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Filmtipp  

   

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Interview: Don E. FauntLeRoy (BGT Exklusiv)

Details

Don E. FauntLeRoy kann auf eine lange Karriere im Filmgeschäft zurückblicken. So begann er als Kameraassistent und lernte sein Handwerk von Größen wie László Kovács. Er schaffte schließlich auch den Sprung zum Director of Photography und kann auf einige sehr populäre Arbeiten zurückblicken. Sei es nun sein Mitwirken bei Terminator 2 oder bei Jeepers Creepers 1+2. Action-Fans wurde er durch seine Regiearbeiten für die Steven Seagal Streifen Today you die, Mercenary for Justice und Urban Justice bekannt. Zuletzt trat er als Regisseur von Anaconda 3+4 in Erscheinung, wo er unter anderem mit David Hasselhoff zusammen arbeitete. Bereitsgetestet.de Redakteur Tobias Hohmann hatte die Gelegenheit, sich mit dem sehr sympathischen und realistischen Filmemacher über seine Karriere, seine Filme und über Probleme des Geschäfts zu unterhalten.

 

Sie arbeiten seit 1972 in dem Geschäft. Wie kam es zu ihrem Einstieg und was haben sie vorher gemacht? 

Ursprünglich wollte ich professionell Baseball spielen. Doch dann ging ich ans College, verletzte mich und erhielt durch Zufall einen Job in diesem verrückten Geschäft. Eigentlich wollte ich damals Baseball Trainer und Geschichtslehrer werden. Doch als ich anfing, Geld zu verdienen und um die Welt zu reisen, was mir beides Spaß machte, änderten sich meine Prioritäten. Bereut habe ich das noch nie, und ich schaue auch nicht mehr zurück.
 
In den Anfängen ihrer Karriere arbeiteten sie als Kameraassistent und lernten das Handwerk von der Pike auf. Glauben sie, dass ihr langsamer Aufstieg für ihre Arbeit als Regisseur von Vorteil ist?
Auf jeden Fall, mein Background hilft mir jeden Tag. Das Problem der jungen Filmemacher heute ist es, dass sie zu früh in wichtige Positionen, also Regisseur oder Kameramann, eingesetzt werden. Man braucht Jahre, um zu verstehen, wie es in diesem Geschäft zugeht. Und je mehr man über das Filme machen weiß, umso stärker und besser wird man. Das hilft dann schließlich, wenn man irgendwann die Möglichkeit bekommt, selbst Kapitän eines Schiffes zu werden, eine Geschichte zu erzählen und einen Film zu inszenieren.
 
Sie sind bei ihren Regiearbeiten gleichzeitig auch als in der Doppelfunktion als Kameramann tätig. Sind das rein pragmatische Gründe, z.B. Budget oder Zeitersparnis?
Das hat mit dem Budget nichts zu tun. So arbeite ich einfach gerne, finde es aufregend. Ganz abgesehen davon macht mir die Arbeit so auch am meisten Spaß. Ich weiß, was ich will und wie ich das auch in den Kasten bekomme. Diskussionen zwischen Kameramann und Regisseur gibt es so nicht. Zudem arbeite ich so schneller und bekomme mehr Material, was mir am Ende im Schneideraum hilft. Man kann nie zu viel Material haben.
 
In ihrer Karriere konnten sie mit Regiegrößen wie Sam Peckinpah, Martin Scorsese, Richard Donner oder Steven Spielberg zusammen arbeiten. Welcher Regisseur hat sie am meisten beeindruckt?
Cameron ist ein technischer Zauberer, was er nicht zuletzt mit Avatar bewiesen hat, den ich sehr mag. Peckinpah war ein Tyrann, Spielberg arbeitet ungemein produktiv. Der meiner Meinung nach beste? Martin Scorsese.
 
