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Aug16

BD Kritik: Ghost in the Shell

BD Kritik: Ghost in the Shell

Originaltitel: Ghost in the Shell
Herstellungsland: USA

Erscheinungsjahr: 2017
Genre: Action, Drama, Thriller, Science-Fiction
Freigabe: FSK-16
Regie: Rupert Sanders

Darsteller:
 Scarlett Johansson, Michael Pitt, Juliette Binoche u.a.

Preis zum Test: EUR 20,99


 

Inhalt: In der nahen Zukunft ist Major der Prototyp einer neuen Generation. Als Überlebende eines verheerenden Unfalls wurde sie mit kybernetischen Fähigkeiten ausgestattet, die sie zur perfekten Soldatin machen. Ihre Aufgabe: Die gefährlichsten Kriminellen der Welt zu stoppen. Als der Terrorismus ein bisher ungekanntes Ausmaß erreicht und es Hackern gelingt, sich in die menschliche Psyche einzuloggen und diese zu kontrollieren, ist Major die einzige, die die Attentäter aufhalten kann. Auf ihrer Jagd nach einem mächtigen neuen Feind wird sie mit einer unerwarteten Wahrheit konfrontiert: Ihr Leben wurde nicht gerettet – es wurde ihr gestohlen. Ohne Rücksicht auf Verluste versucht sie nun, ihre Vergangenheit zu rekonstruieren, herauszufinden, wer ihr das angetan hat, und die Verantwortlichen zu stellen.

 

 


 

 



- Kritik -
    

 

Bevor es überhaupt vor die Kamera ging, hagelte es schon massive Kritik gegenüber der Live-Action-Verfilmung von GHOST IN THE SHELL. Von Whitewashing war die Rede, weil man Scarlett Johansson als Hauptdarsteller gecastet werden sollte. Behauptungen, dass ihr Äußeres über digitale Effekte asiatischer gestaltet werden sollten, sorgten für weitere Empörung. Letzteres wurde aber zügig dementiert. Trotzdem kamen Fans der Anime-Vorlage nicht umhin, das Projekt bereits vor Veröffentlichung als Machwerk zu deklarieren und gingen mit der Meinung hausieren, dass eine adäquate Adaption unmöglich sei. An den Kinokassen floppte GHOST IN THE SHELL dann auch. Mit einem Produktionsbudget in Höhe von 110 Millionen Dollar und weltweiten Einnahmen von nicht ganz 170 Millionen Dollar, war Rupert Sanders Blockbuster ein Misserfolg. 

 

Wie bereits im Anime sieht man zunächst die Entstehung des Cyborgs, indes muss man auf die ikonische Musik aus der Feder Kenji Kawaiis verzichten. Erst im Abspann besinnt man sich darauf zurück und kann den bekannten Klängen lauschen. Bis dahin bekommt man einen klassischen Soundtrack Marke Hollywood, der durchaus zu gefallen weiß, aber längst nicht so eingängig wie das Original ist, geschweige denn so gelungen auf die Bilder abgestimmt wäre. 

 

Ein Jahr nach der erfolgreichen Fusion von menschlichem Hirn und künstlichem Körper ist Major (Scarlett Johannson) Teil der Unit 9, eine Spezialeinheit, die in einer nicht näher definierten asiatischen Metropole tätigt ist und sich auf Cyber-Crime spezialisiert hat. Unter der Leitung von Aramaki (Takeshi Kitano) leitet die Major ein kleines Team, zu dem auch Partner Batou (Pilou Asbaek) gehört. Gemeinsam bekämpfen sie den Terrorismus, der durch die Verschmelzung von Mensch mit Maschine eine ganz neue Form der Gefahr bildet. Plötzlich können Menschen gehackt werden und sind dem Terrorismus in einer nie dagewesen Form ausgesetzt. 

 

Kenner des Anime komme nicht umhin, sich die Frage der Sinnhaftigkeit einer Realverfilmung zu stellen. Zudem sie auch noch aus Hollywood kommt. Recht deutlich bedient man sich für die Realverfilmung bekannter Elemente aus den ersten beiden Filmen sowie der Anime-Serie, knüpft jedoch eine halbwegs eigenständige Geschichte. Die Handlung bleibt somit in geringem Umfang überraschend, wenngleich das meiste durchaus bekannt ist. Bekannt auch einige Takes, die man bereits aus dem Anime kennt. Glücklicherweise wirken diese Aufnahmen nicht wie billige Kopie, sondern eher wie eine Vorbeugung vor dem Original. Überhaupt ist GHOST IN THE SHELL optisch überaus imposant. Was sich ebenfalls positiv auf den 3D-Effekt auswirkt. Dieser ist insbesondere in den langen Kamerafahrten durch die Stadt überaus gelungen. Trotz ihrer gelungenen visuellen Umsetzung ist die Stadt nicht so greifbar und lebendig wie im Original. Dafür ist die Darstellung zumeist zu distanziert und zu sehr auf den Effekt getrimmt. 

