaß hattest.
 
Wo wurde der Film gedreht?
Wir drehten in Lancaster und Santa Clarita, Kalifornien. Der Film ist für mich bis zu einem gewissen Grad ein Western im Stil von ZWEI GLORREICHE HALUNKEN, wenn man sich die Struktur anschaut. Jeder Typ hat seinen eigenen Wagen und seine eigene Waffe. Sie sind in den Bergen und in der Wüste. Es ist eine Art Rückfall in die Westernfilm-Zeit. Das war es, was wir machen wollten.
 
Waren CGI-Effekte im Spiel?
In den meisten Filmen gibt es jede Menge CGI-Effekte. Doch einerseits hatten wir nicht viel Geld für so etwas und andererseits wollte ich etwas anderes probieren. Schaue ich mir Filme wie THE FAST AND THE FURIOUS an und sehe diese ganzen Autor-Tricks, wirkt es für mich irgendwie nicht richtig. Es sieht nicht aus, als würde es vor dir passieren, während du es siehst. Ich sagte zu Dwayne und zu Oliver Jackson-Cohen: Kann ich dich hinter das Steuer eines Ferrari setzen, um zu fühlen, wie es sich hinter dem Steuer wirklich anfühlt? Als sie an diesem Punkt waren, machten sie alles selbst. Ich wollte sie wirklich hinter ihren Waffen und im Auto sehen. das macht es frischer und anders. das versuchte ich als Regisseur.
 
Haben sie sich bewusst bestimmte Filme im Vorfeld angesehen, bevor sie FASTER machten?
Einige. Wir schauten uns ZWEI GLORREICHE HALUNKEN an. Dwayne und ich sprachen auch häufig über Steve McQueen und manche seiner Filme wie BULLIT oder JEDER KOPF HAT EINEN PREIS. Ich denke, dass McQueen ein Schauspieler ist, von dem man sich einiges abschauen kann was seine Actionszenen oder sein Auftreten betrifft. Schaue dir Filme wie FLUCHTPUNKT SAN FRANCISCO oder THE DRIVER von Walter Hill an. Unser Film ist ein Rückfall in diese Zeit, da er handgemacht ist, eine Menge ambivalenter Charaktere vorkommen. Zudem gibt es auch großartige Twists in diesen Filmen, und genau so etwas wollten wir auch probieren. 
 
Die meisten ihrer Filme bewegen sich eher am unteren Ende der Budgetskala. Wie kommt das?
MEN OF HONOR war mein teuerster, der kostete 37 Millionen Dollar und hatte De Niro und Cuba. Ich fühle mich immer den Geschichten verbunden und die überwiegende Zeit wird Stoffen dieser Art nicht gerade viel Aufmerksamkeit geschenkt. Das Geld fließt in Fortsetzungen oder Event-Filmen. Ich arbeite lieber in diesem Bereich, so wurde auch FASTER für 24 Millionen Dollar in 52 Tagen gedreht. Ich denke, dass man bei dieser Art von Film etwas größere kreative Freiheiten hat. Und das ist auch das Gute an diesem Film: Viele Leute verzichteten auf Geld, damit der Film gemacht werden konnte, da es eben kein übliches Action-Movie ist. Das ist die Form der Unterstützung, die wir hatten.
 
Hätten sie Interesse daran, einen der großen Franchise-Filme oder Superhelden-Filme zu inszenieren?
Es liegt immer daran, ob es um die Charaktere geht. Alles ist derzeit ein Action-Franchise, dass wird dir in Hollywood beigebracht. Wie sieht das Poster aus? Was ist das Event? Du musst einen Event kreieren, um die Filme dazu zu bewegen, den Film zu sehen. Das führt zu ständigen Auseinandersetzungen, weil die Filme, an denen ich interessiert bin, keine Event-Filme sind, es sind menschliche Geschichten. Was mich jedoch komplett umgehauen hat, war THE DARK KNIGHT. Der hatte Charaktere und eine Story. Bruce Wayne ist ein typ wie du und ich, wenn er nicht seinen Anzug an hat. Du kannst so etwas machen und trotzdem kreativ sein. Und das ist auch die Art von Film, auf die ich warte. Schaue dir jeweils den ersten TERMINATOR oder STIRB LANGSAM an: die hatten richtige Figuren. nach einer Weile erkennt man, worin man am besten ist, und ich bin dann am besten, wenn ich mit Leuten wie Billy Bob Thornton zusammen arbeiten kann, der das wirklich umsetzen und rüber bringen kann.
 
