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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   

Interviews: 30 Days of Night 2 mit Cast und Crew

Details

2007 kam mit 30 Days of Night die Verfilmung der Comicbücher von Steve Niles in die Kinos. Seinerzeit ging es darum, dass Vampire eine Stadt in Alaska genau dann heimsuchen, wenn dort für 30 Tage die Sonne nicht aufgeht. Der Film wurde zwar kein Flop, entwickelte sich aber auch nicht zu einem Hit. Daher überrascht es nicht, dass man das Sequel etwas geringer budgetierte und direkt für den DVD Markt konzipierte. Der Film wird bei uns am 28.10. in die Videotheken und am 25.11. in die Händlerregale wandern. Eine ausführliche Kritik wird es dann natürlich auch bei uns geben. Bis dahin überbrücken wir die Wartezeit mit Einem Interview, an dem der Regisseur Ben Ketaui, Produzent J.R. Young, die Darsteller Kiele Sanchez, Diora Baird, Rhys Coiro und Steve Niles himself teilnahmen.

 

Ben und Steve, wie hat sich eure Zusammenarbeit als Koautoren des Drehbuchs zu Dark Days gestaltet?
STEVE: Gott, der Prozess hat im Grunde viel Zeit in Anspruch genommen. Wir haben lange am Treatment gearbeitet. Ich habe ewig mit Sam [Raimi, Produzent] an einer Art Wunschliste gebastelt, gearbeitet. Dann übernahm Ben und machte weiter. Wenn er an eine Stelle kam, an der wir Notizen gemacht hatten, kam er zu mir.
 
Was ist euch besonders wichtig, wenn ihr an einer Graphic Novel arbeitet: die Story, die Bilder oder die Stimmung?
STEVE: Story und Stimmung. Die Bilder sind Nebensache. [Lacht] Das war ein Witz. Natürlich will man bei einem Projekt wie Dark Days, bei dem der Stil so markant ist, die Bilder erhalten. Ich finde, Ben hat hervorragende Arbeit geleistet, besonders weil wir in diesem Film das unheimliche Los Angeles zeigen, das [Graphic-Novel-Illustrator] Templesmith sehr gut umgesetzt hat.
 
Ben, warst du ein Fan der ursprünglichen Graphic Novel, bevor du die Regie übernahmst?
BEN: Die Graphic Novel ist mir schon vor langer Zeit aufgefallen, als ich bei Ghost House an anderen Sachen arbeitete. Eigentlich schon, als ich dort als Praktikant anfing. J.R. holte mich in sein Büro und sagte: „Lies das hier. Das ist ein Projekt, von dem wir im Moment besonders begeistert sind.” Ich war fasziniert. An dem Tag habe ich es mir gleich zwei Mal durchgelesen. Von da an war ich in die ganze Serie regelrecht verliebt.
 
Ben, welcher Drehtag war der härteste für dich?
BEN: Es gab einen Tag, an dem die Hälfte der Darsteller krank war und wir trotzdem drehen mussten. Das war nicht einfach. Am Ende setzten wir bei Aufnahmen, in denen man die Gesichter nicht sieht, Doubles ein. Dann mussten wir so planen, dass wir am nächsten Morgen genau an der Stelle weitermachen und ihre Szenen nachdrehen konnten. Das war hart, weil man in seiner Kreativität und der fließenden Zusammenarbeit mit der Crew eingeschränkt wird.
 
An welchem Drehtag hattet ihr am meisten Spaß?
BEN: An einem der letzten Drehtage gab es eine Szene, in der alle Schauspieler zusammen im Hauswirtschaftsraum festsitzen, nachdem sie durch die Tunnel geflüchtet und von den Vampiren gejagt worden sind. An dieser Stelle entwickelt sich eine große Dramatik zwischen den Charakteren. Wegen unseres knappen Zeitplans war das einer der wenigen Tage, an denen wir in Ruhe an einer Szene arbeiten konnten, anstatt am selben Tag von einer Szene zur nächsten springen zu müssen. Wir hatten das Gefühl, wirklich experimentieren zu können, die Schauspieler hatten Zeit, sich mit dem Material vertraut zu machen, und wir probierten verschiedene Möglichkeiten aus. Das Ganze fühlte sich toll und sehr organisch an, und ich denke, dass wir an dem Tag alle viel Spaß hatten. 
 
Würdet ihr gern mehr Filme aus der „30 Days“-Web-Serie wie „30 Days of Night: Blood Trails” und „30 Days of Night: Dust to Dust” drehen?
J.R.: Auf jeden Fall, wenn sich die Möglichkeit bietet. „30 Days“ ist ein tolles Medium für kürzere Segmente in Serie. Wir würden mit Begeisterung so viele Folgen drehen, wie sie uns machen lassen.
STEVE: Die Serie hat eine wirklich gute Fangemeinde.
J.R.: Stimmt, es ist unglaublich, wie viele Menschen man trifft, die meinen: „Das habe ich online gesehen.”
BEN: Der letzte, „Dust to Dust“, konnte allein auf dem Video-on-Demand-Kanal FEARnet um die zwei Millionen Zuschauer verbuchen.
STEVE: Bei „30 Days” gibt es jetzt so viel zusätzliches Material, dass wir beim ersten? [„30 Days of Night: Blood Trails“] den fehlenden Teil des ersten Films einbauen konnten. Beim zweiten arbeiteten wir mit neuerem Material. Es gibt jetzt zehn Graphic Novels und sechs Romane. Also jede Menge Ideen, die wir verwenden können.
 
