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Filmtipp  

   

Kommende Reviews  

   

Interview: Daniel O´Neill (BGT Exklusiv)

Details

Daniel O´Neill ist zwar schon seit einigen Jahren in der Action-Szene ein gern  gesehener Gast, war bislang jedoch eher Insidern bekannt. So übernahm er keine  größeren Rollen, wurde als Stunt-Fighter jedoch gerne engagiert und traf so auf  Genre-Größen wie Jackie Chan, Scott Adkins, Tony Jaa oder Donnie Yen. Mit dem  Low-Budget-Kracher BANGKOK ADRENALINE änderte sich das schlagartig,  übernahm O´Neill nicht nur die Hauptrolle, sondern war auch mitverantwortlich für die Choreographie. Nach diesem spektakulären Auftritt muss und darf man sicherlich auf weitere Rollen des talentierten Mannes hoffen. Zum DVD Start von BANGKOK ADRENALINE unterhielt sich bereitsgetestet.de Chefredakteur Tobias Hohmann mit dem aufstrebenden Actiondarsteller über seine Karriere und Pläne.

 

Ihr Werdegang und ihr Martial Arts Background sind bislang ziemlich unbekannt. Wie war ihr Werdegang vor ihrem Einstand im Filmgeschäft?
Ich trainierte Tae Kwon Do, Boxen und Gymnastik und schaute mir endlos viele Martial Arts Filme an, hauptsächlich die von Jackie Chan und Jet Li. Ich versuchte die Bewegungen aus den filmen zu trainieren und absolvierte einen Schauspielkurs in London. Anschließend ging ich an meinem 19. Geburtstag nach Hong Kong und wollte einen Fuß in den dortigen Actionfilm-Markt bekommen. Es stellte sich als große Herausforderung heraus, doch schlussendlich fand ich die Kontakte, die mir halfen, an Bord zu kommen. Ich tat das ganz bewusst und trainierte mein ganzes Leben sehr hart, um da zu landen, wo ich jetzt bin.
 
Sie feierten ihr offizielles Filmdebüt in dem Jackie Chan Streifen SPION WIDER WILLEN. Die Produktionen von Chan zeichnen sich nach wie vor durch das hohe Niveau der Fight- und Actionszenen aus. Wie schafften sie es als Newcomer gleich in einer Jackie Chan Produktion zu landen?
Es ist nicht einfach für einen Newcomer in einer Jackie Chan Produktion besetzt zu werden. Nachdem ich bei vielen Produktionen dabei war und lernte, wie die Hong Kong Stuntmen ihren Job machen, baute ich diese Erfahrungen in mein Training ein. Erst bei TWINS EFFECT konnte ich zeigen, wozu ich fähig bin. Der Action-Regiseur war Donnie Yen und es gab eine Art Casting für Stunt Fighter, die von ihm selbst geleitet wurde. Ich gab eine Kostprobe und arbeitete mit seiner Stunt Crew. Ich muss ihn wohl sehr beeindruckt haben, denn er wählte mich für einen Einzelkampf als Gegner von Jackie Chan aus.
 
In dem Film THE MEDAILION arbeiteten sie erneut mit Jackie Chan zusammen. Wie ist die Zusammenarbeit mit einer Legende und Ikone wie Jackie Chan?
Das war ein großartiges Projekt. Jackie ist sehr gut in dem was er tut. Sein Timing ist ganz natürlich und fließend. An diesem Set zu sein, zu sehen, wie alles funktioniert und mit seinem Team zusammen zu arbeiten, war für mich eine lehrreiche Erfahrung. Ich sah viele Newcomer, die am Set völlig verängstigt waren, da sie keine Erfahrung mit der Choreographie hatten. Und wenn du es nicht in ein oder zwei Takes bringst, werden sie dich sofort ersetzen, was ziemlich peinlich sein kann. Sie zeigen dir die Choreographie an Ort und Stelle, kurz vor den Aufnahmen. Und da es durchaus zehn Bewegungen hintereinander sein können, solltest du dich unter Kontrolle haben, dabei aber nicht deinen Gesichtsausdruck vergessen. Ich habe eine Menge Jungs gesehen, die dem Druck nicht stand halten konnten.
 
Sie arbeiteten noch mit zwei anderen Genre-Stars zusammen: Tony Jaa und Scott Adkins. Was können sie über diese Zusammenarbeit sagen? Welcher Martial Arts Darsteller, mit denen sie zusammen arbeiteten, hat sie am meisten beeindruckt?
Schwer zu sagen, wer mich am meisten beeindruckt hat, denn sie sind auf ihre Art alle gut. Ich traf Scott Adkins 1999 und wusste schon damals, dass er ein Action Star werden würde, da r alle Qualitäten hat, die man dafür braucht. Außerdem ist er ein netter Kerl.
Tony Jaa traf ich bei REVENGE OF THE WARRIOR. Wir studierten und trainierten die Choreographie und er beeindruckte mich sehr mit seinen Sprüngen und seinem Muay Thai Stil, der zu dieser Zeit noch sehr neu und frisch war. Aber wenn ich zurück schaue muss ich sagen, dass mich die Jackie Chan Filme am meisten beeindruckt haben. Und bis heute sind seine alten Filme immer noch besser als die meisten anderen Martial Arts Filme die ich gesehen habe.
 