Wie sehr hat sich das Filmgeschäft verändert?
Ich stieg 1997 in das Geschäft als Autor ein, und das brachte mich dann zur Regie. Ich denke, Filmschulen unterrichten nun hauptsächlich Marketing. Marketing ist immer sehr wichtig. Wenn ich nun ein Skript bekomme, das ich mag, oder selbst eins geschrieben habe, welches ich meinen Agenten gebe, ist ihre erste Frage: Wen sehen sie in der Hauptrolle? Du kannst nicht einfach nur ein Skript haben, du brauchst eine Verbindung, Kontakte. Also schreibst du ein Skript, musst aber gleichzeitig Wahlberg oder wen auch immer an Bord holen. Ein perfektes Beispiel: Ich wollte einen Film mit einem bestimmten Studio für etwa 18 Millionen Dollar machen. Sie sagten mir, der einzige Weg, den Film zu realisieren, wäre es, wenn ich Denzel Washington bekommen würde. Wie soll ich Denzel Washington bekommen? Sie würden ihm nur sechs Millionen Dollar bieten und er nimmt 20 Millionen Dollar für einen Film. Dann sagten sie: Für den anderen Part brauchst du Chris Tucker. Chris Tucker verlangt aber auch 20 Millionen Dollar. Der Grund liegt jedoch woanders: es war kein simpler Actionfilm. Das sind eben die Sachen, die man mitmacht. der Film wurde übrigens nie umgesetzt
 
War Billy Bob Thornton an Bord, als sie zu FASTER stießen?
Er kam anschließend. Sie fragten mich, mit wem ich den Film machen wollte und schlugen mir einige Schauspieler vor. Ich hatte zwei Leute für die Rolle im Hinterkopf, doch Billy war ihre erste Wahl, daher wollte ich Billy zuerst treffen. Sie sagten mir, dass ich den Film machen könnte, wenn ich Billy bekäme. Also besucchte ich ihn in seinem haus und wir redeten sehr lange über Musik. er hat ein Studio in seinem Keller, es war großartig. Ich begriff dann, dass er der Typ ist, mit dem ich in diesem Geschäft zusammen arbeiten möchte. Ich wusste, dass er der Typ ist, der eine Rolle so interpretieren kann, dass etwas anderes geschieht, als man es erwartet. Er ist lange dabei und weiß, wie´s läuft.
 
Er sagt, dass er gerne improvisiert. War das für sie okay?
Oh ja! Ich liebe es, Dialoge zu ändern. er ist ein Autor, er schrieb AUF MESSERS SCHNEIDE, der großartig war.
 
Sie sagten, dass sie Wahlberg in der Lobby sahen. Wie würden sie versuchen, ihn in einen iohrer Filme zu locken?
Er sieht mich an, ich sehe ihn an. und dann sollte man sagen wer man ist und was man gemacht hat, um klar zu machen, dass man kein Fan ist. Ich weiß, wie schwer es ist, Filme zu machen. Du hast Typen wie Billy, die die Arbeit leichter machen, weil sie es schon so lange machen. Ich kann zu ihm gehen und sagen, dass ich ein Problem mit einem Dialog habe, weil es nicht funktioniert. Er würde es in einer Sekunde ändern und besser machen. das sind die Leute, mit denen ich arbeiten möchte und Billy ist einer davon.
 
Haben sie Schwierigkeiten mit den Autoren gehabt?
Nicht wirklich. Ich denke aber, dass am ende der Regisseur eine Entscheidung am Set treffen muss. Ich mag es, so viel Material zu drehen, dass ich verschieden Versionen testen kann. Ich kann den Dialog ändern, doch der Subtext bleibt ja am Ende derselbe.
 
Welche Projekte gehen sie als nächstes an?
Ich habe den Film erst vor zwei Wochen beendet und gerade erst den Feinschliff beim Sound Design und der Farbe hin bekommen und freue mich jetzt einfach darauf, dass FASTER veröffentlicht wird. Hoffentlich kann ich im Februar/März was neues machen. es kann auch ein anderes Genre sein, ich bin für alles bereit. Ich habe da etwas, das in Richtung romantische Comedy geht, glaube es, oder nicht. Ich ehe dahin, wohin mich jeweilige Story treibt.
 
 
Anmerkung: Es handelt sich nicht um ein BGT-Exklusiv-Interview. Der Text wurde uns von Sony - Danke für die Kooperation an dieser Stelle - zur Verfügung gestellt.
   

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