Originaltitel: Icarus Herstellungsland: USA Erscheinungsjahr: 2009 Genre: Action, Thriller Freigabe: FSK-18 Regie: Dolph Lundgren Darsteller: Dolph Lundgren, Bo Svenson, Stefanie van Phetten
Review: T.Hohmann Prüfungsmedium: Presse-DVD mit freundlicher Unterstützung von HMH
Inhalt: Der KGB-Killer (Codename Icarus) hat vor einigen Jahren als Schläfer in den USA gearbeitet. Als die Sowjet-Union zusammenbricht, findet er sich schnell in einem fremden Land wieder, wo er niemandem vertrauen kann. Er versucht einen Neuanfang und nimmt eine neue Identität an, gründet eine Familie und ein legales Business. Nach einem unglücklichen Missgeschick fliegt seine Identität auf. Der Jäger wird zum Gejagten, aber bald merkt er, dass er nicht das Ziel ist. Er sieht sich einem der gefährlichsten Killer gegenüber, der vor nichts stoppt, um Icarus zu kriegen...
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Kritik:
Für Actionstar Dolph Lundgren war 2009 ein arbeitsreiches Jahr, drehte er doch insgesamt fünf Filme ab: „Direct Contact“ und „Command performance“ sind ja bereits bei uns erschienen, während „Universal Soldier: Regeneration“ noch auf seine DVD Auswertung wartet und der Stallone Actioner „The Expendables“ im September in die Kinos gebracht wird. Der noch fehlende Titel ist der vorliegende „Icarus“, bei dem Lundgren zum nunmehr fünften Male die Doppelfunktion als Regisseur und Hauptdarsteller inne hat und seinen bis dato besten Film in dieser Kombination abliefert.
War sein letzter Film „Command performance“ eine ziemlich dreiste Trashkopie der „Stirb langsam“ Filme, den er auch dementsprechend anging und mitunter gar selbstironische Züge verpasste, ist „Icarus“ ein trockener, harter Actionthriller alter Schule. Humor oder Ironie wird man hier vergebens suchen, was aber auch gar nicht nötig ist, da der Film durchaus für sich alleine steht, optisch recht dreckig ist und atmosphärisch eher kühl umgesetzt wurde. Lundgren mag kein Schauspieler sein, doch seine Präsenz reicht, um die Rolle des kühlen Auftragskillers zu füllen und er wirkt keineswegs so comichaft überzogen, wie noch in „Command performance“: Sein Charakter wirkt bedeutend glaubwürdiger, als alles, was er in den letzten Jahren gespielt hat. Actionmäßig legt er ein ziemlich zügiges Tempo vor, ohne jedoch wirklich spektakulär zu werden, da eher Shoot outs und Fights im Mittelpunkt stehen. Und diese sind nicht nur gut über den Film verteilt, sondern haben es auch in sich, sind gut choreographiert, überwiegend ohne nervige Handkamera gedreht und ziemlich hart. Man darf gespannt sein, was die FSK zu dem Film sagt, aber mir schwant, dass da eine leichte JK eventuell nicht ausreichen könnte. Auch die Handlung wird wesentlich geordneter und zielstrebiger voran getrieben, als in den üblichen DtD Actionern von Seagal und Co. „Icarus“ hat eine Geschichte, und die ist gar nicht mal so übel.
So positiv sich das bis dato auch anhört, kommt man nicht drum herum, diesen Punkten ein großes „Aber“ entgegen zu setzen. Die Action überzeugt zwar zweifelsohne und steckt vergleichbare Konkurrenz locker in die Tasche, doch das Drehbuch wirkt hektisch zusammen geschustert, und hat Logiklücken, durch die bequem ein Panzer passen würde. Gewisse Klischees mag der geneigte Fan in Produktionen dieser Art ja noch erwarten, aber mal abgesehen davon, dass man die wohl unpassendeste Sexszene der Filmgeschichte präsentiert bekommt, passiert einfach zuviel willkürlich, was der bis dato akzeptablen Story den Gnadenstoß gibt und auf Kosten der Spannungsmomente geht. Auch eine vermeintliche Storywendung ist unnötig, weil es die simple Geschichte einfach nicht braucht. Zudem ist es recht unverständlich, warum man sich einen nicht gänzlich unbekannten Gegenspieler wie Bo Svensson an Bord holt, wenn er dann nur in den letzten zehn Minuten als Gegner von der Stange agieren darf. Er wird schlicht und ergreifend verschenkt.
Doch diese berechtigten Kritikpunkte dürfen nicht verschleiern, dass Lundgren hier einmal mehr beweist, dass er echtes Regietalent hat und ihm im DtD-Action Bereich mit „Icarus“ ein mehr als nur annehmbarer Vertreter gelang, der Seagal und Van Damme klar auf die hinteren Plätze verweist. Wenn man dem Mann jetzt noch ein besseres Drehbuch und etwas mehr Geld in die Hand drücken würde, ist Lundgren durchaus auch noch einmal ein Kinocomeback zuzutrauen. “Icarus“ zumindest wird die Fans vollends zufrieden stellen.
Fazit: Ein besserer Vertreter seiner Art: Knallhart, temporeich und überraschend gut inszeniert. Ein stellenweise schlechtes Drehbuch verhindert eine höhere Bewertung, doch Lundgren beweist nachdrücklich, dass mit ihm zu rechnen ist. Für Fans sicherlich ein Highlight.