Was haltet ihr von den Unmengen von Geschichten mit Vampirthemen, die den Markt überschwemmen, von Twilight bis hin zuTrue Blood?
STEVE: Ich finde es gut, dass wir einen Vampir haben, der so ganz anders ist als die anderen. Alle anderen Projekte konzentrieren sich auf diese romantischen, ans Herz gehenden Vampire. Unsere Vampire dagegen interessieren sich nur für Blut, und das ist gut so. Es hilft uns irgendwie, dass wir etwas ganz anderes machen.
 
David Slade, der Regisseur des ursprünglichen 30 Days of Night, hat vor kurzem das neueste Twilight-Sequel Eclipse gedreht. Ben, würdest du gern in seine Fußstapfen treten und einen romantischeren Vampirfilm wie die Twilight-Serie drehen?
STEVE: Wer könnte da nein sagen.
BEN: Das wäre eine unglaubliche Chance, immerhin ist Twilight ein erstaunliches Phänomen. Aber ich kann mir kaum vorstellen, dass so etwas passiert. [Lacht] Außerdem liebe ich 30 Days so, wie es ist. Bevor ich 30 Days of Night gelesen hatte, war ich kein großer Vampir-Fan. Doch die Figuren, die Steve und Ben [Templesmith] geschaffen haben, sind absolut einzigartig. Sie passen so gar nicht in die Mythologie, an die wir heute gewöhnt sind. Für mich sind sie noch nicht einmal Vampire. Ich sehe sie einfach als fiese, nihilistische Typen, die auf Blut stehen. Das ist alles sehr echt und sehr organisch. Und genau das ist es, was mich an dieser Welt fasziniert.
STEVE: Ich habe 30 Days entwickelt, weil ich keine Vampire mochte. Sie langweilten mich … ständig drehte sich alles um „Count Chocula”, Blade,„Buffy” und die Cheerleader, die mit ihnen ausgehen. Das waren doch keine Furcht einflößenden Monster mehr. In 30 Days dagegen sind sie mehr wie Landhaie. Menschen sind ihnen völlig egal. Ich habe mich einfach bemüht, sie wieder beängstigend werden zu lassen.
 
Auf der 30 Days of Night: Dark Days-DVD gibt es Kommentare der Filmemacher und die „The Gritty Realism of ‚Dark Days’”-Featurette. Seid ihr Freunde von Added-Value-Features, und macht ihr gern bei solchen Sachen mit?
STEVE: Dabei mitzuwirken ist ein wenig eigenartig. Aber es kann Spaß machen. Ich sehe mir so etwas oft an, gebe aber selbst ungern meine Kommentare ab. Und ihr?
BEN: Ich habe mir nie Kommentare angehört. Erst als wir die Kommentare für dieses Projekt aufzeichnen mussten, habe ich angefangen, mich damit zu beschäftigen, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie so etwas klingt.
STEVE: Den Kommentar des ersten 30 Days habe ich mir angehört, weil ich wissen wollte was Rob [Tapert, Produzent] zu sagen hatte.
BEN: Wenn es gute Added-Value-Sachen sind, ist das eine Geschichte. Aber inzwischen gibt es so viele DVDs, und jede scheint sich verpflichtet zu fühlen, Added Value anbieten zu müssen. Vieles davon ist einfach nur Durchschnitt, meistens sehe ich mir so etwas gar nicht erst an, außer wenn ich irgendwo höre, dass es wirklich gut ist. Tatsächlich finde ich das Material auf Dark Days richtig gut und bin ganz begeistert davon.
 
Plant ihr einen Film, der auf „Return to Barrow”, der dritten Graphic Novel aus der „30 Days”-Buchserie, basiert?
J.R.: Das würden wir nur zu gern machen. Wir erfuhren erst nach der DVD-Veröffentlichung von 30 Days, dass wir den „Dark Days”-Film drehen würden. Natürlich sagten wir sofort begeistert zu. Wenn dieser Teil nach seinem Erscheinen gut bei den Fans ankommt und sie hoffentlich mehr wollen, drehen wir den nächsten.
 
Wart ihr Fans des ursprünglichen 30 Days-Films und/oder der Graphic Novel, bevor ihr die Verträge für diesen Teil unterschrieben habt?
DIORA: Für Comics habe ich mich nie besonders interessiert, aber den ersten Film fand ich toll. Ich war begeistert.
KIELE: Ich mag beide. Ich meine, ich bin kein Graphic Novel-Typ, aber den Film fand ich überwältigend.
RHYS: Den ersten Film habe ich ehrlich gesagt gar nicht gesehen. Aber die Comics fand ich klasse. Ich bin ein echter Comic-Nerd.
 
