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Sep19

BD Kritik: Belle de Jour

BD Kritik: Belle de Jour

Originaltitel: Belle de Jour
Herstellungsland: Frankreich, Italien

Erscheinungsjahr: 1967
Genre: Drama
Freigabe: FSK-16
Regie: Luis Buñuel

Darsteller:
Catherine Deneuve, Jean Sorel, Michel Piccoli u.a.

Preis zum Test: EUR 11,99


 

Inhalt: Severine, die mit ihrem Mann Pierre nicht intim werden kann, kompensiert ihre sexuelle Frustration mit masochistischen Phantasien. Die Neugier treibt sie in ein Bordell, wo sie – ohne das Pierre etwas ahnt – als „Schöne des Tages“ das dritte Mädchen wird, das für Madame Anaïs arbeitet. Indem sie die Bedürfnisse ihrer Kunden befriedigt, scheint sie zugleich ihren inneren Frieden gefunden zu haben. Doch das Arrangement kippt als Marcel, ein leicht aufbrausender Stammkunde, darauf besteht Severine für sich alleine zu haben.

 


 

 



- Kritik -
   

Als Warnung vorweg, wer von Luis Bunuel noch nicht gehört hat, geschweige was gesehen hat: Er war ein Surrealist. Heißt bei seinen Filmen ist nicht immer alles so wie es scheint und zudem sind seine Filme auch nicht durch einfaches Betrachten zu Verstehen. Man folgt nicht immer einer klar umrissenen Handlung und genau ausdifferenzierten Figuren. Anfang und Ende, Wahr oder falsch und klare Fixpunkte sucht man hier teilweise vergebens. Vor 50 Jahren erschien sein BELLE DE JOUR und er hat bis heute nichts an Faszination verloren. Das weiß auch Studiocanal und gönnte dem Film deshalb zum Geburtstag eine Restauration in 4K und ließ den Film nochmals in ein paar Kinos diesen Sommer zeigen. Nun foglt die Blu-ray-Auskopplung dazu, die sich nicht nur wegen des Filmes mehr als lohnenswert gestaltet.

Bei aller Warnung vorweg, der Strang der Erzählung von BELLE DE JOUR scheint sich nahezu simpel zu gestalten. Die junge Frau Severine, gespielt von Catherine Deneuve, führt eine Ehe, liebt ihren Mann wie einen Freund. In ihren Phantasien jedoch gibt sie sich anderen Männern hin, devot und mit einer ordentlichen Portion Masochismus. Als sie von ihrer Freundin Renee (Macha Méril) hört, eine Bekannte verdinge sich stundenweise als Prostituierte, und nachdem ihr der abgeklärte Lebemann Henri Husson (Michel Piccoli), ein Bekannter ihres Mannes (den sie nicht mag), erzählt, er kenne solche Etablissements, und ihr die Adresse von Madame Anais (Geneviève Page) gibt, wagt sich Séverine in deren Haus. Im teuren Kostüm, adrett und unschuldig im Äußeren ihrer bürgerlichen Fassade, schwankt sie zwischen Angst und Neugier, schlechtem Gewissen gegenüber Pierre und dem Drang nach Verwirklichung ihrer geheimsten Träume. Sie bleibt, zwischen zwei und fünf Uhr nachmittags ist sie nun ständig die Belle de jour. Sie legt ihren Namen ab, wie die anderen im Haus der Madame Anais, die schwarzhaarige Charlotte (Françoise Fabian) und die rothaarige Mathilde (Maria Latour) und nicht zuletzt Madame Anais selbst – alles falsche Namen. Doch wo beginnt nun die Realität und wo endet sie? Der Film lässt hierbei viele Interpretationen zu.

Bei der Besetzung glänzt selbstverständlich Catherine Deneuve, der die Rolle einer gut situierten, kühlen und sicherlich auch skrupellosen Frau wie auf den Leib geschnitten war. Das Hin und Her ihrer Figur zwischen tief sitzender, aber eingesperrter Angst und kalt verfolgtem Begehren in einer räumlich abgespaltenen zweiten Welt, die nur Spiegelbild der ersten ist, bedarf eines Einfühlungsvermögens, das die Darstellerin für solche Rollen prädestinierte. Jean Sorel als ihr Ehemann hatte es da wesentlich leichter mit seiner Rolle, und dennoch überzeugen er und vor allem Michel Piccoli in ihrem Spiel durchaus. Ein Film auf den man sich einlassen muss und der, anders als man es bei der Thematik vielleicht erwarten würde, nicht mit Nacktszenen o.ä. punkten möchte. Das findet man hier nämlich nicht. Alles muss sich vielmehr im Kopf abspielen. Eine Voraussetzung, die dem Film selbst inhärent wird.

 

- Fazit -  

Zeitloser Klassiker in makelloser Neuveröffentlichung.

Wertung: 8|10

Durchschnittliche Userbewertung

8.0/10 rating 1 vote

 

- BD FACTS UND EXTRAS -

 

BD Verkaufstart: 07. September 2017
BD Verleihstart: 07. September 2017

Publisher: Studiocanal/Arthaus

Verpackung: BD Case (Amaray)
Wendecover: Ja

Bild: 1,66:1 (1080p)
Laufzeit: ca. 100 min.
Uncut: Ja

Ton:
1. Deutsch (DTS-HD MA 1.0)
2. Englisch (DTS-HD MA 1.0)
1. Französisch (DTS-HD MA 1.0)

Untertitel:
- Deutsch
- Englisch
- Französisch

Extras:

  • Booklet
  • Audiokommentar von Prof. Peter W. Evans (Filmwissenschaftler)
  • Masterclass über Luis Buñuel mit Diego Buñuel und Jean-Claude Carrière
  • "Das letzte Drehbuch" – Erinnerungen an Luis Buñuel (93 Min)
  • "Die Geschichte einer Perversion oder Emanzipation?" – Interview mit Sextherapeut Sylvain Mimoun (28 Min)
  • Interview mit Jean-Claude Carrière (29 Min)
  • Trailer (3 Min)

Kritik Extras
Man garniert die neue Restauration mit einer Wahnsinssfülle an interessantem Bonusmaterial.

Wertung: 9|10

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Manuel Föhl

Manuel Föhl

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