Der Superbulle gegen Amerika
Originaltitel: Delitto al blue gay
Herstellungsland: Italien
Erscheinungsjahr: 1984
Genre: Action/Krimi/Komödie
Freigabe: FSK-12
Regie: Bruno Corbucci
Darsteller: Tomas Milian, Bombolo, Paco Fabrini u.a.
Um einen Mordfall zu klären, schleust sich Marroni in Transvestiten-Kreise ein.
In schrillen Klamotten und auf Stöckelschuhen jagt er einen homosexuellen deutschen Regisseur, der im Auftrag des KGB den Vater der Ermordeten, einen berühmten Kernphysiker, entführt hat…
- Kritik -
In den 70er und 80er Jahren war die italienische Filmwelt noch in Ordnung. Nachdem man in den 60er Jahren das Westerngenre aufmischte („Django“), standen die 70er und 80er Jahre ganz im Zeichen der Zugpferde Adriano Celentano („Der gezähmte Widerspenstige“), Bud Spencer und Terence Hill („Zwei wie Pech und Schwefel“). Doch neben den wohl bekanntesten Gesichtern des italienischen Kinos hatte sich ein weiterer Mime seinen Platz in dieser Zeit gesichert: Tomas Milian, der bereits seit den 50er Jahren aktiv war, jedoch durch eine Rolle dauerhaft in Erinnerung bleiben sollte: Der Suberbulle alias Tony Maroni alias Nico Giraldi. Zwischen 1976 und 1984 entstanden sage und schreibe 11 Filme um den sehr speziellen Polizisten. Start der Reihe war „Die Strickmütze“, beendet wurde sie mit „Ein Superesel auf dem Ku´damm“. Bei allen Filmen führte Bruno Corbucci Regie, der auch mehrfach mit Spencer und Hill zusammen gearbeitet hat. Einen nicht unwesentlichen Teil des Vergnügens der deutschen Fassungen macht die Synchronisation aus: Thomas Danneberg, der wohl bekannteste Sprecher im Synchrongeschäft – er lieh z.B. über Jahrzehnte Terence Hill seine Stimme - verpasste auch Tony Maroni einen ganz eigenen Charme.
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Man darf bzw. muss sich auf eine typische Synchronisation dieser Zeit gefasst machen: Flapsige Sprüche – teils ohne Bezug zu den Originaldialogen – am Fließband. So ist der Name Tony Maroni z.B. eine deutsche Erfindung, in Wirklichkeit heißt Milians Charakter Nico Giraldi. Einige wird dieser Stil nerven, andere werden begeistert sein. Sunfilm legt die Reihe nun neu auf und beschert dem Superbullen so sein DVD Debüt. Und abermals darf man sich fragen, warum nicht chronologisch vorgegangen wird: Man begann die Reihe mit dem fünften Film „Der Superbulle gegen Amerika“ (1979), brachte anschließend den vierten Film „Der Superbulle jagt den Paten“ (1978) heraus, setzt sie mit dem dritten Film „Der Superbulle schlägt zurück“ (1977) fort und macht jetzt einen Sprung ins Jahre 1984 zum elften und letzten Film der Serie.
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Da die Reihe nicht konsequent aufeinander aufbaut ist die Releasereihenfolge für das Verständnis überwiegend egal, aber irritierend ist das schon. „Der Superbulle auf dem Ku´Damm“ – der seinerzeit „Ein Superesel auf dem Ku´Damm“ hieß - ist wie erwähnt der elfte und letzte Film der Reihe, und nach dem man ihn gesehen hat, muss man selbst als erklärter Fan des Genres sagen: Gott sei Dank. Denn bis auf Milian stimmt hier nun wirklich gar nichts mehr. Die Gags zünden kaum noch, sind fast durchweg albern und bewegen sich der Geschichte entsprechend hauptsächlich um Männer in Frauenkleidern. Das Ganze ist eher nervig, als amüsant und noch bei weitem platter als das, was uns in den bisherigen Filmen präsentiert wurde - da rettet auch die Synchro und Thomas Danneberg nichts mehr. Einzig die Sequenzen mit Maronis Nachwuchs sind leidlich amüsant, doch diese findet man teilweise nur in den Extras bei den Deleted Scenes. Waren auch die bisherigen Storylines nicht mehr als ein reiner Vorwand für Milians One man show, muss man in diesem Fall fast davon ausgehen, das es gar kein Drehbuch gab. So spannungs- und zusammenhanglos lief es in keinem der anderen Maronis ab.
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Zudem scheint es, als ob das – ohnehin schon immer arg dünne – Budget nochmals deutlich zusammengestrichen wurde. Gab es in den früheren Streifen noch die eine oder andere gelungene Actionsequenz, ist im letzten Film davon auch nichts mehr zu sehen. Und Berlin als Handlungsplatz macht nun auch einfach weniger her als New York oder Las Vegas, aber nun gut: Es handelt sich um eine deutsch/italienische Co Produktion, da lag es nahe, Maroni auch mal in Deutschland ermitteln zu lassen. Viel positives gibt es nicht: Die Szenen im Kreise der Maroni Familie sind zu rar gesät, sind aber wie erwähnt amüsant. Der eine oder andere Spruch weiß auch zu gefallen und Milian ist eine Bank wie eh und je. Das war es dann aber auch schon. Kleine Anmerkung am Rande: Der Film ist geschnitten. Warum ist mir nicht ganz klar, da uncut eine FSK-16 Freigabe absolut möglich gewesen wäre und man frühere Maroni Auftritte mit dieser FSK Freigabe auf den Markt ließ.
- Fazit -
Schade! Maronis letzter Auftritt ist leider richtig schlecht. Jegliche Frische ist verloren, der Humor auf unterstem Niveau und auch die Synchro rettet da nicht viel. Die Kastanie hätte einen besseren Abgang verdient gehabt.
Bewertung: 2 | 10
- DVD FACTS UND EXTRAS -
DVD-Verleihstart: -
DVD-Verkaufstart: 24.10.2008
- Single Disc
Label: Sunfilm
Verpackung: Keep Case
Ton:
1. Deutsch Dolby Digital 1.0
Untertitel:
- Deutsch
Bild: 1.78:1 (16:9)
Laufzeit: ca. 94 Min.
Uncut: Nein
Extras:
- Deleted Scenes
- Deutscher Trailer
- Deutsche Titelsequenz
- Bildergalerie
- Trailershow
Review Extras:
Extras waren bislang Mangelware bei den “Superbullen” Filmen. Umso löblicher, das man sie hier findet. Aber wenn man sich dann etwas ausführlicher mit eben jenen beschäftigt, fällt auf, das nicht alles Gold ist was glänzt. So gibt es einige Deleted Scenes, aber einerseits sind diese nicht einzeln abrufbar und zum anderen auch noch ohne Untertitel – nicht so dolle. Die damalige deutsche Titelsequenz dürfte zwar den einen oder anderen in nostalgische Erinnerungen versetzen, aber einen Infogehalt o.ä. bringt das auch nicht. Aber immerhin. Selbiges gilt auch für den deutschen Trailer oder die Bildergalerie. In Anbetracht des Alters der Filme ist das annehmbar, mehr aber auch nicht. dazu kommt, das man nur die deutsche Tonspur aufgelegt hat und nicht wie bei den vorherigen Releases auch noch die italienische und englische.
Bewertung: 4 | 10





















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