Rhys, du hast viele Charakterrollen gespielt, aber in diesem Film outest du dich als Action-Held. Ist das eine Richtung, die du dir für deine Karriere wünschen würdest?
RHYS: Natürlich macht es Spaß herumzuballern. Jeder, der das Gegenteil behauptet, lügt. Letztendlich ist es von Projekt zu Projekt das Gleiche: Wir erzählen Geschichten. Ich weiß eigentlich gar nicht so genau, was ein Actionheld ist. Was macht einen Actionhelden aus?
 
Kiele, du übernimmst eine Rolle [„Stella“], die im Original von einer anderen Schauspielerin verkörpert wurde. Hast du dich mit ihrer Interpretation auseinandergesetzt, oder wolltest du ganz unbefangen an die Rolle herangehen?
KIELE: Ich habe mir den ersten Film, in dem sozusagen Stellas Hintergrundgeschichte erzählt wird, sogar mehrmals angesehen. Allerdings fühlte ich mich nicht verpflichtet, ihren Stil zu kopieren oder einige der Eigenschaften der ursprünglichen Stella zu übernehmen, weil der neue Teil ein Jahr später spielt und Stella durch ihre Erfahrungen ein anderer Mensch geworden ist. Deshalb fühlte ich mich befugt, den Weg zu verfolgen, den sie aktuell beschreitet und der ein völlig anderer ist.
 
Musstet ihr Kampf- und Waffentraining absolvieren, um eure Rollen spielen zu können?
DIORA: Von dem Moment an, als wir den Job bekamen bis zur Abreise nach Vancouver zu den Dreharbeiten blieb uns nur eine Woche Zeit, vielleicht sogar weniger. Wir haben einen Tag mit Schusswaffen trainiert. Eigentlich sah das in erster Linie so aus, dass Kiele herumkreischte und eine Pistole abfeuerte.
KIELE: Ich hatte wirklich Panik vor Waffen.
DIORA: Klar.
KIELE: Diora ist natürlich ein Naturtalent.
DIORA: Was soll ich sagen? Es liegt mir eben im Blut. Es war beängstigend, aber auch aufregend. So etwas hatte ich noch nie zuvor gemacht. Die Tatsache, dass ich diese Rolle bekam … Ich bin immer noch davon überzeugt, dass sie mich verwechselt haben und alles ein großes Versehen war. Ich hatte noch nie Gelegenheit, mit Gewehren herumzuspielen, einhändig mit einer Uzi herumzuballern hat also Spaß gemacht.
 
Mögt ihr lieber Vampirromanzen oder Vampirhorror?
DIORA: Horror.
KIELE: Vampirhorror.
DIORA: Kein Twilight-Fan. Das hier ist eine andere Art von Film.
RHYS: Der auch romantische Momente hat.
KIELE: Ein paar. 
DIORA: Heiße Badezimmer-Romantik.  
 
Wie war es, die große Liebesszene zwischen „Stella” und „Paul” zu drehen?
KIELE: Beängstigend und unbequem. Eine völlig unnatürliche Erfahrung. Die Szene wollte einfach nicht funktionieren, und sowohl Rhys als auch ich waren verlegen und eingeschüchtert, deshalb mussten wir es ganz bewusst wie jede andere Szene angehen. Was wir normalerweise mit dem Dialog machen, mussten wir mit dieser Sexszene versuchen. Für mich wurde es einfacher dadurch, dass wir einen Anfang, eine Mitte und ein Ende hatten und innerhalb der Szene eine Geschichte erzählen wollten. Dank dieser Orientierungspunkte wurde es leichter.
 
War das für euch die schwierigste Szene?
KIELE: Für mich auf jeden Fall. Ich kann sie mir gar nicht ansehen. Was mich betrifft, auf jeden Fall der gruseligste Teil des Films.
 
Welche Szene hat am meisten Spaß gemacht?
DIORA: Ich glaube, die Szene mit der explodierenden Wand – das war cool, denn wir haben alle auf einmal losgeballert. Das war ganz schön chaotisch, und Rhys’ Gewehrkugeln oder was auch immer flogen uns um die Ohren. Absolutes Chaos.
KIELE: Es fühlte sich sehr echt an.
DIORA: Das war so cool, weil alles auf einmal passierte.
 
F: Kiele, machst du nach „Return to Barrow” bei einem weiteren Sequel mit?
KIELE: Ich hoffe doch!
 
Das Interview wurde von Harrison Pierce am 23.07.2010 auf der Comic-Con in San Diego, Kalifornien geführt und ist kein Exklusivinterview von bereitsgetestet.de, sondern wurde von Sony Home Entertainment zur Verfügung gestellt.
   

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