Sie arbeiteten mehrfach mit Regisseur Victor Salva (Jeepers Creepers 1+2) zusammen und äußerten sich über die Zusammenarbeit äußerst positiv. Was macht Salva so besonders?
Victor ist ein fantastischer Autor und Geschichtenerzähler. Leider wird er unterbewertet und erhält nicht häufig genug die Chance, sein Können zu zeigen. Was ich besonders an der Arbeit mit Victor mag ist, dass ich schon vorher weiß, dass wir einen guten Film zusammen machen werden. Wir verstehen uns quasi blind, kommunizieren am Set mit Blicken und brauchen nicht viel zu reden, um zu wissen, was der andere denkt. Victor ist der am best vorbereitete Regisseur, mit dem ich je zusammen gearbeitet habe. Jede einzelne Einstellung ist bereits vorher gelistet und per Story Board illustriert, noch bevor man auch nur einen Fuß auf das Set gesetzt hat. Sein Einfluss sorgte auch dafür, dass ich eine erfolgreiche Karriere als Regisseur starten konnte.
 
Salva kündigte vor einiger Zeit Jeepers Creepers 3 an. Falls sie an dem Projekt beteiligt sind: Wie ist der Status?
Es hat mit den Problemen von MGM zu tun. So lange nicht geklärt ist, wie es mit dem Studio weiter geht, wurden alle aktuellen Projekte von MGM und Overture Films eingefroren. Die Pläne bestehen nach wie vor, aber ich kann nicht sagen, wann Jeepers Creepers 3 kommt.
 
Sie arbeiteten erstmals 1998 als Regisseur. War das ein Ziel, auf das sie hin gearbeitet haben oder war das eher ein Zufall?
Ich wollte unbedingt Regie führen, wusste nur nicht, wann ich die Gelegenheit dazu bekommen würde. Ich wusste aber, dass sich mir diese Gelegenheit irgendwann bieten würde, und nutzte die Zeit bis dahin, um noch mehr Erfahrungen als Kameramann zu sammeln.
 
Ihre Regiearbeiten sind typische B-Movie-Produktionen. Manche Kollegen wie Isaac Florentine fühlen sich ein wenig in diese Schublade gesteckt. Fühlen sie sich auch als B-Movie-Regisseur abgestempelt, oder sind sie zufrieden mit dem, was sie machen können und dürfen?
Ich kenne Mr. Florentine nicht persönlich, weiß aber, welche Art von Filmen er macht. Ja, man kann schnell in eine Schublade gesteckt werden, aber nur, wenn man das auch so sehen und sich so fühlen will. Ich bin sehr glücklich darüber, Filme machen und Geschichten erzählen zu können, die Millionen Menschen unterhalten.
 
2005 führten sie erstmal bei einem Steven Seagal Film (Today you die) Regie. Wie kam das zustande? Hatten sie Bedenken wegen Seagals Ruf, nicht gerade der einfachste Typ bei Dreharbeiten zu sein?
Ich hatte zuvor bei dem Seagal Film Into the Sun als Kameramann gearbeitet. Als das Projekt abgeschlossen war, fragte mich Steven, ob ich bei seinem nächsten Film, eben Today you die, Regie führen wollte. Mit dem Einverständnis von Nu Image wurde ich dann schließlich tatsächlich Regisseur des Films. Da ich Steven bereits am Set von Into the Sun erlebt hatte, war ich vorbereitet und wusste, wie es läuft. Ich hatte bei keinem der Filme, die wir zusammen machten, ein Problem mit ihm. Das kann ich von den Produzenten jedoch nicht behaupten.
 
Nach Today you die arbeiteten sie noch zweimal zusammen (Mercenary for Justice, Urban Justice) und beschrieben sie Zusammenarbeit als durchaus positiv. Wie erklären sie sich seinen Ruf, als schwierig zu gelten?
Mr. Seagal ist ein Star und eine Ikone der 80er Jahre. Wenn du ihm den Respekt entgegen bringst, den er verdient, wird er dich ebenso behandeln. Du musst positiv und vorbereitet sein, wissen, wovon du sprichst. Mischst du das mit Respekt, wird es viel einfacher, mit ihm zusammen zu arbeiten.
 
Es gibt immer wieder Gerüchte, dass Seagal bei den Dreharbeiten nur eine gewisse Zeit zur Verfügung steht und pro Drehtag nur ein paar Stunden arbeiten will. Wenn das stimmt: Wie gehen sie als Regisseur dieser zeitlich ohnehin begrenzten Produktionen damit um?
Wie jeder andere Schauspieler auch, will Steven ans Set kommen, seine Arbeit machen und wieder nach Hause gehen. Manche Tage sind lang, andere sind kurz, das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein Zeitplan für die Dreharbeiten wird nach Rücksprache mit den Darstellern gemacht und lange aufgestellt, bevor man anfängt zu drehen. Es gibt also keine Überraschungen.
 