 

Eine Kritik, die sich leider auch der restliche Film gefallen muss. Technisch souverän, von der emotionalen Greifbarkeit hingegen leider zu distanziert. Zu wenig nutzt man die Handlung, um die einzelnen Szenen miteinander zu verknüpfen. Dabei ist das Art-Design wirklich herausragend, der alte Spruch „Style over Substance“ greift auch hier ein wenig. Allerdings ist GHOST IN THE SHELL immer noch intelligenter als ein Großteil der Blockbuster-Produktionen, die jedes Jahr aus Hollywood kommen. Es erfordert durchaus ein gesundes Maß an Aufmerksamkeit, um hier die ethischen und philosophischen Fragen auszuloten, die der Film aufwirft. Der Anime war in der Hinsicht sicherlich noch ein wenig vielschichtiger, aber auch der Realfilm ist dahingehend positiv hervorzuheben. Allerdings breitet man manche Ideen viel zu stark vor dem Zuschauer aus, anstatt an dessen Intelligenz zu appellieren. 

 

Diese inhaltliche Tiefe wird jedoch durch die flachen Charaktere torpediert. Der Film kann seine Laufzeit von mehr als 100 Minuten leider nicht nutzen, um dem Zuschauer die Figuren näher zu bringen oder eine Charakterentwicklung angedeihen zu lassen. Aramaki sitzt die meiste Zeit zusammengesackt und spricht japanisch. Selbst die handlungsbedingt vielschichtige Major bleibt erschreckend blass. Steif stakst sie durch die Gegend, gibt sich kühl und souverän. Selbst, als ihre Herkunft näher beleuchtet wird, bleiben menschliche Emotionen aus. Ganz zu schweigen von typischen japanischen Charakterzügen. Hier merkt man recht deutlich, dass ein westlicher Regisseur einen asiatischen Stoff verfilmt hat, ohne viel Gefühl für die japanische Kultur. Scarlett Johansson wurde zweifellos aus Gründen der Vermarktung in der Hauptrolle gecastet, zeigt sich jedoch sehr limitiert. Auch im Anime ist die Major eine emotional recht unterkühlte Figur, doch Johansson schafft es nicht, diese Charakterzüge glaubwürdig zu vermitteln. Recht bemüht posiert sie vor der Kamera, die diese Posen ein paar Frames länger im Fokus hält, als es normalerweise der Fall wäre. In den Action-Szenen nimmt man ihr die Dominanz ebenfalls nur bedingt ab. Bleiben am Ende nur noch Batou und die Dr Ouelet (Juliette Binoche), die aber auch nur Stichwortgeber sind, ohne wirklich näher beleuchtet zu werden. 

 

Letztlich kann man den Whitewashing-Vorwurf nicht gänzlich von der Hand weisen. In der asiatischen Metropole finden sich fast keinerlei Asiaten, außerdem verstehen zwar alle japanisch, aber keiner spricht es. Westliche Schauspieler dominieren das Bild, was überaus ärgerlich ist. Ehrlicherweise muss man jedoch sagen, dass auch eine andere Besetzung an den Mängeln abseits der Schauspielerkunst der Hauptdarstellerin, vermutlich nichts geändert hätte. 

 

- Fazit -  

Längst nicht der Totalausfall, zu dem er gerne mal gemacht wird. Optisch eine Wucht und inhaltlich durchaus mit einer gewissen Tiefe ausgestattet, ist GHOST IN THE SHELL leider nicht in der Lage die Handlung wirklich elegant miteinander zu verknüpfen und versäumt es, interessante Figuren zu präsentieren. Insgesamt bemühen sich die Realverfilmung im Allgemeinen und Scarlett Johansson im Speziellen zu stark, als dass sie wirklich überzeugen könnten. 

Wertung: 6|10

Durchschnittliche Userbewertung

4.8/10 Bewertung (5 Stimmen)

 

- BD FACTS UND EXTRAS -

 

BD Verkaufstart: 03. August 2017
BD Verleihstart: 03. August 2017

Publisher: Paramount / Universal

Verpackung: Presse BD
Wendecover: -

Bild: 1,85:1 (1080p)
Laufzeit: ca. 107 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (Dolby Atmos 7.1)
2. Englisch (Dolby TrueHD 7.1)

Untertitel:
- Deutsch
- Englisch

Extras: 

  • Verkabelte Menscheit: Das Making-of von "Ghost in the Shell"
  • Sektion 9: Cyber-Verteitiger
  • Mensch und Maschine: Die Geist-Philosophie

Kritik Extras
Ein halbstündiges Making Of und zwei weitere jeweils 10-minütige Featurettes bieten einen ganz interessanten Einblick in die Produktion. Bei einer Projekt dieser Größenordnung trotzdem leider eher wenig. 

Wertung: 6|10

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Sascha Weber

Sascha Weber

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