Sie arbeiteten in Hong Kong, Thailand und in den USA. Gibt es Unterschiede und wo arbeiten sie am liebsten?
Um ehrlich zu sein ist die Arbeit an einem asiatischen Film nicht anders, als woanders. In Hong Kong werden die Filme sehr schnell abgedreht, es gibt großartige Teams, die ungemein effizient arbeiten, die Stunt Teams sind sehr gut was die Arbeit komplizierter Choreographien angeht. Der Unterschied zu US Produktionen liegt im Budget: Die Sets sind viel größer, es ist besser organisiert, es wird viel mehr Wert auf Details wie Make up oder Garderobe gelegt, außerdem ist das Essen besser und man hat einen eigenen Wohnwagen. Sind die Make up Leute jedoch lady Boys, dann weißt du, dass du in Thailand bist. Thailands Filmbranche ist eher etwas langsam und hat nicht gerade die beste Organisation, aber die Stuntleute geben immer 100 Prozent. Sie bewegen sich vielleicht nicht so geschmeidig wie die Hong Kong Jungs, aber sie geben den Szenen einen realistischeren Look, da sie die Schläge tatsächlich nehmen.
 
Ihre erste Hauptrolle übernahmen sie in dem Low Budget Film BANGKOK ADRENALINE. Wie konnten sie diese ergattern und war von vorn herein klar, dass sie auch die Choreographie übernehmen?
Ursprünglich sollte die Hauptrolle ein Thai Sänger sein. Ich glaube, dass sie verstanden haben, dass es so nicht funktionieren würde, einen solchen Actionfilm zu drehen. Ich sprach also vor, konnte ein gutes Showreel vorweisen und wurde sofort engagiert. Ron Smoorenburg sollte auch eine Rolle in dem Film haben, verletzte sich jedoch vor den Dreharbeiten am Knie, so dass er schließlich zum Action Director gemacht wurde. Wir arbeiteten dann schließlich zusammen, um die Kampfszenen zu choreographieren.
 
Die Dreharbeiten von BANGKOK ADRENALINE waren nicht gerade einfach. Was für Erinnerungen haben sie, wenn sie auf diese zurück blicken?
Das war der schwierigste Shoot, an dem ich je beteiligt war. Ich war quasi an allen Sachen beteiligt. Es ging nicht nur um die Schauspielerei, sondern auch um die Choreographie, die Kamera Einstellungen, Vorbereitung der Stunts und später auch um den Schnitt. An manchen Tagen arbeiteten wir an den Actionszenen mehr als 12 Stunden. Am Ende des Tages tat mir alles weh, aber es ar die ganze Plackerei wert und ich will nicht darüber jammern, da es eine großartige Erfahrung war und ich unendlich viel gelernt habe.
 
Die Martial Arts Szenen sind hervorragend. Hatten sie bestimmte Szenen oder Stilrichtungen anderer Filme im Hinterkopf, als sie diese Fight Sequenzen ausarbeiteten? Welche Filme und Regisseure beeinflussten sie generell?
Donnie Yen beeindruckte mich sehr, da er sehr kreativ ist und so viele Techniken beherrscht. Tony Jaa beeindruckte mich ebenfalls, da er in seinem Training die Abläufe so oft wiederholt, um seine Szenen zu meistern. Ich war erstaunt darüber, wie er jeden Tag neun Stunden nichts anderes machen konnte, außer zu trainieren und sich um die Choreographie zu kümmern.
 
Wollen sie auch in zukünftigen Projekten die Fight-Choreographie übernehmen, oder war der Druck als Schauspieler und Choreograph zu groß?
Ich will bei jedem meiner zukünftigen Projekte ein Teil der Choreographie sein. Ich habe einen sehr eigenen Stil, und es ist für mich einfach völlig normal, die Choreographie zu gestalten. Es ist zwar bedeutend mehr Arbeit, aber am Ende zahlt sich das auch aus.
 
Nach ihrem Auftritt in BANGKOK ADRENALINE stehen die Produzenten doch sicher Schlange. Was sind ihre zukünftigen Projekte?
Derzeit bin ich in Thailand, trainiere und schreibe an ein paar Sachen für zukünftige Projekte. Etwa Ende des Jahres drehe ich einen Film in England, es gibt aber noch keinen Titel.
 
Ohne jegliche Beschränkung: Was wäre ihr absolutes Traumprojekt?
Das ist schwer zu sagen. So eine Art Comicheld wie Spiderman, wo ich nicht nur tolle Action-Szenen hätte, sondern mich auch als Schauspieler beweisen kann.
 
   

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