Welcher ihrer drei Seagal Filme gefällt ihnen am besten und warum?
Urban Justice. Da war das Skript am besten und es machte am meisten Spaß, den zu drehen.
 
Können sie verstehen, dass Fans neuen Seagal Filmen eher skeptisch gegenüber stehen? Viele wirkten hastig runter gekurbelt und nur wenige dieser Produktionen konnten mit Actionszenen punkten, wie ihre Eröffnungsszene von Mercenary for Justice.
Danke für das Kompliment. Doch eine Person kann keinen Film machen, es ist immer ein Zusammenwirken von sehr vielen Leuten, hat aber auch damit zu tun, wie gut man vorbereitet ist, wie man die begrenzte Zeit und die Crew einsetzt.

Sprechen wir über Lightspeed. Es gibt da sehr viele Gerüchte über chaotische Dreharbeiten und finanzielle Probleme. Was war wirklich los?
Der ausführende Produzent bezahlte am Ende die Crew nicht mehr und die Dreharbeiten standen kurz vor dem Aus. Wir konnten den Film nur zu Ende bringen, weil ich die Crew auf meiner Seite hatte. Es sind Leute wie er, die dafür sorgen, dass dieses wundervolle Business einen schlechten Ruf hat.
 
Etwas später drehten sie Anaconda 3+4 back to back in Rumänien. Auch hier sollen die Dreharbeiten alles andere als problemlos verlaufen sein. Was lief falsch?
Das war alleine schon deshalb ein schwieriger Shoot, weil es Sprachprobleme mit der rumänischen Crew gab. Zudem haben die Leute da eine ganz andere Arbeitsweise als ich. Das Budget war außerdem das kleinste, mit dem ich je gearbeitet hatte. Das Skript zu Anaconda 4 bekam ich erst, als wir in der zweiten Drehwoche zu Anaconda 3 steckten. Wir hatten so gut wie keine Vorbereitungszeit, beendeten Freitags Anaconda 3 und begannen Montag mit Anaconda 4. Bei diesem Projekt musste ich quasi jeden Tag einen Plan B in der Tasche haben, aber irgendwie haben wir es hin bekommen. Probleme gab es dann auch noch in der Post Production. Die Special Effects Firma sagte, dass man 3-4 Monate Zeit bräuchte, um die Effekte zu entwickeln. Die Produzenten gaben ihnen 20 Tage, den Rest kann sich wohl jeder denken.
 
Welches Fazit ziehen sie aus der Erfahrung, back to back zu drehen?
Es war aufgrund der Probleme am Set sehr mühsam, aber auch sehr lehrreich. Ich würde das prinzipiell noch mal machen, aber nur dann, wenn ich gleichzeitig als Produzent am Ruder wäre und meine Partner meine Sicht der Dinge teilen. Es geht nur darum, den Film so gut es geht in den Kasten zu bekommen, und nicht darum, sich ein neues Auto oder ein neues Haus zu kaufen.
 
Wie verlief die Zusammenarbeit mit David Hasselhoff?
David war großartig und ist ein wirklich netter Kerl. Wir verstanden uns gut und hatten jede Menge Spaß. Wir versuchen bereits, ein weiteres Projekt für uns zu finden.
 
Was sind ihre nächsten Projekte?
Ich arbeite erneut mit Victor Salva bei dem Film Rosewood Lane zusammen, den ich auch produziere. Regie führe ich dann bei Haunted, der von Victor geschrieben wurde, und bei Stain Glass Windows, welches sich um einen Serienmörder drehen wird. Der Fall beruht auf wahren Ereignissen in den frühen 90er Jahren.
 
Wenn sie auf keine äußeren Einflüsse Rücksicht nehmen müssten: Was wäre ihr Traumprojekt?
Stain Glass Windows wurde mit Auszeichnungen und Ehrungen überhäuft. Das würde ich sehr gerne machen.
 

   

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